Wissensplatz Der Letzte macht das Licht aus - FH Graubünden

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Ohne Weiterentwicklung heisst es schnell: «Der Letzte macht das Licht aus!»
Ohne Weiterentwicklung heisst es schnell: «Der Letzte macht das Licht aus!»

Ohne Weiterentwicklung heisst es schnell: «Der Letzte macht das Licht aus!»

Die Automobilbranche erlebt derzeit einen starken Wandel. Rückläufige Führerscheinprüfungen, steigende Carsharing-Angebote, neue Antriebsarten und autonomes Fahren sind nur ein paar Beispiele für die aktuellen Herausforderungen. Ohne sich fortlaufend weiterzuentwickeln, wird man schnell von der Pole Position zum Schlusslicht durchgereicht. Michael Stirnweiss, Verkaufsberater im Porsche Zentrum in Maienfeld, ist sich dessen bewusst, weshalb er sich mit einem Master in «New Business» an der Fachhochschule Graubünden für die gewaltigen Veränderungen in seiner Branche rüsten will.

Text und Bilder: Michael Stirnweiss

Schon seit mehr als zehn Jahren ist Michael Stirnweiss in unterschiedlichen Aufgabenbereichen für die Marke Porsche tätig. Nach seinem Berufseinstieg am Hauptsitz in Stuttgart folgte eine Anstellung bei der Porsche Schweiz AG, dem Importeur aller Porsche Modelle der Schweiz. Nach weiteren drei Jahren wechselte er vom Importeur und der Zentralschweiz in das von der AMAG geführte Porsche Zentrum Maienfeld am Tor der Bündner Herrschaft.

Sie arbeiten seit vielen Jahren in der Automobilbranche. Was fasziniert Sie an dieser Arbeit besonders?
Die Automobilindustrie ist eine sehr abwechslungsreiche Branche. In den letzten Jahren hat sie sich beispielsweise vom Diesel nahezu verabschiedet, die E-Mobilität weiterentwickelt und diverse vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt gebracht. Auch das Konsumverhalten und die Zielgruppen haben sich stark verändert. Mich reizen diese immer neuen Herausforderungen sehr. Ich glaube, heute ist es für ein Unternehmen besonders wichtig, den Markt zu kennen, Trends abzuschätzen und Bestehendes immer wieder weiterzuentwickeln – also «Lebenslanges Lernen» par excellence.

Sie erleben diese Entwicklung seit vielen Jahren beim gleichen Unternehmen. Wie hat sich Porsche diesen Veränderungen gestellt?
Mich fasziniert es, dass ein Auto wie der Porsche 911, der seit 1963 nahezu die gleiche Designsprache besitzt, unter dem Blechkleid auf dem Stand eines Sportwagens aus dem Jahr 2021 ist. Das funktioniert nur, wenn die Ingenieure das Fahrzeug Modelljahr für Modelljahr weiterentwickeln, Innovationen einfliessen lassen und zuvor gewonnene Erkenntnisse umsetzen. Ich bin sehr froh, bei einer Marke beschäftigt zu sein, die sich trotz aller Traditionen nicht nur auf Bestehendes verlässt, sondern auch den Mut besitzt, neue Wege zu gehen. Ich denke, um nachhaltig erfolgreich sein zu können, muss lebenslanges Lernen sowohl für das Unternehmen als auch für jede dort tätige Einzelperson oberste Priorität haben. Ist man dazu nicht bereit, wird es früher als später heissen: «Der Letzte macht das Licht aus!»

Erleben Sie das auch in Ihrem persönlichen Berufsalltag?
Im Porsche Zentrum Maienfeld besteht meine Hauptaufgabe im Verkauf: Dazu gehören der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen, die Abwicklung von Eintauschfahrzeugen, aber auch die Begleitung von diversen Events und Ausfahrten. Eine Besonderheit unserer Marke ist zudem die Betreuung von Kundinnen und Kunden auf den Rennstrecken. Ich spüre dabei, dass ich nicht stehen bleiben darf. Ohne Augen und Ohren offen zu halten, Vergangenes zu betrachten und dabei Positives und Negatives zu analysieren sowie offen für Neues zu sein, geht es in der sich schnell verändernden Automobilbranche nicht.

Michael Stirnweiss sieht im Porschezentrum in Maienfeld für sich Entwicklungspotenzial.

Ist das der Grund, weshalb Sie sich für den Master in Business Administration mit der Vertiefung New Business an der Fachhochschule Graubünden entschieden haben?
Ich habe von meinem Arbeitgeber, der AMAG, die Möglichkeit angeboten bekommen, mich weiterzubilden. Beim Prüfen der verschiedenen Möglichkeiten bin ich auf die Masterstudienrichtung New Business aufmerksam geworden. Sie ergänzt durch die verschiedenen Module mein Studium der Betriebswirtschaftslehre sehr gut. Mein Bachelorabschluss liegt bereits zehn Jahre zurück, weshalb ich sehr gespannt auf die in der Zwischenzeit neu gewonnen Erkenntnisse bin.

Was sind Ihre Erwartungen an diese Masterstudienrichtung in Bezug auf Ihre aktuelle Beschäftigung bei Porsche?
Von der Studienrichtung New Business erhoffe ich mir vor allem, dass ich ein Gespür dafür entwickle, die Chancen und Potenziale neuer Geschäftsideen zu erkennen. Die Erschliessung neuer Märkte oder auch die Internationalisierung interessieren mich ebenfalls sehr. Mein Ziel ist es, mit den Erfahrungen aus dieser Weiterbildung mein Unternehmen dereinst dabei unterstützen zu können, sich erfolgreich weiterzuentwickeln.

Welche Veränderungen beschäftigen Sie in Ihrem Berufsalltag aktuell am meisten?
Im Moment sind die Kundinnen und Kunden der Zukunft und die Überalterung der aktuellen Zielgruppe ein wichtiges Thema bei uns. Kürzlich hat eine von Porsche durchgeführte Marktforschung die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden aus dem Jahr 1990 analysiert und die Bedürfnisse der Kunden für das Jahr 2028 prognostiziert. Das Ergebnis ist sehr interessant. Die Definition von Luxus sowie das Verlangen, einen eigenen Wagen zu besitzen, haben sich deutlich verändert. So sind mittlerweile nur noch 29 Prozent der Jugendlichen bereit, für ein Fahrzeug einen Premiumpreis zu bezahlen. Die neuen Zielgruppen heissen deshalb heute zum Beispiel «driven females» oder «new creative leaders». Darauf richten sich nun die Marke, die Technologie und das Marketing aus. Es wird für uns eine grosse Herausforderung sein, diese Veränderungen mit einem hochpreisigen Sportwagen-Brand künftig umzusetzen.

Sie sind seit vielen Jahren bei Porsche tätig. Woher kommt diese Leidenschaft für das Unternehmen?
Im Prinzip hat nicht dieser Beruf eine grosse Faszination auf mich ausgeübt, sondern meine Faszination für Porsche hat mich zu diesem Beruf gebracht. Porsche Fan war ich schon in meiner Kindheit und diese Begeisterung hält bis heute an. Umso schöner ist es für mich, dass der Traum, für diese Marke arbeiten zu dürfen, Wirklichkeit geworden ist. Meine Faszination wird mich wahrscheinlich immer in dieser spannenden und abwechslungsreichen Branche halten.

Über Michael Stirnweiss
Michael Stirnweiss wurde 1989 in Effeltrich (Nordbayern) geboren. Durch das Praxissemester seines Bachelorstudiums in Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ansbach ist er zur Firma Porsche gestossen. Seine Stationen bei Porsche führten ihn vom After Sales der Porsche Deutschland GmbH in Bietigheim-Bissingen über die Vertriebsabteilung der Porsche Schweiz AG in Rotkreuz ZG zum Porsche Zentrum Maienfeld. Über ein Weiterentwicklungsprogramm der AMAG ist er auf die Masterstudienrichtung «New Business» aufmerksam geworden, die mit Beginn des Herbstsemesters Ende September starten wird.

Beitrag von

Michael Stirnweiss, Verkaufsberater, Porsche Zentrum Maienfeld