Wissensplatz Gesuchte Fachkräfte: Digital Business Managerinnen und Manager - FH Graubünden

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Gesuchte Fachkräfte: Digital Business Managerinnen und Manager
Gesuchte Fachkräfte: Digital Business Managerinnen und Manager

Gesuchte Fachkräfte: Digital Business Managerinnen und Manager

Als Antwort auf die digitale Veränderung in der Gesellschaft bildet die FH Graubünden seit 2016 Fachkräfte aus, die sich mit Digital Business Management auseinandersetzen. Die praxisnahe Studienrichtung konzentriert sich auf Innovation, Konzeption und Projektleitung in der digitalen Welt.

Text: Prof. Armando Schär / Bild: FH Graubünden

Wie wollen wir die Chancen der Digitalisierung für uns nutzbar machen? Hat dies überhaupt etwas mit unserem Geschäft zu tun? Bedroht die Digitalisierung unsere Geschäftsgrundlage? Es ist unbestritten: Die Digitalisierung der letzten Jahre hat unsere Gesellschaft verändert. Heute bewegen sich die meisten Schweizer KMU und Grossunternehmen im digitalen Umfeld, entwickeln neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle und beteiligen sich an innovativen Start-ups.

Der Bedarf nach gezielt für die Herausforderungen des digitalen Markts ausgebildeten Fachkräften hat stark zugenommen. Als innovative und unternehmerische Hochschule bildet die FH Graubünden für die Schweizer Wirtschaft solche Fachkräfte in der Studienrichtung Digital Business Management aus.

Konzeption des Studienangebots

Bei der Konzeption des anforderungsorientierten Profils für künftige Digital Business Managerinnen und Manager wurden von Beginn an die Wirtschaft und internationale Partnerhochschulen involviert. Die auszubildenden Kernkompetenzen wurden wie folgt definiert:

  • Konzeption und Umsetzung innovativer E-Business-Lösungen
  • Analyse und Bewertung digitaler Trends und Geschäftsmodelle
  • Koordination und Leitung von digitalen Projekten

Der Fokus der Studienrichtung liegt auf Innovation, Konzeption und Projektleitung in der digitalen Domäne und geht der zentralen Frage nach, wie für Kunden und Unternehmen unter Einsatz digitaler Technologien grösstmöglicher Wert geschaffen werden kann.

Auch setzte man sich das Ziel, den Studierenden viel Flexibilität, Selbständigkeit und einen eigenverantwortlichen Umgang mit dem Studium zu ermöglichen. Konzipiert wurde deshalb ein Vollzeitstudium mit einem intensiveren Anteil Selbststudium.

Lancierung der Studienrichtung

Die Vermarktung der Studienrichtung begann im Winter 2015. Die erstmalige Durchführung startete nach grossem Zulauf und guter Resonanz aus Wirtschaftskreisen im Herbst 2016. Aufgrund der starken Nachfrage nach einem Teilzeitmodell führte die FH Graubünden 2017 zusätzlich eine Teilzeitklasse ein.

Vernetzung mit der Wirtschaft

Für eine Studienrichtung, die Fachkräfte für einen dynamischen Markt ausbilden möchte, ist es wichtig, kontinuierlich am Puls der Zeit zu sein. Während der ersten drei Durchführungsjahre waren die Studierenden in über 45 Unternehmensprojekten tätig. Im Modul Design Thinking entstehen z. B. unter der Führung von Lehrbeauftragten aus der Technologie-, Management- und Innovationsberatung erste Prototypen und Konzepte für Unternehmen. Das Ziel ‒ die Erlernung von speziellen Innovationstechniken ‒ führt die Studierenden durch sehr unterschiedliche Aufgabenstellungen.

Die Studierenden berieten Unternehmen in Digitalisierungsprojekten, wie die Zürcher Kantonalbank zum Thema Multi-Channel-Management oder die Finnova im Umgang mit digitaler Disruption. Im letzten Studiensemester wenden die Studierenden die erlangten Kompetenzen im Rahmen eines konkreten Projekts an und setzen Lösungen um. Im Frühjahr 2019 waren dies Projekte mit den Unternehmen Red Bull, Swisscom, Rhätische Bahn, Vertec und der ÖKK.

Die Vernetzung mit der Wirtschaft beinhaltet jedoch nicht nur Unternehmensprojekte und Exkursionen, sondern auch den Einsatz führender Wirtschaftsexpertinnen und -experten in der Lehre. Im Jahr 2019 werden knapp die Hälfte der Module durch externe Lehrbeauftragte betreut.

Zu guter Letzt ist es wichtig, digitale Wirtschaft zu erleben. Dies wird im Studium durch zahlreiche Exkursionen zu Unternehmen wie der Web-Agentur Namics oder den Besuch von Konferenzen (Beispiel: World Usability Day) ermöglicht. Für den «Blick über den Tellerrand hinaus» findet u. a. auch eine Studienreise nach Berlin statt, wo die Partnerhochschule SRH Hochschule Berlin mit Dozierenden der FH Graubünden eine Start-up-Tour organisiert.

Eigene Projekte

Das heutige digitale Ökosystem ist stark durch den Einfluss von Start-ups und deren Erfolg geprägt. Unternehmerisches Denken ist ein wichtiger Anker der Digitalwirtschaft. Um die Studierenden selbst in die Pflicht zu nehmen, werden sie in Projektkursen gezielt darin unterstützt, eigene Ventures zu entwickeln, zu testen und gegebenenfalls auszugründen.

Ausblick

Ganz im Zeichen eines agilen Projekts wird sich die Studienrichtung ständig weiterentwickeln und anpassen müssen. Im September 2019 werden nun die ersten rund 30 Digital Business Managerinnen und Manager in die Wirtschaft oder in ein Masterstudium entlassen. Bereits ein halbes Jahr vor ihrem Abschluss haben über die Hälfte der Absolvierenden eine zugesicherte Arbeitsstelle.

Die Erfahrungen der Absolventinnen und Absolventen werden in die Weiterentwicklung der Studienrichtung einfliessen. So sind curriculare Anpassungen, gemeinsame Module mit anderen Studienangeboten, eine stärkere Vernetzung mit ausländischen Hochschulen und ein Ausbau der Unternehmenspartnerschaften geplant.

Die intensive Zusammenarbeit mit den Unternehmen und die konsequente Ausrichtung der Inhalte auf die aktuellen Bedürfnisse der Wirtschaft haben sich als Erfolgsrezept erwiesen. Gestartet ist Digital Business Management mit 36 Studierenden ‒ ab Herbst 2019 sind bereits über 200 Studierende immatrikuliert. Das übergeordnete Ziel, als Fachhochschule aus Graubünden Mehrwert für den Kanton zu schaffen, ist erreicht, wenn es gelingt, von den 84 Prozent ausserkantonaler Studierender die Besten nach dem Studium für eine Karriere in Graubünden zu begeistern.