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Technik im Zeitalter der Digitalisierung

Technik im Zeitalter der Digitalisierung

Die Fachhochschule Graubünden bietet den Studierenden eine ganze Palette an attraktiven Technikangeboten. Im Rahmen ihrer Selbständigkeit wird sie dieses Angebot noch ausbauen und den Bereich Technik weiter stärken – immer in Kooperation mit regionalen und nationalen Unternehmen.

Text: Bruno Studer / Bild: Fachhochschule Graubünden

Seit 2016 bietet die FH Graubünden als schweizweit einzige Fachhochschule ein Bachelorstudium in Photonics an. Photonics spielt im Alltag eine wichtige Rolle, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Früh am Morgen holt uns der Wecker des Smartphones aus dem Schlaf. Beim Betreten eines Geschäfts öffnen uns optische Infrarotsensoren die Tür. Abends geniessen wir die brillanten Farben des OLED-Grossbild-TVs. In all dem steckt Photonics und genau darum geht es in diesem Studium, das in enger Zusammenarbeit mit regionalen Firmen und der Swissmem Fachgruppe Photonics entwickelt wurde. Der Bachelorstudiengang wurde 2019 erfolgreich akkreditiert und erhielt das EURACE-Label (European Accreditation of Engineering Programmes). Photonics wurde übrigens bei der Europäischen Union als eine von sechs Schlüsseltechnologien definiert.

Den Robotern auf der Spur

Das neuste technische Bachelorangebot der FH Graubünden heisst Mobile Robotics. Mobile Roboter sind fliegende, schwimmende oder fahrende Systeme, die autonom bestimmte Aufgaben erfüllen. Die Anwendungen für mobile Roboter liegen in den Bereichen Logistik, Automobilindustrie und Transportwesen (automatisierte Logistikzentren, selbstfahrende Autos, Lieferdrohnen), bei der Inspektion und Sicherheit (Roboter im Katastropheneinsatz) sowie beim Bau, in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen. Das Studium vermittelt die Kompetenzen, solche Roboter (weiter-)zu entwickeln und Anwendungen zu realisieren. Der Startschuss zu diesem Studium erfolgt im Herbst 2020.

Sehr erfolgreich wird das Bachelorstudium Multimedia Production in enger Kooperation mit der somedia, dem SRF/RTR sowie der Berner Fachhochschule als sogenannter Joint Bachelor Degree angeboten. Nebst Medieninformatik, Journalismus und Unter­nehmenskommunikation spielen auch Video- und Audiotechnik hierbei eine wichtige Rolle. Zunehmend an Bedeutung gewinnen die neuen Technologien Augmented und Mixed Reality. Diese erweitern die Realität sowie bestehende Medien mit virtuellen Objekten, digitalen Inhalten und kontextbezogenen Informationen – mit dem Ziel, diese Inhalte und Informationen in unserer realen Umgebung visuell verfügbar zu machen, Interaktionen zu schaffen und die aktive Wahrnehmung bei gesteigerter Verweildauer zu fördern.

Gegenwärtig ist ein weiterer technischer Studiengang in Entwicklung. Selbstverständlich wird dieses Angebot wiederum mit Wirtschaftspartnern entwickelt - mehr dazu dann im Herbst 2020.

Das Bauingenieurwesen befasst sich mit sämtlichen Aufgaben des Hoch- und Tiefbaus. Im Bachelorstudium erlernen die Studierenden die Grundlagen des Bauwesens – vom konstruktiven Hoch- und Brückenbau bis zur Strassenprojektierung und zum Infrastrukturausbau. Das Bauen im alpinen Raum und der Umgang mit Naturgefahren werden an der FH Graubünden stark thematisiert.

Ausserdem wird an der FH Graubünden ein Masterstudium in Technik angeboten. Der Master of Science in Engineering ist ein von den Schweizer Fachhochschulen gemeinsam entwickeltes Bildungs­angebot. An der FH Graubünden stehen den Studierenden die Fachrichtungen Informationssysteme, Photonics, Robotics und Data Science offen.

In der Weiterbildung können vor allem Certificates of Advanced Studies (CAS) erworben werden. So bietet die FH Graubünden ihren Studierenden z. B. ein CAS Optoelektronik, ein CAS Bildverarbeitung, ein CAS Weiterbauen am Gebäudebestand, ein CAS Digital Communication Excellence oder ‒ im Rahmen der Cisco Networking Academy ‒ den zertifizierten Abschluss Cisco Certified Network Associate (CCNA).

Im Labor den Ernstfall testen

Einige der im Rahmen der Aus- und Weiterbildung eingesetzten Labore stehen auch als Dienst­leistungslabore für Unternehmen zur Verfügung. Sehr gefragt ist etwa das EMV-Labor (Elektro­magnetische Verträglichkeit). Dort überprüfen wir die Störfestigkeit (Immunität) und die Störaussendung (Emission) von Geräten. Im Usability-Labor können mit Eye Trackern Usability-Evaluationen von Websites oder Apps durchgeführt werden. Im Beleuchtungslabor werden Leuchten normgerecht gemessen und auf ihre Energieeffizienz und Lichtverteilung überprüft. Das Service Innovation Lab (SIL) hat die passenden Werkzeuge, um Unternehmen darin zu unterstützen, sich mit Produkt- und Dienstleistungsinnovationen auseinanderzusetzen und sich damit für die Zukunft zu rüsten. Weitere Labore und ihre Angebote finden Sie auf der Website der FH Graubünden.


Vom Kanton geförderte Sonderprofessur

Im Auftrag des Kantons Graubünden und der von ihm geförderten Sonderprofessur Computational Science bauen die FH Graubünden und das SIAF in Davos das Zentrum für Data Analytics, Visualization and Simulation (DAViS) auf, um Forschung, Industrie und Lehre in den Bereichen Datenanalyse und wissenschaftliches Rechnen zu bündeln. Die Möglichkeiten der modernen Datennutzung ‒ z. B. mittels Deep Learning oder etwa im Rahmen klimarelevanter Simulationen zur Vorhersage von Hochwasser/Lawinen ‒ sind ein zunehmend wichtiger Standortfaktor. DAViS bietet hierzu Forschung, Beratung und Service in allen Fragen der modernen Datenverarbeitung. Die Angebote von DAViS umfassen Data Mining, Machine Learning, Datenvisualisierung und -simulation sowie Techniken des (massiven) Parallelrechnens in Zusammenarbeit mit dem ETH-Hochleistungsrechen­zentrum CSCS in Lugano.


Herausforderung Digitalisierung

Im Bereich Technik und Bau werden auch Forschungs- und Entwicklungsprojekte ‒ durch Innosuisse gefördert – durchgeführt. Die meisten davon unterliegen allerdings einem Non-Disclosure Agreement der Partnerfirma. Um die Anfragen im Bereich Digitalisierung zu bündeln, erstellt die FH Graubünden zurzeit eine Plattform für Digitalisierungsprojekte – den sogenannten Digital Transformation Space. Wichtig ist der FH Graubünden auch die Förderung des MINT-Nachwuchses; deshalb engagiert sie sich zum Beispiel bei Angeboten wie Uni für Kids, TecDays, TecNights, Swiss TecLadies, First Lego League in Zusammenarbeit mit der PH Graubünden oder der 08EINS MINT Academy.

Beitrag von

Prof. Dr. Bruno Studer
Leiter Departement Angewandte Zukunftstechnologien, Mitglied der Hochschulleitung