Wissensplatz Eine Ausbildung für die Praxis ‒ aus Praxisperspektive - FH Graubünden

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Eine Ausbildung für die Praxis ‒ aus Praxisperspektive
Eine Ausbildung für die Praxis ‒ aus Praxisperspektive

Eine Ausbildung für die Praxis ‒ aus Praxisperspektive

Das Certificate of Advanced Studies (CAS) Führung öffentliche Verwaltung und NPO versteht sich als eine praxisorientierte Weiterbildung für Personen in der öffentlichen Verwaltung und in Non-Profit-Organisationen (NPO) in der Südostschweiz.

Text: Florian Sorg / Bild: FH Graubünden

Führung in der öffentlichen Verwaltung findet im Spannungsfeld politischer Entscheidungen statt. Die Ebenen Parlament, Regierung, Verwaltung und Volk wirken gegenseitig aufeinander ein. Der politische und der administrative Führungskreislauf überschneiden sich. Dies führt zu einigen Besonderheiten im Management – beispielsweise in der wirkungsorientierten Verwaltungsführung (New Public Management), in der finanziellen Steuerung, im Personalrecht und in der politischen Kommunikation. Der CAS-Lehrgang zeigt mit einer modularen, attraktiven und praxisnahen Weiterbildung im Hochschulkontext die Besonderheiten dieser Führung auf.

Portrait Sandra Eugster
«Der CAS Lehrgang hat meinen Horizont erweitert. Eine besondere Herausforderung war das Erarbeiten...
«Der CAS Lehrgang hat meinen Horizont erweitert. Eine besondere Herausforderung war das Erarbeiten der Zertifikatsarbeit. Dank der tollen Begleitung durch den Dozenten konnte ich die Aufgabe gut erfüllen und es ist mir gelungen, die Resultate in meinem Berufsalltag umzusetzen. Sehr geschätzt habe ich auch den Austausch mit den Dozierenden und den Studierenden – ein Netzwerk, dass ich nicht mehr missen möchte.»
Sandra Eugster, Absolventin CAS Führung öffentliche Verwaltung und Non-Profit-Organisationen

Eine spannende, praxisnahe Plattform

Eine wichtige und zentrale Praxiskomponente des Lehrgangs ist das Referierenden-Team: Es setzt sich aus Führungskräften aus Politik, öffentlicher Verwaltung und Non-Profit-Organisationen sowie Lehrkräften der FH Graubünden zusammen. Die Studierenden profitieren so von realen Erfahrungen aus der Praxis. Die Theorie kann anhand dieser Praxisbeispiele interessant vermittelt werden. Ein Beispiel dieser praxisorientierten Weiterbildung: Im Rahmen des Themenblocks «Digitalisierung» wurden Inputreferate der Studierenden zu selbstgemachten Erfahrungen thematisiert und diskutiert. So wurden der «E-Umzug» (Umzug online melden), die «Verwendung der AHV-Versichertennummer als universeller Personenidentifikator» (die eindeutige Identifikation erleichtert eine Vielzahl von Abläufen deutlich) und «AHVeasy – das Onlineportal für Arbeitgebende » (Senkung des administrativen Aufwands) von Studierenden im Rahmen dieser Weiterbildung präsentiert.

Unbestritten geniessen die Lehrinhalte die volle Aufmerksamkeit der Studierenden. Diese profitieren jedoch auch von einer Plattform gleichgesinnter Führungspersonen, um das eigene Führungsverhalten (selbstkritisch) zu reflektieren, als Absolventin resp. Absolvent das persönliche Netzwerk zu erweitern und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Die Vielfältigkeit der öffentlichen Verwaltungen und NPO

Die vermittelten Themen zeigen deutlich, in was für einer Vielfalt sich die Studierenden bei der alltäglichen Arbeit bewegen. Personalfragen haben im CAS ebenso Platz wie solche zu Kommunikationsthemen oder zur Public Governance. Hinzu kommt, dass die Schweiz ein föderalistischer Staat ist. Dies bedeutet, dass die Macht auf den Bund, die Kantone und die Gemeinden verteilt ist. Die Unterschiede von Kanton zu Kanton sind (je nach Teilgebiet) so gross, dass eine generelle Betrachtungsweise den Ansprüchen nicht genügt.

Im ersten Modul werden allgemeine Führungsthemen wie Projekt-, Prozess- oder Organisationsmanagement vermittelt. Im zweiten Modul geht es primär um verwaltungsspezifische Führungsgrundlagen. So bekommen die Studierenden durch Lehrgespräche und Impulsreferate mit Hilfe von Fallstudien, Workshops und Diskussionen die Theorie und Praxis zu den Themen «Führen im politischen Kontext», «Politische Kommunikation» und «Führen in der Praxis» vermittelt. Wo immer möglich und sinnvoll, ist dies auf die Vielfältigkeit der öffentlichen Verwaltungen und NPO abgestimmt.

Die Studierenden bringen aktuelle Führungsfragen und eigene konkrete Problemstellungen mit ein, die in einem Kolloquium diskutiert werden. Im Rahmen von Einzel- und Gruppencoachings reflektieren sie ihr eigenes Führungsverständnis und -verhalten unter Anleitung eines Coachs. Ziel ist es, dadurch die Führungskompetenzen zu erweitern.

Den krönenden Abschluss einer Aus- oder Weiterbildung verkörpert oft eine selbstverfasste Arbeit, so auch im CAS-Lehrgang. Es wurden z. B. eine mögliche Fusion zweier Gemeinden beleuchtet oder Social-Media-Strategien ausgearbeitet.

Anschlussmöglichkeiten nach der Weiterbildung

Ein wichtiger Eckpfeiler der Schweizer Bildungspolitik und Bildungslandschaft ist die Durchlässigkeit der verschiedener Aus- und Weiterbildungen. Mit Parolen wie «Kein Abschluss ohne Anschluss» schaffte es dieses Gedankengut in den öffentlichen Sprachgebrauch. Der CAS-Lehrgang stellt keine Ausnahme dar und bietet für die Studierenden eine reizvolle Anschlussmöglichkeit: Es ist möglich, die erworbenen ECTS-Punkte an ein DAS (Diploma of Advanced Studies) oder einen MAS (Master of Advanced Studies) anrechnen zu lassen. Dies ist eine Möglichkeit, die von den Studierenden geschätzt und auch wahrgenommen wird.

Urban Spescha
«Das CAS bietet für Personen in der Öffentlichen Verwaltung eine ausgezeichnete Möglichkeit Theorie...
«Das CAS bietet für Personen in der Öffentlichen Verwaltung eine ausgezeichnete Möglichkeit Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Die Vielfalt an praxisnahen und erfahrenen Dozierenden, die Themenbreite sowie die modulare Unterrichtsform machen das CAS auch für erfahrene Fachleute zu einer interessanten Weiterbildung. Mir persönlich bot der Lehrgang eine ausgezeichnete Plattform, um die eigene Führungspraxis zu reflektieren. Nicht zuletzt durfte ich von einem spannenden Austausch mit Gleichgesinnten profitieren und viele wertvolle Kontakte knüpfen. Sehr gut gefallen haben mir auch die angenehmen Bedingungen an der FH Graubünden. Ich kann das praxisnahe CAS nur empfehlen.»
Urban Spescha, Absolvent CAS Führung öffentliche Verwaltung und Non Profit Organisationen, Leiter AHV-Ausgleichskasse, Mitglied der Direktion der SVA Graubünden

Studierende als Herzstück des Lehrgangs

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die bereits angesprochene Heterogenität der Schweiz aufgrund des föderalistischen Systems und der unterschiedlichen Gesetzgebung in den Gemeinden und Kantonen eine hohe Praxisorientierung in der Lehre bedingt – getragen von den Studierenden der bisherigen Lehrgänge. Knapp 60 Personen aus neun Kantonen, verteilt auf Gemeinde-, Kantons- und Bundes-/Landesebene, haben den CAS-Lehrgang bereits erfolgreich absolviert. Mehrheitlich arbeiten sie in Kaderpositionen in der Verwaltung. Daneben sind auch Exekutivmitglieder und Parlamentarierinnen bzw. Parlamentarier unter den Teilnehmenden. Sie haben das erworbene Wissen schrittweise in ihren Arbeitsalltag integriert und umgesetzt – das eigentliche Ziel des CAS-Lehrgangs also erreicht: Dass öffentliche Verwaltung und NPO als zentrale Drehscheiben den stets neuen Anforderungen der modernen Zeit gerecht werden können. Und dies nicht mit reiner Theorie, sondern vielmehr mit praxisnahen Beispielen und Erfahrungswerten, die eine schnelle und wirkungsorientierte Umsetzung garantieren: Für die Praxis ‒ aus der Praxis!

CAS Führung öffentliche Verwaltung und Non-Profit-Organisationen

Der zweisemestrige CAS-Lehrgang richtet sich an Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung (Gemeinden, Kantone, Landesverwaltung sowie weitere öffentlich-rechtliche Körperschaften) und Non-Profit-Organisationen (NPO). Es wird ab Herbst 2019 bereits zum vierten Mal durchgeführt: fhgr.ch/cas-oeffentliche-verwaltung-npo

Beitrag von

Florian Sorg
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum für Verwaltungsmanagement (ZVM)