Abschlussarbeiten erhalten «Best of Bachelor»-Preis
13. Juli 2026
Vier Absolventen des Studiums Bauingenieurwesen der Fachhochschule Graubünden sind mit dem «Best of Bachelor»-Preis ausgezeichnet worden. Der Fachrat Bau würdigt damit ihre herausragende Bachelorarbeit, die zu den besten Abschlussarbeiten unter Schweizer Fachhochschulen zählt.
Der «Best of Bachelor»-Preis wird alle zwei Jahre vom Fachrat Bau an Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Bauingenieurwesen und Holztechnik verliehen. Für die aktuelle Auszeichnung waren insgesamt 512 Absolventinnen und Absolventen Schweizer Fachhochschulen aus den Abschlussjahrgängen 2024 und 2025 teilnahmeberechtigt. Pro Fachhochschule und Jahrgang wurden jeweils zwei Bachelorarbeiten nominiert. Von Seiten FH Graubünden waren dies Gian-Reto Jenny (Andeer, GR) und Kevin Moar Rana (Bonaduz, GR) für das Abschlussjahr 2024, sowie Rouven Inauen (Appenzell, AI) und Dominic Müller (Balgach, St.Gallen) für 2025. «Die nominierten Arbeiten unserer Bauingenieurstudierenden zeichnen sich durch ihre hohe Qualität und die Umsetzbarkeit aus», zeigt sich Prof. Dr. Imad Lifa, Institutsleiter an der FH Graubünden und Mitglied des Fachrats Bau, stolz auf die Leistung «seiner» Studierenden.
RhB-Brücke im Schanfigg
Als Vertreter des 2024er Jahrgangs wurde die Bachelorarbeit von Gian-Reto Jenny mit einem «Best of Bachelor»-Preis und einem Preisgeld von 500 Franken geehrt. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit der Frauentobelbrücke auf der Bahnstrecke Chur–Arosa. Die Herausforderungen bestanden einerseits darin eine neue Brücke zu entwerfen und andererseits in der Lage in einem Rutschhang. Nach der Erarbeitung von sechs verschiedenen Optionen und einer Sensitivitätsanalyse entschied Jenny sich für eine ästhetisch anspruchsvolle Variante: Für einen unterspannten Stahlbetontrogträger. Im Brückenhauptfeld führte er die Bemessung und erforderlichen Nachweise samt Plausibilisierungen durch, entwarf den Bauablauf und schätzte die Kosten. «Inspiriert von meinem Vater und begeistert von der Vielseitigkeit sowie der Verantwortung des Bauingenieurberufs entschied ich mich nach der Bauzeichnerlehre für das Studium zum Bauingenieur», sagt Jenny. Auch sein Studienkollege Kevin Moar Rana war in der Disziplin Geotechnik angetreten und erhielt die Auszeichnung «Best of Bachelor». Seine Abschlussarbeit befasste sich mit Schäden im Gotthard-Strassentunnel. Sie zeigt auf, dass der Bau der zweiten Gotthard-Tunnelröhre höchstwahrscheinlich die Schäden an der bestehenden Röhre verursacht hat und schlägt als Lösung Entlastungsbohrungen vor, um Spannungen im Gestein zu reduzieren und künftige Schäden zu vermeiden.
Hochwasserschutz im Weisstannental
Einen «Best of Bachelor»-Preis 2025 und ein Preisgeld von 500 Franken holte sich der FHGR-Vertreter Dominic Müller. Seine Bachelorarbeit befasste sich mit dem Hochwasserschutz im Weisstannental. Aufgrund von Geschiebetransport, Schwemmholzanfall und Schlammlawinen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Ausuferungen und Schäden im Dorf Weisstannen. Er wägte zwischen zwei Varianten ab. Das Konzept «Durchleiten» führte er zur Ausführungsreife. Hierfür passte er das Gerinne an, entwarf den Neubau einer querenden Brücke und beschäftigte sich mit Werkleitungsumlegungen und Strassenanpassungen. Seine Berechnungen kalibrierte er an einem früheren Schadensereignis. Das Projekt kann für das Bewilligungsverfahren vorbereitet werden. «Ich habe mich für das Bauingenieurstudium entschieden, da es eine grosse Vielfalt an Vertiefungsrichtungen bietet und einen abwechslungsreichen Berufsalltag zwischen der Projektierung im Büro und der Realisierung auf der Baustelle ermöglicht», erklärt Müller. Der zweite FHGR-Vertreter mit Abschlussjahr 2025 und «Best of Bachelor»-Preisträger war Rouven Inauen. Für seine Arbeit hat er eine 100 Meter lange Langsamverkehrsbrücke über den Rhein geplant, die harmonisch auf die bestehende Rheinbrücke Tamins abgestimmt ist. Als wirtschaftliche und nachhaltige Lösung entwickelte er einen stählernen Zweigelenkbogen und berücksichtigte sowohl den Bauablauf als auch den Transport der Bauelemente. Die Studierenden wurden am 19. Juni 2026 im Landesmuseum in Zürich ausgezeichnet.
Wer hier bauen kann, kann überall bauen
Im interdisziplinären Bauingenieurstudium der FH Graubünden konzipieren, entwerfen und planen die Studierenden Bauwerke des Hoch-, Tief-, Verkehrswege- und Wasserbaus. In diesem Bachelorstudium vertiefen sie sich im konstruktiven Ingenieurbau oder im alpinen Infrastrukturbau / Naturgefahren und werden Bauingenieurin respektive Bauingenieur mit international gefragten Kompetenzen zum Bauen im alpinen Raum. Mit Beginn des Herbstsemesters 2026 wird zudem ein Masterstudiengang in Bauingenieurwesen angeboten.
Weitere Details
- Bachelorstudium Bauingenieurwesen an der FH Graubünden: fhgr.ch/bauing
- Masterstudium Bauingenieurwesen an der FH Graubünden: fhgr.ch/mse-civil-engineering
- «Best of Bachelor» des Fachrats Bau: www.ing-ch.ch/best-of-bachelor

Weitere Auskünfte

Dateien
- fhgr-news-Best_of_Bachelor.jpgGewinnerinnen und Gewinner des «Best of Bachelor»-Preises an der Auszeichnung in Zürich.
Fachhochschule Graubünden
Als Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset prägt sie die Zukunft. Die Studienangebote orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre über 2500 Studierenden in Aus- und Weiterbildung entwickelt sie zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Die Hochschule bietet Angebote in den Bereichen «Architektur und Bauingenieurwesen», «Medien, Technik und IT» sowie «Wirtschaft, Dienstleistung und Informationswissenschaft» an. In ihrer inter- und transdisziplinären Forschung fokussiert sie auf die Themen angewandte Zukunftstechnologien, Entwicklung im alpinen Raum und unternehmerisches Handeln. Mit ihren Tätigkeiten trägt die FH Graubünden zum Erfolg und zur Wettbewerbsfähigkeit von Individuen, Institutionen und Regionen bei. Hierfür ist sie in der Region verankert, in der Schweiz von Bedeutung und strahlt international aus. fhgr.ch

