Projekt auf einen Blick
amea ist ein vollelektrischer, hangtauglicher Geräteträger, der anspruchsvolle Arbeiten an Hängen sicher, effizient und zunehmend autonom erledigt. Die in Graubünden entwickelte Maschine verbindet Elektromobilität, Robotik und intelligente Sensorik. Sie richtet sich insbesondere an Berglandwirtschaft, Gemeinden, Strassenunterhalt und Bahnbetriebe, überall dort, wo Menschen heute körperlich belastende oder gefährliche Arbeiten in steilem Gelände ausführen.
Projekt
Autonome, vollelektrische Landwirtschaftsmaschine – AMEALead
Schweizerisches Institut für Entrepreneurship (SIFE) Mehr über Schweizerisches Institut für Entrepreneurship (SIFE)Projektleitung
Ospelt Tanja Mehr über Ospelt TanjaBeteiligte
Ostschweizer Fachhochschule
Entwicklungspartner altatek GmbH
Rhätische Bahn AGForschungsfelder
Bauen im alpinen Raum Mehr über Bauen im alpinen Raum Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization und Simulation Mehr über Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization und SimulationDauer
August 2025 - September 2027
Ausgangslage
Während Automatisierung und Elektrifizierung in der Landwirtschaft im Flachland rasch voranschreiten, sind Lösungen für steiles und rutschiges Gelände deutlich anspruchsvoller. In der Berglandwirtschaft müssen immer weniger Arbeitskräfte grössere Flächen bewirtschaften. Auch Gemeinden, der Strassenunterhalt und Bahnbetriebe mähen Böschungen und Hänge oder räumen im Winter Flächen und Perrons. Viele dieser Arbeiten werden heute mit handgeführten Maschinen ausgeführt und sind körperlich anstrengend sowie mit Unfallrisiken verbunden.
altatek GmbH aus Tenna hat deshalb gemeinsam mit Forschungspartnern den amea entwickelt – einen automatisierten multifunktionalen Einachser mit elektrischem Antrieb. Ein funktionsfähiger Prototyp wurde bereits unter realen Bedingungen an Hängen und auf hügeligen Flächen getestet. Eine besondere technische Lösung ist die patentierte Regelung über eine verschiebbare Radachse beziehungsweise Schwerpunktverlagerung. Sie erhöht die Stabilität in Steillagen und ermöglicht, den Geräteträger ohne ständigen körperlichen Eingriff zu betreiben.
Für das autonome Arbeiten kombiniert amea ein Teaching-Verfahren mit Sensorik. Eine Fläche wird zunächst eingelernt; bei späteren Einsätzen kann die Maschine die gespeicherten Fahrwege selbstständig abfahren. Sensoren überwachen die Umgebung und sollen neue Hindernisse erkennen. Die Sicherheits-Sensorik ist zentral: Wird ein Hindernis erkannt, muss die Maschine reagieren und das Arbeitsgerät sicher stoppen. Neben dem autonomen Betrieb ist eine Bedienung per Fernsteuerung oder Handgriff vorgesehen.
Der elektrische Antrieb reduziert lokale Emissionen und Lärm. Gleichzeitig vereinfacht er den Antriebsstrang und kann Wartungsaufwand reduzieren. Dank verschiedener Anbaugeräte soll amea nicht nur mähen und mulchen, sondern künftig auch weitere Arbeiten übernehmen. Damit entsteht eine multifunktionale Plattform für die digitale und ressourcenschonende Bewirtschaftung anspruchsvoller Flächen.
Projektziel
Ziel des Projekts ist der Schritt vom erfolgreich getesteten Prototyp zur serienreifen und kommerziell einsetzbaren Maschine. In Feldtests mit Anwendungspartnern sollen technische Robustheit, Bedienbarkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und der konkrete Nutzen im Arbeitsalltag nachgewiesen werden.
Zwischenstand
Die technische Machbarkeit ist mit dem bestehenden Prototyp nachgewiesen. Für die nächste Phase wird eine Nullserie aufgebaut und mit Pilotkunden getestet. Die Rhätische Bahn hat zugesichert, zwei Maschinen zu beschaffen und auf ihrem Streckennetz einzusetzen. Parallel werden Sensorik, Benutzeroberfläche, Multifunktionalität sowie Fertigungs- und Montageprozesse weiterentwickelt.
Umsetzung
Die Umsetzung verbindet Produktentwicklung, Feldtests und Vorbereitung der Serienfertigung. Die FHGR arbeitet an Softwarethemen und an der Geschäftsmodell- und Vermarktungsentwicklung; die OST unterstützt die mechatronische Weiterentwicklung. altatek verantwortet die Produktentwicklung und die Überführung in ein Serienprodukt. Anwendungspartner wie die RhB testen die Maschinen im realen Betrieb und liefern Rückmeldungen zu Bedienung, Sicherheit und Nutzen.
Technisch werden insbesondere das automatisierte Fahren und Mähen, die Hinderniserkennung, die grafische Benutzeroberfläche und die Nutzung verschiedener Anbaugeräte weiterentwickelt. Die während der Feldtests erhobenen Daten fliessen laufend in Optimierungen ein.
Resultate
Amea soll gefährliche und körperlich belastende Hangarbeiten übernehmen und dadurch Arbeitssicherheit und Produktivität erhöhen. Für Bergbetriebe kann der Roboter helfen, grössere Flächen trotz knapper werdender Arbeitskräfte zu bewirtschaften. Gemeinden und Bahnbetriebe können Personalressourcen gezielter einsetzen und gleichzeitig digitale Kompetenzen im Umgang mit autonomen Maschinen aufbauen.
Weitere erwartete Vorteile sind Zeitersparnis durch autonome oder teilautonome Fahrweise, ein leiser vollelektrischer Betrieb ohne lokale Abgasemissionen, eine hohe Auslastung durch unterschiedliche Anbaugeräte sowie geringerer Wartungsaufwand. Für Graubünden stärkt das Projekt zudem Know-how in mobiler Robotik und schafft regionale Wertschöpfung durch Entwicklung, Fertigung, Montage und Vertrieb.
Team

Zusätzlich sind folgende Personen und Unternehmen beteiligt:
- Romano Hauser (Ingenieur, technische Leitung und Entwicklung).
- altatek GmbH: Thomas Buchli und Peter Moadalek (Gründer)
- Rhätische Bahn: Pilot- und Anwendungspartner
Weiterführende Informationen
Publikationen
- Landtechnik Schweiz, 22.08.2026: www.agrartechnik.ch/zeitschrift/schweizer-landtechnik/newsticker/artikel/buendner-regierung-foerdert-maehroboter-amea
- Schweizer Bauer, 21.08.2025: https://www.schweizerbauer.ch/artikel/landtechnik/neuheiten/autonomer-maehroboter-soll-berggebiet-erobern
- Sarganserländer, 18.08.2025: www.sarganserlaender.ch/artikel/roboter-soll-kuenftig-landwirte-am-hang-entlasten
- Regierungsmitteilung Kanton Graubünden, 18.08.2025: www.gr.ch/DE/Medien/Mitteilungen/MMStaka/2025/Seiten/2025081801.aspx
- Beitrag RTR & Beitrag Südostschweiz, 18.08.2025: www.grdigital.digital/de/gefoerderte-vorhaben/amea
- GRdigital Gesuche Geförderte Anträge: https://www.grdigital.digital/de/gefoerderte-vorhaben
Beteiligte
Das Projekt wurde vom Schweizerischen Institut für Entrepreneurship (SIFE) in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) im Auftrag von GRdigital umgesetzt.