Wissensplatz Wo Leidenschaft auf Technik trifft - FH Graubünden

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Wo Leidenschaft auf Technik trifft
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Wo Leidenschaft auf Technik trifft

Am Institut für Multimedia Production sorgen technisch versierte Mitarbeitende dafür, dass alles rund läuft. Einer davon ist Marcel Näf. Er gewährt uns Einblick in seinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und zeigt, dass Arbeiten in einem technischen Bereich alles andere als «langweilig» ist.

Text und Bilder: Yvonne Herzig Gainsford

Wie ein ausserirdisches Objekt steht das «Igloo» im Foyer des Medienhauses, wo auch der Bachelor-Studiengang Multimedia Production angesiedelt ist. Bläuliches Licht schimmert durch die Tür. Im Eingangsbereich des futuristisch anmutenden Gebildes beugt sich Marcel Näf über die Workstation und testet Darstellungsvarianten des 360-Grad-Screens.

Hätten wir nicht seit letztem Frühling mit dem Coronavirus zu kämpfen, wäre das «Igloo» längst auf Tournee und böte in verschiedenen Kontexten spannende Einblicke in die Virtual-Reality-Welt. Marcel Näf, der als Audio Engineer und Multimedia Producer SAE massgeblich an der Einführung und am Betrieb dieses neuartigen Workspace beteiligt ist, wäre vor Ort mit dabei.

Seit fünf Jahren arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Multimedia Production (IMP). Technische Themen faszinieren ihn seit jeher. Deshalb schätzt Marcel Näf sich glücklich, dass er diese Leidenschaft in seiner Arbeit ausleben kann. Und zwar in sehr unterschiedlichen Bereichen, wie er selbst sagt: «Die grosse Vielfalt meiner Aufgabenfelder, die technischen Herausforderungen und all die persönlichen Begegnungen hier an der Fachhochschule Graubünden empfinde ich als enorme Triebfeder für mein Wirken. Ich gewinne praktisch täglich neue Erkenntnisse – oft befruchten sich die verschiedenen Tätigkeiten auch gegenseitig.»

Tatkräftige Unterstützung

In seinen Verantwortungsbereich fällt zum Beispiel die technische Ausleihe, die für die Studierenden von zentraler Bedeutung ist. Tatkräftig unterstützt wird er von seinem Team, Serge Djoungong in Chur und Andrin Egger in Bern. Näf fungiert dabei als eine Art Manager, dessen zentrale Funktion die Sicherstellung der Qualität ist. Dazu gehören Themen wie Materialbeschaffung, Kommunikation und Optimierung der Abläufe. Und natürlich unterstützendes Eingreifen, wenn es irgendwo brennt.

Ebenfalls unterstützt werden die Ausleihen in Chur und Bern von studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Mitarbeit erachtet Näf als ungeheuer wertvoll, und zwar für beide Seiten: «Ohne die Studierenden wäre es gar nicht möglich, eine konstante Ausleihe zu gewährleisten. Gleichzeitig haben die Studierenden dadurch auch die Möglichkeit, viel für ihre zukünftige Tätigkeit zu lernen.»

Weil auch in Zeiten von Corona fleissig produziert wird, werden trotz Onlineunterricht Kameras, Mikrofone und allerlei Zubehör von den Studierenden ausgeliehen und zurückgebracht. Zum Schutz aller müssen dabei strikt festgelegte Zeiten eingehalten werden; Social Distancing und das Tragen von Masken sind mittlerweile selbstverständlich. Das Schutzkonzept, das die Weiterführung der Ausleihe überhaupt möglich macht, wurde von Näf und seinem Team erarbeitet. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Massnahmen umgesetzt und eingehalten werden.

Unterschiedlichste Aufgaben

Marcel Näf ist aber nicht nur dafür zuständig, dass den Studierenden das Material für ihre Produktionen zur Verfügung steht. Er ist auch die erste Anlaufstelle für Dozierende und Lehrbeauftragte, wenn sie für den Unterricht technische Unterstützung irgendwelcher Art benötigen. Auch für Projekte von Studierenden wird Näf immer wieder zu Rate gezogen, und er sorgt unter anderem dafür, dass die Studioräumlichkeiten und die studentischen Arbeitsplätze jederzeit nutzbar sind.

Aber nicht nur innerhalb des Studiengangs nimmt der wissenschaftliche Mitarbeiter die unterschiedlichsten Aufgaben wahr: Er ist auch für viele Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen der Fachhochschule, etwa aus der Informatik, dem Marketing oder aus anderen Studiengängen, eine wichtige Ansprechperson in Sachen Technik. Der Austausch mit den verschiedensten Leuten ist ein wesentlicher Bestandteil seines Arbeitsalltags. Manchmal geht es um akute Probleme, die es rasch zu lösen gilt, manchmal sind es Beschaffungsfragen, die diskutiert werden müssen.

Zur bunten Palette seiner Tätigkeiten gehört auch, dass er selbst in Lehre und Forschung aktiv ist und Workshops im Bereich der audiovisuellen Medien durchführt. Und immer wieder sind seine Fähigkeiten als Multimedia Producer gefragt – etwa für die Produktion von Videos, die im Moment wegen Corona ein äusserst wichtiges Kommunikationsinstrument sind. Näf und sein Team sind auch häufig für die Veranstaltungstechnik an der FH Graubünden zuständig. Die Tatsache, dass Events jetzt ausschliesslich virtuell stattfinden, bringt etliche neue Aufgaben mit sich. Dem Rheintaler mit Wurzeln im Toggenburg macht es grossen Spass, neue Lösungen für neue Herausforderungen auszutüfteln: «Es ist sehr kreativ, für jemanden etwas bereitzustellen, der keine Ahnung von Technik hat und dafür zu sorgen, dass er oder sie per Knopfdruck arbeiten kann.»

Spannend, aber auch anspruchsvoll

Es ist nicht erstaunlich, dass Marcel Näf nur selten an seinem Arbeitsplatz neben der Ausleihe anzutreffen ist. Er meint dazu: «An einem ‹normalen› Arbeitstag kann es durchaus vorkommen, dass ich gleichzeitig in mehreren IMP-Laboren Studierende unterstütze, zu einem dringenden Meeting für einen Beschaffungs-Task gerufen werde und notfallmässig auch in der Technikausleihe ein Bedienungsproblem mit einer Videokamera lösen muss, während ich zwischendurch einem Lehrbeauftragten den Umgang mit der Unterrichtstechnik zeige und daneben mit studentischen Hilfskräften noch eine Konzeptbesprechung für einen Event durchführe. Bei diesem ‹Multitasking› kann ich üben, einen kühlen Kopf zu bewahren.»

Das alles sei zwar extrem spannend, meint Näf, aber auch sehr anspruchsvoll. Häufig sei es nicht einfach, den unterschiedlichen Bedürfnissen, die manchmal auch im Widerspruch zueinander stünden, hundertprozentig gerecht zu werden. Es sei aber gerade diese Herausforderung, die seine Arbeit besonders reizvoll mache.

Um dieses Spannungsfeld immer wieder aufzulösen, hat Marcel Näf sein ganz persönliches Rezept: Wenn das Wetter es zulässt, schwingt er sich nach getaner Arbeit auf seine Triumph und geniesst den Wind und die Freiheit des Augenblicks. Und im Nu ist die Hektik des Tages vergessen.

Beitrag von

Yvonne Herzig Gainsford, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Marcel Näf, Multimedia Producer

Institut für Multimedia Production (IMP)