Projekt Wasserversorgung Lischanahütte SAC - FH Graubünden

Menu
Projekt
Wasserversorgung Lischanahütte SAC
Projekt auf einen Blick

Projekt auf einen Blick

Die Wasserversorgung der Lischanahütte ist direkt vom Schmelzwasserabfluss des Lischanagletschers abhängig, welcher in wenigen Jahren verschwunden sein wird. Nicht nur die Existenz der Lischanahütte ist gefährdet, sondern auch ähnlich gelegene  Gebirgshütten befinden sich in derselben prekären Situation. Im Gebiet der Lischanahütte soll deshalb ein Pilotprojekt für die Sicherung von kleinen Wasserversorgungen in trockenen Gebirgsregionen mit bescheidenen Mitteln realisiert werden.

Ausgangslage

Ausgangslage

Das sich verändernde Klima und der weltweite Rückgang der Gletscher wirkt sich auch auf lokale Gebiete in der Schweiz aus. Im Lischanatal oberhalb von Scuol zum Beispiel, welches sich im Kanton Graubünden befindet, ist der ursprüngliche Lischanagletscher bereits nur noch als kleiner Gletscherfleck erkennbar. Dieser Gletscherschwund und der früh schmelzende Winterschnee führen zu einem Wasserversorgungsproblem der SAC Hütte Chamonna Lischana, welcher Schnee- und Gletscherschmelzwasser als einzige Wasserquelle zur Verfügung steht. Somit entsteht gerade in den gut belegten Monaten August und September Wasserknappheit. Damit auch Ende des Sommers noch genügend Wasser vorhanden ist, müssen neue Methoden her. Bisher gibt es noch keine einfachen, anwendbaren Lösungsansätze für die Versorgungsproblematik von Berghütten in abgelegenen Gebieten. Doch der aktuelle Klimawandel zwingt uns zu Anpassungsstrategien, wenn solche Berghütten auch zukünftig erhalten bleiben sollen.

Projektziel

Projektziel

Die Academia Engiadina setzt sich seit 2015 mit Wasserversorgungsfragen mittels Gefrierprozessen auseinander. Innerhalb einer von der Gemeinde Pontresina in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wird derzeit ein Verfahren entwickelt, um den Morteratschgletscher als langfristiger Süsswasserspeicher zu erhalten. Dies soll mittels künstlicher Beschneiung mit der Schneilanze Nessy Zero erfolgen, welche keine elektrische Energie oder künstliche Zusätze verwendet. Solch ein Verfahren könnte auch den Lischanagletscher vor dem Verschwinden bewahren. Nebst dem Verfahren mit künstlicher Beschneiung existieren noch weitere denkbare Möglichkeiten, um Schnee zu konservieren und Gletschereis aufzubauen:

  • Beeinflussung der Schneeablagerung mittels Schneezäune.
  • Wasser Recycling nach dem Prinzip der Ice Stupas
  • Anlegung von lokalen, künstlich angelegten Speichern mit Grundwassercharakter
  • Abdecken von Triebschneeablagerungen im Frühling
  • Fassung von Abflüssen von schmelzenden Permafrostvorkommen

Diese Ideen klingen zwar alle plausibel, wurden jedoch hinsichtlich ihrer Eignung für die Lösung eines Wasserversorgungsproblems bisher nicht untersucht. Für das weitere Vorgehen ist es deshalb wichtig, die verschiedenen Ideen experimentell zu untersuchen, um herauszufinden, welche Strategie den besten Lösungsansatz darstellt. Diese werden nun über Studienarbeiten an Fachhochschulen und der ETH Zürich angegangen werden. Das Projekt bekommt somit eine Pionierrolle in Bezug auf kleinräumiges Wassermanagement in Gebirgsregionen und könnte deshalb auch noch mit Bildungsmassnahmen verknüpft werden.

Zwischenstand

Zwischenstand

Um Lösungsstrategien für kleinräumiges Wassermanagement in Hochgebirgen entwickeln zu können, wurde eine ausführliche Situations- und Bedarfsanalyse am Fallbeispiel der Chamonna Lischana durchgeführt. Hierfür wurde ein GIS mit den wichtigsten Grunddaten aufgebaut, welches für spätere Verwendungszwecke frei zur Verfügung steht. Des Weiteren wurde ein erstes Vliesexperiment in der Val Lischana zur Erhaltung von Schneereserven im Sommer 2019 erfolgreich durchgeführt. Dies ermöglichte bereits die Planung eines grösseren Gletscherrettungsprojektes, wobei der Lischanagletscher mittels vollständiger Vliesabdeckung ab dem Sommer 2020 vor dem kompletten Abschmelzen bewahrt werden soll. Somit könnte er auch in 10 Jahren noch als wichtige Wasserressource für die Lischanahütte dienen.

Aufgrund der durchgeführten Analysen und Experimente konnten ausserdem mehrere Themenvorschläge für Studienarbeiten an diversen Universitäten, Fachhochschulen und Höheren Fachschule zum Thema kleinräumiges Wassermanagement entwickelt werden. Auch konnte der Kontakt für eine Studie für ein Bildungsprojekt an der PH Graubünden, sowie zu wichtigen Sponsoren hergestellt werden, welche die Weiterführung des Projektes ermöglichen könnten.

Umsetzung

Umsetzung

  1. Im Sommer 2019 konnte ein erstes Vliesexperiment in der Val Lischana erfolgreich umgesetzt werden. Durch die dadurch gewonnenen Erkenntnisse können bereits ab dem Jahr 2020 grössere Versuche zur Gletscherrettung mit Vliesabdeckungen und somit die Erhaltung einer der wichtigsten Wasserressourcen der Lischanahütte gefördert werden.
  2. Dank guter Öffentlichkeitsarbeit konnten Kontakte zu möglichen Sponsoren aufgebaut werden. Diese Kontakte könnten das zukünftige Abdecken des Lischanagletschers.
  3. Basierend auf den erarbeiteten Informationen zum kleinräumigen Wassermanagement und Gletscherschutz könnte als weiterer Schirtt ein Bildungsprojekt in Zusammenarbeit mit der PH Graubünden entwickelt werden.

Das Projekt wurde zudem von nachfolgenden Personen unterstützt:

  • Ursula Hofer-Rubisoier
  • Chasper Alexander Felix
  • Duri Rohner
  • Heiko Schlatter
  • Conradin Clavuot
  • Tanja Schöni
  • Laura Otth
Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

Zusätzliche Informationen: