Feier auf der Baustelle
24. September 2026
Beton, Holz und offene Wände prägen derzeit das Bild auf der Baustelle des Fachhochschulzentrums Graubünden. Dank der Arbeit zahlreicher Handwerkerinnen und Handwerker ist der Rohbau nun fertiggestellt. Ein Meilenstein, der am 10. September mit der Aufrichte gefeiert wurde, und zugleich ein Anlass, um jenen zu danken, die den Bau Tag für Tag vorantreiben. Einer von ihnen ist Pedro. Für den jungen Bauarbeiter ist es die erste grosse Baustelle.
«Man muss stolz sein, ganz ehrlich.» Pedro überlegt nicht lange, als er gefragt wird, was es ihm bedeutet, am Fachhochschulzentrum Graubünden mitzuarbeiten. Für den jungen Handwerker ist es eine besondere Baustelle. Nicht nur, weil es sein erstes grosses Bauprojekt war, sondern besonders darum, weil er erst vor ein paar Wochen seine dreijährige Lehre als Maurer abgeschlossen hat. Viele seiner Ausbildungsstunden hat er mit Wandschalungen auf dem Bauplatz des Fachhochschulzentrums verbracht.
Vieles von dem, woran Pedro und seine Kolleginnen und Kollegen gearbeitet haben, wird später kaum mehr zu sehen sein. Wenn Studierende durch die fertigen Räume gehen und Mitarbeitende ihre Arbeitsplätze beziehen, sind die Schalungen bereits entfernt und heute sichtbare Elemente des Rohbaus hinter Wänden und Verkleidungen verschwunden. Noch liegt aber vieles offen – und macht sichtbar, wie viel Handarbeit in das Fachhochschulzentrum fliesst.
Dimensionen, die nicht alltäglich sind
Wer heute durch den Rohbau geht, bekommt eine Vorstellung davon, was hinter einem Bau dieser Grösse steckt. Nicht nur Mengen an Beton, Stahl und Holz, sondern vor allem die Arbeit zahlreicher Menschen. So hat auch Pedro mit seinen Schalungsarbeiten einen wesentlichen Teil beigetragen. Neben ihm sind zahlreiche weitere Fachleute involviert – und ihre Aufgaben greifen ineinander. Sie müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ihre Arbeiten koordinieren. Rina, eine Zimmerin, die sich vor allem mit der Holzarbeit am Fachhochschulzentrum beschäftigt, beschreibt genau diese Abstimmung als eine der Herausforderungen. Je mehr Menschen an einem Projekt beteiligt sind, desto wichtiger wird die Kommunikation. Informationen müssen zuverlässig dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Auch für sie ist die Mitarbeit am Fachhochschulzentrum besonders: «Hier ist kein Balken wie der andere. Alles ist ein bisschen speziell, und so soll es auch sein.»
Bau auf Kurs
Die Aufrichtefeier hat den Baustellenalltag für einen Moment unterbrochen. Für Kantonsbaumeister Andreas Kohne ein wichtiger Anlass. Nicht nur, weil der fertige Rohbau gefeiert werde. Ihm sei es ein Anliegen, die Handwerkerinnen und Handwerker, die täglich wichtige Arbeit leisten, an diesem Tag in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Gedanke, der sich während der Feier auch durch die weiteren Wortmeldungen zieht. Baudirektorin Carmelia Maissen bezeichnet die Aufrichte ausdrücklich als Tag der Handwerkerinnen und Handwerker und dankt ihnen für ihren Einsatz. Auch Bildungsdirektor Jon Domenic Parolini würdigt die bisher geleistete Arbeit und zeigt sich besonders vom verbauten Bündner Holz beeindruckt.
Anlass zum Feiern gibt auch der Stand des Projekts: Nach offiziellen Angaben ist der Bau auf Kurs, sowohl beim Zeitplan als auch bei den Kosten. Ein Zwischenerfolg, der ohne engagierte Handwerkerinnen und Handwerker, wie Rina, Pedro und ihre Teams, nicht möglich gewesen wäre. Für Pedro ist klar: «Wenn man will, dann schafft man es. Und wir haben es geschafft.»
Von Plänen, Sitzungen und Diskussionen in den Rohbau
Auch für die künftigen Nutzerinnen und Nutzer nimmt das Fachhochschulzentrum immer konkretere Formen an. Mirco Blöchlinger vertritt im Bauprojekt gemeinsam mit weiteren Personen die Interessen der Fachhochschule Graubünden. Lange bestand das Fachhochschulzentrum für ihn vor allem aus Plänen, Sitzungen und Diskussionen. Nun im Rohbau zu stehen, sei etwas anderes. Auf den Plänen habe man zwar gewusst, dass das Gebäude gross werde. Welche Dimensionen es tatsächlich hat, werde einem aber erst bewusst, wenn man darinstehe, so der Wissenschaftliche Projektmitarbeiter am Institut für Bauen im alpinen Raum der FH Graubünden.
Bis der Hochschulalltag einkehrt, ist noch einiges zu tun
Ab Herbstsemester 2028 sollen im Fachhochschulzentrum Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende verschiedener Fachbereiche zusammenkommen. Die räumliche Nähe soll Begegnungen erleichtern und die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg fördern. So soll aus der heutigen Baustelle ein Ort für Studium, Forschung und Austausch werden. Doch so weit ist es noch nicht: Noch immer wird gebohrt, montiert und am Rohbau weitergebaut. Für Kantonsbaumeister Andreas Kohne steht dabei vor allem im Vordergrund: dass die Arbeiten weiterhin termingerecht, qualitätsgerecht und vor allem unfallfrei verlaufen.
Bis zur Inbetriebnahme wird von Rinas und Pedros Arbeit vieles nicht mehr gross zu sehen sein. Die Schalungen werden entfernt, die Wände fertig und die Baustelle Geschichte sein. Sie werden aber wissen, was dahintersteckt. Für sie bleibt das Fachhochschulzentrum die erste grosse Baustelle – und eine, auf die sie noch lange stolz zurückblicken dürften.



Dateien
- Aufrichte_FHZGR.jpgDie Fertigstellung des Rohbaus wurde vor Kurzem mit einem Aufrichtefest gefeiert.
- Aufrichte_FHZGR_Rede.jpgGute Wünsche für die Zukunft wurden gesprochen.
- Aufrichte_FHZGR_Fest.jpgZum Dank an die engagierten Handwerkerinnen und Handwerker wurde die Aufrichte gefeiert.
Fachhochschule Graubünden
Als Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset prägt sie die Zukunft. Die Studienangebote orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre über 2500 Studierenden in Aus- und Weiterbildung entwickelt sie zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Die Hochschule bietet Angebote in den Bereichen «Architektur, Bauingenieurwesen und Tourismus», «Medien, Technik und IT», «Wirtschaft, Dienstleistung und Informationswissenschaft» sowie «Gesundheit». In ihrer inter- und transdisziplinären Forschung konzentriert sie sich auf die Themen Angewandte Zukunftstechnologien, Entwicklung im alpinen Raum und Unternehmerisches Handeln. Mit ihren Tätigkeiten trägt die FH Graubünden zum Erfolg und zur Wettbewerbsfähigkeit von Individuen, Institutionen und Regionen bei. Dafür ist sie in der Region verankert, in der Schweiz von Bedeutung und strahlt international aus. fhgr.ch

