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Weiterbildung für Gemeindemitarbeitende funktioniert auch online
Weiterbildung für Gemeindemitarbeitende funktioniert auch online

Weiterbildung für Gemeindemitarbeitende funktioniert auch online

Das Zentrum für Verwaltungsmanagement versteht sich als Drehscheibe und Anlaufstelle für Gemeinden und andere öffentliche Institutionen. Es engagiert sich nicht nur in Form von Beratungs- und Forschungsprojekten, sondern auch stark in der Weiterbildung. In diesem Beitrag berichten Direktbetroffene von den beliebten Tageskursen und deren coronabedingter Umwandlung zu Online-Kursen.

Text: Raphael Wälter, Jürgen Planitzer / Bilder: FH Graubünden

Das Zentrum für Verwaltungsmanagement (ZVM) bietet seit über 20 Jahren Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende von Gemeinden und anderen öffentlichen Institutionen an. Wir orientieren uns bei der Konzipierung des jährlichen Programms an den Bedürfnissen und aktuellen Entwicklungen dieser Akteure. Denn die öffentlichen Aufgaben werden immer komplexer und das zunehmend dynamische öffentliche Umfeld bringt wachsende Anforderungen an den Service public mit sich. Genau für diese neuen Herausforderungen möchten sich sowohl langjährige als auch neue Mitarbeitende von Gemeinden und anderen öffentlichen Institutionen weiterbilden. Mit durchschnittlich 15 Teilnehmenden pro Fachkurs kann das ZVM den Gemeindemitarbeitenden ein lernförderliches Umfeld bieten. Die Teilnehmenden können sich untereinander vernetzen, von eigenen Herausforderungen berichten und Erfahrungen untereinander austauschen.

Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus führten allerdings Mitte März 2020 auch zu Veränderungen im Kurswesen des Zentrums für Verwaltungsmanagement. Die meisten der bis Ende Mai 2020 vorgesehenen Kurse wurden auf den Herbst verschoben und konnten dann tatsächlich physisch vor Ort stattfinden. Der Kurs «Social Media professionell nutzen» und das 3. GemeindeFORUM zum Thema «Digitaler Check für Gemeinden» eigneten sich thematisch hingegen ausgezeichnet für eine reine Online-Durchführung. Damit wurde ein wichtiger Grundstein gelegt, denn nach der Verschlechterung der epidemiologischen Lage mussten die Kurse ab November 2020 nicht mehr verschoben werden, sondern konnten nun digital stattfinden. Daraus ergaben sich auch interessante Fragen: Weshalb besuchen Mitarbeitende von Gemeinden und anderen öffentlichen Institutionen die Kurse und wie reagieren sie auf diese Umstellung? Welche Erfahrungen macht man als Kursleiter und welche Aspekte benötigen besondere Aufmerksamkeit? Zwei Kursteilnehmerinnen, ein Kursteilnehmer und ein Referent geben diesbezüglich gerne Auskunft:

Yvonne Palancon, Assistentin der Dienststelle «Gesellschaft» der Stadt Chur und Teilnehmerin am Kurs «Staats- und Gemeinderecht»

Die Dienst- und Fachstellen der Stadt Chur sind nah an der Gemeindepolitik angesiedelt. In meiner Funktion als Assistentin eines Dienststellenleiters ist es spannend, an so einer Schnittstelle mitzuwirken. Grundlagenkenntnisse im Kantons- und Gemeinderecht des Kantons Graubünden helfen zu verstehen, wie Schnittstellen auf dieser Ebene funktionieren und ineinandergreifen.

Das ZVM setzt erfahrene und professionelle Fachreferierende ein. Ich schätze ihr grosses Wissen auf kommunaler sowie kantonaler Ebene. Als besonders wertvoll empfinde ich den Einblick in andere Gemeindeorganisationen – dank der Beitragsmöglichkeiten der jeweiligen Teilnehmenden. Der Online-Kurs hat auch in Bezug auf die Gruppenarbeiten in separaten virtuellen Räumen bestens funktioniert. Toll wäre der Einbezug zusätzlicher interaktiver Online-Tools, beispielsweise für Whiteboard-Arbeiten.

Marco Schlegel, Leiter Verwaltung der Gemeinde Klosters und Teilnehmer am Kurs «Einführung in das Verwaltungsrecht»

Ich besuche die Kurse, weil ich bisher immer gute Erfahrungen mit der Fachhochschule Graubünden gemacht habe. Die freundlichen, gut ausgebildeten Lehrpersonen/Referierenden vermitteln nicht nur theoretische Grundlagen, sondern vor allem auch Praxisbeispiele. Die Fälle sind abwechslungsreich und auf die Teilnehmenden abgestimmt. Die Online-Durchführungen sind leider auch nach über einem Jahr immer noch gewöhnungsbedürftig. Vor allem fehlt mir der Austausch mit anderen Kursteilnehmenden während der Mittags- und Kaffeepausen.

Erica Cavegn, Vizepräsidentin der Gemeinde Trun und Teilnehmerin an den Kursen «Erfolgreiche Gemeindeführung» und «Staats- und Gemeinderecht»

Als Mitglied einer Gemeindebehörde beginnt man oftmals als Laie ohne Fachwissen. Das ZVM bietet für Behördenmitglieder wie mich ein breites Angebot an Fachkursen, die es den Teilnehmenden ermöglichen, ebensolches Wissen rund um öffentliche Verwaltungen auf- und auszubauen. Die Kurse sind dabei speziell auf die Bedürfnisse von öffentlichen Verwaltungen zugeschnitten und sehr praxisorientiert – genau das, was aktive Behördenmitglieder benötigen und was ich am meisten an diesen Kursen schätze. Zudem bieten die Kurse ein ideales Gefäss, um offene Fragestellungen verschiedenster Gebiete der Gemeindepolitik zu diskutieren und zu klären. Die Online-Durchführungen haben reibungslos funktioniert und waren ebenso gut vorbereitet wie die Präsenzveranstaltungen. Meinerseits ein grosses Kompliment!

Jürgen Planitzer, Referent im Kurs «Problemlösemethoden / Design Thinking»

Die digitale Kursdurchführung bringt einige Vorteile mit sich – dennoch gilt es, die eine oder andere Herausforderung dabei zu meistern. Eine solide Planung und Vorbereitung eines solchen Kurstages sind das A und O. Zum einen ist dies die didaktisch-methodische Vorbereitung, zum anderen aber auch die technische Planung. Für das Gelingen eines Online-Kurses ist es absolut essenziell, dass das Videokonferenztool Webex bei allen Kursteilnehmenden funktioniert und dass man ohne Probleme starten kann. Wir bitten deshalb jeweils die angemeldeten Gemeindemitarbeitenden, Webex und weitere geplante Tools vorgängig zu testen.

Weitere kollaborative Tools sind bei einer Online-Durchführung aus didaktisch-methodischer Sicht unerlässlich, um den Kursteilnehmenden ein abwechslungsreiches Tagesprogramm und auch online möglichst viele Austauschmöglichkeiten zu bieten. Ich setze auf einen Mix aus kurzen Inputreferaten, Erfahrungsaustausch, Breakout Rooms und Übungen. Dabei nutze ich beispielsweise geeignete Tools wie Mural, Miro und Google Docs, damit die Kursteilnehmenden online gemeinsam ihre Erkenntnisse erarbeiten und diese direkt auch visuell aufbereiten können.

Oberstes Ziel ist stets ein digital lernförderliches Klima. Ob dies dank des beträchtlichen Mehraufwands erreicht wird, welche Tools wie gut ankommen und wo noch Verbesserungspotenzial besteht, zeigen am Schluss jeweils die hilfreichen Feedbacks der Kursteilnehmenden. Denn für uns Kursleitende gilt genau dasselbe wie für die Gemeindemitarbeitenden als Kursteilnehmende: Man lernt nie aus.