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Pilotversuch Mitarbeiter-Sharing beendet

Mitarbeiter-Sharing: vom SECO-Pilotversuch zum Erfahrungsaustausch bei HotellerieSuisse

21. December 2021

Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels in Hotellerie und Gastronomie zu begegnen, wurde 2019 der Pilotversuch Mitarbeiter-Sharing gestartet. Ziel des vom SECO begleiteten Projekts war es, den Mitarbeitenden in Kooperation, insbesondere zwischen Tessiner und Bündner Saisonbetrieben, eine Ganzjahresperspektive zu bieten, welche durch ALV-Leistungen sowie Weiterbildungsmassnahmen abgerundet wird. Der Pilotversuch, an dem die Fachhochschule Graubünden beteiligt war, endet nun planmässig zum 31. Dezember 2021. Die Idee des Mitarbeiter-Sharings wird von HotellerieSuisse weitergeführt.

Initiant des Pilotprojekts war der Verein Mitarbeiter-Sharing, dem neben 20 Mitgliedsunternehmen auch die FH Graubünden, HotellerieSuisse Graubünden und Ticino sowie GastroGraubünden angehören.  Die Betriebsstätten der Mitgliedsunternehmen stammen grösstenteils aus den Kantonen Graubünden und Tessin. Getreu dem Motto «Im Sommer am See, im Winter im Schnee» kooperierten die Mitgliedsbetriebe des Vereins, um ihren Saisonmitarbeitenden eine Ganzjahresperspektive zu bieten und gleichzeitig die Arbeitslosenversicherung (ALV) zu entlasten. Bindeglied bildete die Plattform www.jobs2share.ch, wo Mitarbeitende sich auf offenen Stellen bewerben konnten und dann berechtig waren, pro Jahr bis zu sechs Wochen erleichtert ALV-Leistungen zu beziehen. Um die Zwischensaisons sinnvoll zu nutzen, wurden zudem zeitlich abgestimmte Weiterbildungsmassnahmen angeboten. Ergänzend fanden zwei Mal jährlich die Career Days des Vereins statt, auf denen das persönliche Kennenlernen und Networking im Vordergrund stand.  Die FH Graubünden übernahm im Projekt die Leitung der Geschäftsstelle im Mandat und war für den Betrieb der Plattform sowie die Projektleitung im SECO-Pilotversuch zuständig.

Evaluatoren bewerten Idee positiv

Der im Dezember veröffentlichte Schlussbericht beurteilt die Idee des Mitarbeiter-Sharing als «sinnvoll und begrüssenswert». Im Zeitrahmen der Pilotphase haben allerdings weniger Saisonmitarbeitende als erwartet über die Plattform ihre Arbeitsverträge mit den Betrieben abgeschlossen. Durch diese geringe Teilnahme waren die Kosten höher als der finanzielle Nutzen auf Seiten der ALV, also die Einsparungen von ALV-Geldern durch Vermittlung von Mitarbeitenden aus dem Tessin nach Graubünden. Für das SECO und die Aufsichtskommission der Arbeitslosenversicherung ist jedoch genau dieser volkswirtschaftliche Nutzen ausschlaggebend für ihren Entscheid zu einer möglichen Gesetzesänderung. Deshalb wurde am 16. Dezember 2021 entschieden, den Pilotversuch planmässig zum Ende des Jahres 2021 zu beenden. Dabei zeigt sich gerade jetzt, dass das Thema des Fachkräftemangels in der Branche akuter denn je ist.

Fortführung der Idee

Obwohl kein volkswirtschaftlicher Nachweis erbracht werden konnte, hat sich gezeigt, dass das Mitarbeiter-Sharing in der Realität gelebt wird. Unabhängig von den Zahlen auf der Plattform, werden jede Saison Mitarbeitenden zwischen Graubünden und dem Tessin ausgetauscht und ihnen so innerhalb des Netzwerks eine Ganzjahresperspektive geboten. Dieses starke Netzwerk, das sich seit Vereinsgründung und während des Pilotversuchs entwickelt hat, gilt es über das Projektende hinaus zu bewahren und weiterhin zu pflegen.

Als Anschlusslösung wird das Netzwerk im Rahmen einer ERFA-Gruppe bei HotellerieSuisse weitergeführt. Dabei werden die ursprünglich gesetzten Ziele weiterverfolgt:

  • Die Etablierung des Arbeitsmodells «Mitarbeiter-Sharing», um Ganzjahresperspektiven zu schaffen und Saisonstellen attraktiver zu machen.
  • Den Gedankenaustausch unter gleichgesinnten Hotelièren und Hoteliers sowie HR-Verantwortlichen zu fördern.
  • Zwei Mal jährlich werden Career Days zum Networking veranstaltet.
  • Die Gruppe bildet eine Plattform für Fachvorträge und ist ein wichtiges Bindeglied zum Verband, um Anliegen (Saisonalität, Fachkräftethematik, Lehrlingsaustausch, Weiterbildung usw.) direkt einbringen und diskutieren zu können.

FH Graubünden weiterhin involviert

Mit dem Ende des Pilotversuchs endet zwar das Mandat der FH Graubünden, aber nicht das Engagement im Netzwerk. Um die Idee des Mitarbeiter-Sharing fortzuführen, werden neben der FH Graubünden ebenso die anderen Partner, GastroGraubünden und die Vertreterinnen der RAVs Tessin und des KIGA Graubünden der ERFA-Gruppe als Gastmitglieder angehören.

Weitere Auskünfte:
Katrin Schillo
Projektleiterin und Wissenschaftlicher Mitarbeiterin, Schweizerisches Institut für Entrepreneurship
+41 81 286 37 34
katrin.schillo@fhgr.ch

Claudia Züllig-Landolt
Gastgeberin, Hotel Schweizerhof Lenzerheide
+41 81 385 25 25
claudia@schweizerhof-lenzerheide.ch

Fachhochschule Graubünden

Als agile Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset gestaltet sie die Zukunft mutig und nachhaltig mit. Ihre über 2200 Studierenden bildet sie zu hochqualifizierten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten aus. Die FH Graubünden bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Computational and Data Science, Digital Science, Management, Mobile Robotics, Multimedia Production, Photonics, Service Innovation and Design, Supply Chain Management sowie Tourismus an. Lehre und Forschung der Fachhochschule in Graubünden sind interdisziplinär und orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partizipation aller Hochschulangehörigen trägt zur Weiterentwicklung der Qualität und der ganzen Fachhochschule bei. fhgr.ch