Fachhochschulzentrum - FH Graubünden

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Fachhochschulzentrum
Fachhochschulzentrum für Graubünden

Fachhochschulzentrum für Graubünden

Mit dem Fachhochschulzentrum wird in Chur nicht nur ein Identifikationsort für den Bündner Hochschulraum geschaffen, sondern auch eine Bildungsstätte für die kommenden Generationen im Kanton. Neben einem attraktiven und zukunftsorientierten Lern-, Forschungs- und Begegnungsort entsteht auch eine kulturelle Institution für alle. Die Fachhochschule – und mit ihr der Kanton Graubünden als Träger und die Stadt Chur als geographische Heimat – stehen vor der einmaligen Chance, die dezentralen Standorte und Räumlichkeiten an einem Standort zu vereinen. Dadurch wird die Hochschule für die Studierenden immer mehr zu einem Forum für den intellektuellen Austausch und die Projektarbeit. Das leistungsfähige und wirtschaftlich effiziente Hochschulbildungs- und Forschungszentrum wird auch national ausstrahlen und Wissen nach Graubünden holen.
 

    Im Keller eines Privathauses, auf einer Karosserie, in Laboratorien in Domat/Ems und St. Gallen oder in der Nachbarschaft einschlägiger Clubs: In der rund 60-jährigen Geschichte der FH Graubünden wurde an den verschiedensten Orten studiert, geforscht und gearbeitet. Obwohl die Hochschule 1993 mit dem «Kupfergebäude» eigene Räume erhielt, verlangt das grosse Wachstum unverändert Improvisationsvermögen. Neben Standorten in Bern, Rapperswil und Zürich ist die FH Graubünden heute in Chur in neun verschiedenen Gebäuden untergebracht. Mit der Konzentration in einem Fachhochschulzentrum soll eine zukunftsgerichtete Bildungs- und Arbeitsstätte für die kommenden Generationen im Kanton entstehen.

    Das Siegerprojekt

    Das Siegerprojekt

    Das Siegerprojekt der Architekten Giuliani Hönger ermöglicht die Weiterentwicklung der FH Graubünden. Der offene Charakter mit Begegnungszonen und entsprechenden Räumen wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter stärken. Die in den Räumen entstehende Atmosphäre fördert das kreative Arbeiten. Die FH Graubünden kann die Digitalisierung dann besonders effektiv nutzen, wenn sie adäquate Räumlichkeiten und Plätze für das Forschen, Lehren und Lernen zur Verfügung hat. Auch wenn die Nutzung der Lehr-Lern-Umgebungen technologiegestützt wesentlich flexibler verlaufen wird als in der Vergangenheit üblich, sind Räume unabdingbar, weil sie die virtuellen Welten und Dimensionen gleichsam verfestigen und sie in ihrer anregenden Flüchtigkeit konsolidieren. Dazu braucht es architektonische und städtebauliche Innovationen, welche die Erkenntnisse der Lehr- und Lernforschung berücksichtigen. Ausserdem braucht es flexible Lern- und Begegnungsräume für die Forschenden und Studierenden mit Einzelarbeitsplätzen und Gruppenarbeitsmöglichkeiten, Labore, Ateliers sowie Kreativräume. Diese Anforderungen gewährleistet das Siegerprojekt «Partenaris» in optimaler Weise. Die Investition in Wissen ist für den Kanton Graubünden nachhaltig – so, wie es auch das Siegerprojekt ist.

    Das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität, vertreten durch das Hochbauamt Graubünden, hat im Auftrag des Kantons Graubünden und in enger Zusammenarbeit mit der FH Graubünden einen Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für die Vergabe der Generalplanerleistungen (Projektierung, Ausschreibung und Realisierung) für den Neu- und Umbau des Fachhochschulzentrums Graubünden in Chur veranstaltet.

    Die Präsentation des Siegerprojekts erfolgte durch Regierungspräsident Mario Cavigelli, Vorsteher des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, am 25. Oktober 2021. Bei Zustimmung zum Botschaftsprojekt durch die Regierung, den Grossen Rat sowie das Bündner Stimmvolk sollen bis 2028 die Studierenden und Mitarbeitenden der Fachhochschule Graubünden ein zeitgemässes Fachhochschulzentrum beziehen können.

    Studieren an der FH Graubünden

    Studieren an der FH Graubünden

    Mit Nischenangeboten zu Brain-Gain für Graubünden

    Als selbständige Fachhochschule muss sich die FH Graubünden im nationalen Wettbewerb sowohl in der Studierenden- als auch in der Forschungsakquisition stark behaupten. Aufgrund ihrer aus Schweizer Sicht peripheren Lage verfolgt sie seit mehr als zehn Jahren eine Nischenstrategie, mit Erfolg. So sind acht ihrer dreizehn Bachelorstudienangebote schweizweit einzigartig. Und auch die Masterangebote wurden mit teilweise einmaligen Profilen entwickelt.

    Bei der Entwicklung von Studienangeboten für zukünftige Berufsfelder ist die enge Zusammenarbeit mit der jeweiligen Branche absolut zentral. Die FH Graubünden arbeitet dabei deshalb jeweils eng mit den betreffenden regionalen und nationalen Unternehmen zusammen. Neben Gastvorträgen oder Ideen für Bachelorarbeitsthemen kommt es so auch in der Forschung immer wieder zu gemeinsamen Projekten. Auch dort sind Kooperationen ein wichtiges Element, um den Wissens- und Technologietransfer in den Kanton Graubünden gewährleisten zu können. Mit ihrer Vertretung in regionalen (bspw. Academia Raetica) und nationalen (bspw. swissuniversities, Schweizerischer Nationalfonds) Gremien und Organisationen sorgt die FH Graubünden zudem für eine gute Vernetzung im schweizerischen Bildungs- und Forschungskontext.

    Neben dem Beitrag der FH Graubünden zur Verminderung des Brain-Drains von Bündnerinnen und Bündnern, zieht die Hochschule mit ihren attraktiven Studienangeboten und Arbeitsplätzen Menschen in den Kanton Graubünden. Diese sogenannten «Wissensarbeiter/innen» leisten wiederum ihren Beitrag zum Brain-Gain und somit zur Leistungs- und Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Graubünden. In der Strategie 2021-2024 richtet sich die Fachhochschule mit den Entwicklungsschwerpunkten «Beitrag zur Regionalentwicklung», «Technik», «Gesundheit», «Innovatives Lebenslanges Lernen» und «Fachhochschulzentrum» an den Bedürfnissen des Kantons aus, und leistet damit ihren Beitrag zur kantonalen Hochschulbildungs- und Forschungsstrategie.

    Aber auch finanziell kann die FH Graubünden als einer der Wirtschaftsmotoren des Kantons betrachtet werden, denn aus einem kantonalen Beitragsfranken erwirtschaftet die Hochschule CHF 3.46 (basierend auf der Rechnung des Jahres 2020). Damit die aufstrebende Hochschule besser sichtbar wird und die Hochschulangehörigen effektiv und effizient arbeiten können, fehlt ihr nur noch die entsprechende Infrastruktur.
     

    Adäquate Räume zur Sicherung des Hochschulstandortes Graubünden

    Die Ansprüche an die Hochschullehre und an Kollaborations- sowie Forschungsmöglichkeiten haben sich seit dem Bau des Hauptgebäudes vor rund 30 Jahren stark gewandelt. Die heutigen Studierenden erwarten innovative Lehr-, Lern- und Zusammenarbeitsformen. Aber auch die angewandte Forschung, die sich gezielt der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen widmet, ist nur so stark, wie sie auch interdisziplinär betrieben wird. Die Erzeugung von neuem Wissen hat sich enorm beschleunigt. Dieser stete – und vor allem rasche – Wandel bedingt auch Räumlichkeiten, die möglichst flexibel einsetzbar sind.

    Als einzige Fachhochschule auf Bünder Kantonsgebiet ist die FH Graubünden eine der grössten Arbeitgeberinnen im Kanton. Zudem leistet sie als Ausbildungsstätte für Lernende aus der Region einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Grundausbildung im Gebirgskanton. Auch um als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben, benötigt die Hochschule adäquate Räume.

    Heute ist die FH Graubünden in Chur an fünf Standorten in neun verschiedenen Gebäuden untergebracht. Einzig der 1993 bezogene Standort A («Hauptgebäude») an der Pulvermühlestrasse 57 ist dabei ein Schulgebäude, beim Grossteil der restlichen Gebäude handelt es sich um Büroräumlichkeiten, die weder heute noch morgen für den Unterrichtsbetrieb einer Fachhochschule geeignet sind. Neben dem Hauptgebäude ist die FH Graubünden Stockwerkeigentümerin an der Comercialstrasse. Alle anderen Räumlichkeiten sind dazu gemietet Auch die insbesondere für eine hochstehende Forschung notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit leidet unter der aktuellen Raumsituation. Zudem sind die betrieblichen Aufwände (beispielsweise zwei Bibliotheken, zwei Mensen, Kurierdienst, Reinigung und Unterhalt) hoch.

    In der Botschaft der Regierung an den Grossen Rat vom Juni 2018 wird einem Fachhochschulzentrum «aus bildungs-, forschungs- und innovationspolitischer Sicht eine sehr hohe Bedeutung und Dringlichkeit» attestiert. Zudem wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der FH Graubünden folgendermassen beschrieben: «(Eine) (…) Hochschule, welche die Zuwanderung von Talenten und Fachpersonen fördert, die Ausbildungsansprüche der lokalen Wirtschaft und Forschung zu erfüllen vermag, als kompetenter Ausbildungs- und Weiterbildungsstandort lokal und national erfolgreich ist und zum Wissens- und Technologietransfer (WTT) beiträgt, (ist) ein wichtiger Akteur zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Bündner Volkswirtschaft.» Der Grosse Rat des Kantons Graubünden hat der Realisierung eines Fachhochschulzentrums an der Pulvermühlestrasse einstimmig zugestimmt. Im November 2020 hat das Churer Stimmvolk der notwendigen Umzonung und Landabgabe mit rund 90 Prozent ebenfalls ein positives Votum erteilt. Dies, nachdem der Churer Gemeinderat im September gleichen Jahres einstimmig diesem Vorhaben zugestimmt hatte.

    Der Bau eines Fachhochschulzentrums bezweckt folgende Zielerreichung (Auszug aus Botschaft):

    • «Förderung einer exzellenten Lehre durch Zusammenführen interdisziplinärer Kompetenzen und Sichtweisen;
    • Erhöhung der architektonischen Visibilität;
    • Bereitstellung von Flächen für zukünftige Erweiterungen und Entwicklungen;
    • Vermeidung von Doppelspurigkeit;
    • Optimierung der Anbindung an den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Individualverkehr.»