Innovators Challenge
Die Innovators Challenge der FH Graubünden bringt mutige Köpfe zusammen: Studierende aller Bachelor- und Masterstudiengänge, Unternehmen und FHGR-Coaches arbeiten ein Semester lang gemeinsam daran, innovative Ideen zu erfolgreichen marktfähigen Lösungen zu entwickeln. Cristian Ritacco ist Innovation and Project Manager beim Industrieunternehmen SFS. Als Wirtschaftspartner war SFS bereits einige Male Teil der Innovators Challenge. Herr Ritacco spricht mit uns über seine Erfahrungen.
Interview: Kerstin Klein / Bilder: FH Graubünden, zVg
Herr Ritacco, warum hat SFS sich dazu entschieden, Teil der Innovators Challenge zu sein?
Wir schätzen die Zusammenarbeit mit der FH Graubünden, weil sie uns die Möglichkeit gibt, gemeinsam mit den Studierenden und Coaches neue Perspektiven für konkrete Fragestellungen zu gewinnen. Solche Projekte bringen frische Ideen, einen offenen Blick und oft auch einen starken Innovationsspirit mit sich.
Wie nehmen Sie die Zusammenarbeit wahr?
Offen, engagiert und sehr bereichernd. Der Austausch mit Studierenden und Coaches liefert neue Denkanstösse und eröffnet oftmals Perspektiven, die im Alltag nicht sofort sichtbar sind.

Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt nicht das eine Projekt, das besonders heraussticht, weil jedes Projekt auf seine Art einen speziellen Mehrwert generiert hat. Dieser Mehrwert zeigte sich sowohl in der Zusammenarbeit mit den Beteiligten als auch in den konkreten Ergebnissen. Gerade im Innovationsmanagement ist es für mich wichtig, dass man aus jedem Schritt etwas mitnimmt. Auch Fehler und Umwege haben ihren Wert, weil sie neue Erkenntnisse liefern und uns helfen, Lösungen weiterzuentwickeln – ganz im Sinne des Design-Thinking-Ansatzes.
Sie haben unterschiedlichste Problemstellungen mit zur Innovators Challenge gebracht – vom Social Engineering zur datenbasierten Vertriebsoptimierung. Im letzten Semester handelte es sich um die Integration von AR/VR zur Erleichterung des Verkaufsprozesses. Wovon haben Sie am meisten profitiert?
Im Rahmen der Innovators Challenge haben wir verschiedene Themen und Fragestellungen bearbeitet, insbesondere rund um Innovation, neue Lösungsansätze und mögliche Weiterentwicklungen. Meistens haben wir dabei versucht, kundenbezogene Problemstellungen mit den Studierenden und Coaches zu besprechen und zu lösen. Besonders wertvoll ist bei solchen Gesprächen, dass komplexe Themen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden.
Was ist mit früheren Innovators-Challenge-Projekten passiert?
Frühere Projekte haben bei uns vor allem als wichtige Impulsgeber gewirkt. Nicht jede Idee wird direkt umgesetzt, aber viele Ansätze fliessen in interne Diskussionen und weitere Überlegungen ein.
Was macht die Innovators Challenge aus Ihrer Sicht besonders?
Das Besondere an der Innovators Challenge ist für mich die Verbindung von Hochschule und Unternehmen in einem praxisnahen Format. Die Kombination aus wissenschaftlichem Denken, Kreativität und unternehmerischer Perspektive macht das Format sehr wertvoll.


Acht Challenges – acht reale Innovationsvorhaben
Die Studierenden arbeiteten während zwei Semestern an anspruchsvollen Innovationsfragen aus der Wirtschaft:
- Hilcona – Alternative Trade Channels für Frischeprodukte
- Landqart – Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
- Thinking Services – AI-first beim Unternehmensaufbau
- Frars Berther – Zukunftssicherung eines lokalen Betriebes
- Synbone – Vom eCommerce zur Community-Plattform
- ERBO Spraytec – Automatisierung der Reinigung von Industrieanlagen
- SFS – AR/VR im Verkaufsprozess für Logistiksysteme
- Eagleshot – Dashboard für Umweltmonitoring
Der Publikumspreis 2026 ging an ERBO Spraytec und das Projekt «Automatisierung der Reinigung von Industrieanlagen». Das Team beschäftigte sich mit der Frage: Was tun, wenn Produktionsinfrastruktur rund um die Uhr laufen sollte, aber regelmässig für mehrere Stunden zu Reinigungszwecken stillgelegt werden muss? Nach einer Vor-Ort-Inspektion entwickelte das Team eine Bandbreite an Lösungsansätzen – von innovativen Beschichtungen bis hin zu einem wurmartigen Reinigungsroboter. Die Vielfalt der Ideen wurde dabei zum eigentlichen Knackpunkt: Die Ansätze waren so innovativ, dass ein direkter Kosten-Nutzen-Vergleich kaum möglich schien. Die Lösung? Ein detaillierter Entscheidungsbaum, erarbeitet in Zusammenarbeit mit ERBO Spraytec. Damit verfügt das Unternehmen nun nicht nur über eine Antwort für einen spezifischen Produktionsturm, sondern über eine flexible Methodik, um künftig jede Lösung individuell auf ihre Effektivität und Effizienz hin zu bewerten.
Beitrag von
Kerstin Klein, Wissenschaftliche Projektleiterin, Schweizerisches Institut für Entrepreneurship