Entdecken Sie Forschungsergebnisse und Einblicke in die Forschung der FH Graubünden.
Publikationen aus der Forschung
Unsere Forschenden aus den verschiedenen Instituten und Zentren erarbeiten in Kooperation mit Wirtschaftspartnerinnen und -partner sowie Institutionen wissenschaftlich fundierte, innovative Lösungen. Diese Forschungstätigkeiten werden in wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert. All diese Forschungspublikationen finden Sie in unserer Publikationsdatenbank.
Einblicke in die Forschung
Einen Überblick über die Forschungstätigkeiten der FH Graubünden gibt die Publikation «Einblicke in die Forschung», welche jährlich erscheint.
Vernetzt forschen – Zukunft gestalten
Ausgabe Mai 2026
Forschung an der Fachhochschule Graubünden ist von Anwendungsorientierung, regionaler Verankerung und nationaler Vernetzung geprägt. Sie entsteht dort, wo wissenschaftliche Fragestellungen auf konkrete Herausforderungen aus Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern werden Lösungen entwickelt. Forschung an Hochschulen entsteht selten im Alleingang: Sie entwickelt sich im Dialog zwischen Disziplinen, Institutionen, Regionen und Menschen. Netzwerke sind dabei nicht nur unterstützende Strukturen, sondern ein zentraler Bestandteil des Forschungsverständnisses der FH Graubünden.
Die aktuelle Publikation «Einblicke in die Forschung» macht diese Vernetzung sichtbar. Sie zeigt exemplarisch, wie Forschungsprojekte an der FH Graubünden entstehen: interdisziplinär, praxisnah und in engem Austausch mit externen Partnerinnen und Partnern. Die Beiträge verdeutlichen, dass Innovation dort entsteht, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und Wissen gemeinsam weiterentwickelt wird.
Für die FH Graubünden bedeutet dies, ihre Rolle nicht nur als Wissensproduzentin zu verstehen, sondern auch als aktiver Knotenpunkt in regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken. Die Fachhochschule nimmt diese Rolle bewusst wahr: Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit den Bedürfnissen von Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Hand und schafft damit Räume, in denen neue Ideen entstehen, die gemeinsam weiterentwickelt werden können. Sie ermöglichen es, Forschungsergebnisse nicht nur zu generieren, sondern auch gezielt in Anwendung zu bringen und damit einen konkreten Nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft zu schaffen. Gerade in Zeiten zunehmender Komplexität können innovative Lösungen selten von einzelnen Akteurinnen und Akteuren allein entwickelt werden. Erst im Zusammenspiel verschiedener Perspektiven entsteht jene Vielfalt an Ideen, die Forschung wirkungsvoll und relevant macht. Als regional verankerte Hochschule trägt die FH Graubünden damit unmittelbar zur Entwicklung des Standorts Graubünden und darüber hinaus bei.
Die Beiträge in dieser Publikation geben einen Einblick in die von der FH Graubünden genutzten Netzwerke. Sie zeigen auf, wie Kooperationen die Forschung bereichern, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Fragen hervorbringt und wie Partnerschaften mit Praxisakteuren dazu beitragen, Erkenntnisse in konkrete Anwendungen zu überführen. Gleichzeitig verdeutlichen sie, dass erfolgreiche Netzwerke nicht zufällig entstehen: Solche Netzwerke basieren auf Offenheit, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Anspruch, Wissen verantwortungsvoll zu entwickeln und zu teilen.
Damit versteht sich diese Publikation nicht nur als Dokumentation einzelner Forschungsprojekte, sondern auch als Einladung – eine Einladung, Forschung als gemeinschaftliches Unterfangen zu begreifen und Netzwerke als zentrale Ressource zu pflegen und weiter auszubauen. Denn dort, wo Menschen, Ideen und Institutionen miteinander verbunden sind, entsteht der Raum für Innovation.
Wir laden Sie herzlich ein, die Vielfalt der Forschungsaktivitäten der FH Graubünden kennenzulernen und die Bedeutung von Netzwerken für eine zukunftsorientierte Hochschulforschung zu entdecken.
Forschung und Innovation für die Zukunft sichern
Ausgabe Mai 2025
Die Forschung bildet das Rückgrat einer zukunftsorientierten Gesellschaft und Wirtschaft. Die geplanten Sparmassnahmen im Rahmen des Entlastungspakets des Bundes werfen allerdings Fragen in Bezug auf die zukünftige Ausrichtung und Finanzierung der Forschung an den Hochschulen auf.
Die vom Bundesrat ab 2027 geplanten Sparmassnahmen stellen die Hochschulen vor erhebliche Herausforderungen. Die dabei vorgesehene Reduktion der nationalen Budgets – darunter jenes des Schweizerischen Nationalfonds und der Innosuisse – würde die internationale Spitzenposition des schweizerischen Forschungs- und Innovationsraums stark gefährden und hätte gravierende Auswirkungen auf die Hochschulen und die Wirtschaft. Diese Kürzungen drohen nicht nur die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit massiv zu beeinträchtigen, sondern auch das Rückgrat einer zukunftsorientierten Gesellschaft und Wirtschaft – und dies gerade in einer Zeit, die durch bedeutende Herausforderungen durch geopolitische, wirtschaftliche und klimatische Veränderungen.
Eine exzellente und zukunftsfähige Forschung erfordert langfristige und strategisch gesicherte Finanzierungen. Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass Bund und Kantone gemeinsam die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um die Forschung und die daraus resultierenden Innovationen zu unterstützen. Nur so kann die Spitzenposition der Schweiz in den Bereichen Forschung und Innovation langfristig gesichert werden. Die Fachhochschule Graubünden verfolgt die politische Entwicklung aufmerksam und arbeitet daran, Lösungen und Vorschläge zu entwickeln, um die drohenden Auswirkungen bestmöglich abzufedern.
Fachhochschulen spielen eine wesentliche Rolle in der schweizerischen Innovationslandschaft. Sie wirken als wichtige Verbindungsglieder zwischen der akademischen Grundlagenforschung und der Praxis in Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser praxisorientierte Ansatz ermöglicht es ihnen, schnelle und zielgerichtete Lösungen für aktuelle Herausforderungen bereitzustellen. Eine Reduktion der finanziellen Mittel könnte die Fähigkeit der Fachhochschulen, innovative Projekte zu initiieren und umzusetzen, erheblich beeinträchtigen.
Auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) ohne eigene Forschungsabteilungen sind auf praxisnahe Forschungsergebnisse angewiesen und könnten am stärksten darunter leiden. Ihnen droht der Verlust einer bedeutenden Ressource, die wesentlich zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsstärke beiträgt. Weniger Forschung bedeutet hier zwangsläufig weniger Wissenstransfer und somit ein verringertes Potenzial für innovative Produkte und Dienstleistungen, die auf dem globalen Markt bestehen können. Dies hätte unmittelbare negative Auswirkungen auf die Innovationskraft der gesamten Schweizer Wirtschaft.
Mit dieser Publikation möchten wir ein Bewusstsein für die Bedeutung unserer Forschungsaktivitäten schaffen. Sie erhalten Einblicke in laufende Projekte und können sich ein eigenes Bild davon machen, welchen Mehrwert unsere Forschung für die regionale, nationale und internationale Entwicklung generiert. An dieser Stelle möchte ich allen Forschenden der Fachhochschule Graubünden herzlich danken. Ihre engagierte Arbeit und ihre Innovationskraft sind entscheidend, um auch in schwierigen Zeiten die Forschungsstärke und Zukunftsfähigkeit der FH Graubünden nachhaltig zu sichern.
Es ist nun entscheidend, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten, um auch künftig eine leistungsstarke, innovative und international wettbewerbsfähige Forschungslandschaft sicherzustellen.
Zukunftsweisende Reallabore – ein Leuchtturmprojekt der Fachhochschule Graubünden
Ausgabe Mai 2024
In einer Zeit, in der die Gesellschaft vor immer komplexeren Herausforderungen steht, gewinnt die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und praktischen Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Die FH Graubünden hat diesen Bedarf erkannt und mit der Einführung von Reallaboren in allen drei Sprachregionen des Kantons Graubünden einen entscheidenden Schritt zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Regionalentwicklung unternommen. Diese Initiative repräsentiert ein innovatives Modell der Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Gesellschaft und Wirtschaft, das darauf abzielt, nachhaltige Lösungen für alpine Lebensräume zu entwickeln.
Mit der Gründung der ersten Reallabore in der Surselva und im Bergell im Frühjahr 2022, gefolgt von weiteren Eröffnungen in San Bernardino und Davos im Sommer 2023, hat die FH Graubünden ihre physische Präsenz in den Regionen verstärkt. Die Reallabore haben sich nicht nur als Plattformen für innovative Projekte etabliert – sie haben sich auch als Katalysatoren für den gesellschaftlichen Wandel und die Regionalentwicklung erwiesen.
Die Erfolge dieser Initiative sind vielfältig und beeindruckend. Die Einführung von E-Tuk-Tuks in der Surselva als Lösung für die Mikromobilität, die Förderung des Community-Buildings im Bergell, die Durchführung von Veranstaltungen wie «La Bregaglia femminile» und eine Tagung zum Thema «Zukunft Berggebiet: im Aufwind der nachhaltigen Entwicklung» in Klosters verdeutlichen die Bandbreite und den Impact der Arbeit der Reallabore. Diese Projekte spiegeln das tiefe Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der alpinen Regionen wider und demonstrieren das Potenzial der transdisziplinären Forschung (wissenschaftlichen Forschung unter Einbezug gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aspekte).
Eine der Schlüsselkomponenten des Erfolgs der Reallabore ist die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und den regionalen Akteuren, die es ermöglicht, Forschung auf Augenhöhe zu betreiben. Diese personengebundene Verwurzelung vor Ort garantiert, dass die entwickelten Lösungen nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch in der Praxis umsetzbar und an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind. Durch diese Herangehensweise werden die Reallabore zu echten Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Praxis.
Die Reallabore der FH Graubünden stehen exemplarisch für angewandte, transdisziplinäre Forschung, indem Wissenschaft nicht isoliert von der Gesellschaft stattfindet, sondern integraler Bestandteil der Regionalentwicklung und des gesellschaftlichen Fortschritts ist. Die rechtliche und finanzielle Unterstützung dieser Initiative durch individuelle Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden und Regionen sowie die angestrebte zusätzliche finanzielle Förderung sind ein Beleg für das gemeinsame Engagement und den Glauben an das Poten zial der Reallabore, einen nachhaltigen Einfluss auf die Regionen Graubündens auszuüben.
Die Reallabore der FH Graubünden sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie durch die Verschmelzung von Forschung und Praxis echte, nachhaltige Lösungen für einige der drängendsten Probleme unserer Zeit gefunden werden können. Sie sind ein Beweis dafür, dass durch Innovation, Kooperation und den Mut, neue Wege zu gehen, eine bessere Zukunft für alle erreichbar ist.
ChatGPT in der Forschung
Ausgabe Mai 2023
Spätestens seit Ende des letzten Jahres sorgt ChatGPT anhaltend für Aufsehen. ChatGPT ist ein neues – selbstständig lernendes – maschinelles Sprachmodell (Large Language Model, LLM). Seit der Veröffentlichung von ChatGPT hat sich gezeigt, dass diese Art der künstlichen Intelligenz (KI) auch enorme Auswirkungen auf die Forschung und die Forschenden haben wird. Auch wir als Fachhochschule Graubünden kommen nicht darum herum, uns mit den Möglichkeiten, Herausforderungen und Gefahren von LLMs in der Forschung auseinanderzusetzen.
ChatGPT hat das Potenzial, durch das Verständnis von Sprache und Texten auf menschenähnliche Weise zu interagieren und damit ein wertvolles Werkzeug für die Wissenschaft zu werden. So können grosse Mengen an Text- und Datenmaterial in kürzester Zeit durchsucht und analysiert und Trends in Daten erkannt werden. Zudem kann ChatGPT die automatisierte Textgenerierung unterstützen, indem es Berichte, Zusammenfassungen, Abstracts und andere wissenschaftliche Texte auf der Grundlage auffindbarer Daten erstellt.
Die Gefahr von LLMs ist, dass die Qualität und die Reproduzierbarkeit der Forschung beeinträchtigt werden. LLMs produzieren Texte, die zwar überzeugend daherkommen, doch oftmals auch falsch sind. Wissenschaftliche Fakten können verzerrt werden und zu Fehlinformationen führen. Dies rührt einerseits daher, dass es nicht transparent ist, auf welche Daten zugegriffen wird, und andererseits daher, dass LLMs nicht in der Lage sind, die Relevanz der Informationen zu beurteilen und zwischen glaubwürdigen und weniger glaubwürdigen Quellen zu unterscheiden. Forschende laufen somit Gefahr, durch falsche oder voreingenommene Informationen in die Irre geführt zu werden und solche (Fehl-) Informationen in ihre Arbeiten einzubeziehen. LLMs können als Autoren nicht zur Rechenschaft gezogen werden – die Verantwortung liegt also weiterhin bei den Forschenden. Dies ist besonders dann problematisch, wenn durch LLMs reproduzierte Texte die Originalquellen nicht zuverlässig zitieren und somit für Forschende nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten kaum zu beurteilen sind.
Abgesehen von ethischen Bedenken in Bezug auf den Umgang mit solchen Daten besteht die Herausforderung bei der Verwendung von ChatGPT in der Forschung darin, sicherzustellen, dass die Ergebnisse zuverlässig und wissenschaftlich fundiert sind. Expertengesteuerte Faktenüberprüfungen und Verifizierungsprozesse werden damit in Zukunft noch wichtiger
Als FH Graubünden glauben wir, dass der Einsatz von LLMs in der Forschung unvermeidlich ist und nützlich sein kann. Es ist jedoch unerlässlich, dass wir eine Diskussion über die Auswirkungen dieser disruptiven Technologie führen. Das Potenzial von LLMs soll ausgeschöpft werden, doch gleichzeitig ist sicherzustellen, dass wir ethisch und verantwortungsvoll handeln. Der Einsatz von KI wird die Wissensgenerierung beschleunigen – für eine innovative Forschung werden Kreativität, Originalität und kritisches Denken jedoch weiterhin wesentlich und erfolgsentscheidend sein.

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