Projekt Poliwork - FH Graubünden

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PoliWork
Projekt auf einen Blick

Projekt auf einen Blick

Der Milizgedanke und die starke Verankerung der politischen Verantwortung in der breiten Bevölkerung sind tragende Elemente des politischen Systems in der Schweiz – besonders in der Gemeindepolitik. Zunehmend mehr Gemeinden haben Mühe, ihre Gemeindebehörden – seien es Gemeindeexekutiven, -legislativen oder Kommissionen – mit geeigneten Kandidierenden zu besetzen. 

Die Rolle der Arbeitgeber und der Einfluss auf das politische Engagement der Mitarbeitenden in Milizämtern wurde bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Deshalb zielt das Projekt «PoliWork» darauf ab, die Vereinbarkeit von Beruf und Milizengagement vertieft zu untersuchen und eine empirisch-evidenzbasierte Auswahl an Fördermassnahmen zu entwickeln. 

Als Ergebnis soll eine online-basierte «PoliWork-Toolbox» für Unternehmen entwickelt werden, die der Wirtschaft und Zivilgesellschaft neue Impulse in der Förderung des politischen und freiwilligen Engagements verleihen.

Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der FH Graubünden und Andreas Müller (Politconsulting).

«Es braucht Ideen, um massgeschneiderte Individuallösungen zu finden. Gerade darum ist der gewählte Best-Practice-Ansatz, der zu einer Toolbox führt, zielführend.»

Adrian Michel, Economiesuisse

«Die Baloise unterstützt und fördert das schweizerische Milizsystem seit Jahren. Wir motivieren unsere Mitarbeitenden, sich für die Gesellschaft zu engagieren und ermöglichen dies auch mit flexiblen Arbeitsmodellen. Wir erhoffen uns vom Projekt Erkenntnisse, welche es ermöglichen, noch mehr Mitarbeitende für ein Milizamt motivieren.»

Dominik Marbet, Baloise Group

Ausgangslage

Ausgangslage

In den rund 2'200 Schweizer Gemeinden engagieren sich gegen 13'000 Personen in Gemeindeexekutiven und nochmals geschätzte 100'000 Personen in Gemeindeparlamenten, Schulbehörden und Kommissionen. Auf Kantonsebene sind vor allem die Parlamentsmitglieder im Milizamt tätig.

Die Vorteile eines bürgernahen politischen Systems liegen auf der Hand. Zum einen sind gerade auf lokaler und kantonaler Ebene die Politiker/innen nahe an der Lebensrealität der Bürger/innen, zum anderen bringen sie Erfahrungen aus ihrem Berufsleben und ihrem persönlichen Werdegang in die politische Entscheidungsfindung zugunsten der Gemeinschaft ein. Trotzdem haben zunehmend mehr Gemeinden Mühe, ihre Gemeindebehörden – seien es Gemeindeexekutiven, -legislativen oder Kommissionen – mit geeigneten Kandidierenden zu besetzen.

Ein Grund für die Rekrutierungsprobleme in den Gemeinden liegt in der mangelnden Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Milizamt. Die berufliche Belastung und zeitliche Verfügbarkeit hindern viele daran, ein politisches Amt zu übernehmen. Soll das politische Milizsystem in den Gemeinden auch in Zukunft Bestand haben, dürfen sich die persönliche berufliche Entwicklung und ein politisches Engagement nicht ausschliessen. Die Wirtschaft ihrerseits bekennt sich grundsätzlich zum Schweizer Milizsystem und Schweizer Firmen haben vereinzelt bereits Massnahmen und Förderprogramme entwickelt. Diese sollen es den Mitarbeitenden vereinfachen, die Anforderungen von Beruf resp. Familie und Milizengagement zu vereinbaren.

«Wie finden wir die nötigen freiwilligen ZivilschützerInnen und Feuerwehrleute, um auch in Zukunft 365-Tage-24h Schutz der Bevölkerung im ganzen Kanton zu garantieren?»

Markus Feltscher, Gebäudeversicherung Graubünden

«Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die sich auf allen Staatsebenen aktiv beteiligen, bilden das Rückgrat unserer Demokratie. Dabei ist die Mitarbeit im Milizsystem unerlässlich. «PoliWork» fördert das Engagement auf Gemeindeebene (und darüber hinaus), wodurch individuelles Know-How und Berufserfahrungen einfliessen. Dies sorgt für bürgernahe und innovative Politik und eine wichtige Rahmenbedingung für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort Schweiz.»

Yves Weidmann, Interpharma

Projektziel

Projektziel

Jüngst wird die politische Forderung nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Milizamt und der damit verbundene Aufruf nach intensiveren Bemühungen seitens der Unternehmen wieder lauter. Es bestehen jedoch kaum wissenschaftliche Grundlagen zu möglichen Ansätzen und der Wirksamkeit von Fördermassnahmen der Unternehmen. Das Projekt «PoliWork» will hierzu einen Beitrag leisten und anwendungsorientierte Ansätze und Fördermassnahmen entwickeln.

«Miliztätigkeit bringt Expertise aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Von der Vernetzung profitieren unser Gemeinwesen und unsere Wirtschaft gleichermassen. «PoliWork» will mit konkreten Beispielen zeigen, wie die Vereinbarkeit der verschiedenen Verpflichtungen gestärkt werden kann.»

Sven Bisang, Schweizerische Bankiervereinigung

Resultate

Resultate

Zurzeit ist das Projektteam mit den beteiligten Partnern aus der Wirtschaft, den Gemeinden und der Zivilgesellschaft daran, die konzeptionellen Grundlagen für die empirischen Untersuchungen zu entwickeln. Dabei sollen die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen, die Bedürfnisse der Mandatsträger/Funktionäre und «Good Practice-Beispiele» erfasst werden. Die Ergebnisse dienen als Input für die Entwicklung geeigneter Förderansätze und Massnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Milizamt. Sie sollen später in der Online-Toolbox «PoliWork» aufbereitet werden.

«Swiss Life engagiert sich für das Milizsystem. Es fördert das bessere Verständnis zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und ermöglicht einen wertvollen gegenseitigen Wissenstransfer. Wir unterstützen das Projekt «PoliWork», da es Ideen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Milizamt braucht, um das Milizsystem nachhaltig zu stärken.»

Isabel Stucki-Mauderli, Swiss Life

«Swiss Re unterstützt dieses Forschungsprojekt, weil das Milizsystem eine tragende Säule unseres Staatswesens ist. Wir ermuntern unsere Mitarbeitenden, sich für öffentliche Ämter zu bewerben. Jene, die solche Mandate ausüben, wollen wir auch nach Kräften unterstützen. Dieses Projekt verspricht neue Einblicke und Erkenntnisse zu diesem wichtigen Thema.»

Urs Leimbacher, Swiss Re

«Zurich unterstützt das Forschungsprojekt PoliWork, weil uns Engagement für die Gesellschaft wichtig ist und wir die Vereinbarkeit von Beruf und politischem Milizamt fördern wollen.»

Maya Sidler, Zurich

Team

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Weiterführende Information

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