Projekt auf einen Blick
Seit 2023 führen Studierende der Bachelorstudienrichtung Digital Supply Chain Management im Auftrag der ZEROvia GmbH eine jährliche Befragung von Schweizer Unternehmen zum Stand der Beschaffungs- und Supply-Chain-Management-Funktionen durch. Die vierte Erhebung wurde im Frühjahr 2026 abgeschlossen und ist mit 74 ausgewerteten Fragebogen die bislang grösste der Reihe. Sie wurde erstmals auch über das Netzwerk des CSCMP Roundtable Switzerland verbreitet und um Fragen zu Supply-Chain-Visibility, Resilienz und Risikomanagement erweitert.
Projekt
State of Procurement & Supply Chain Management – Trends, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ResilienzLead
Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW) Mehr über Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW) Bachelorstudienrichtung Digital Supply Chain Management Mehr über Bachelorstudienrichtung Digital Supply Chain ManagementProjektleitung
Schiller David Mehr über Schiller DavidBeteiligte
Auftraggeber:
Christian Schmalz (ZEROvia GmbH)
Studierendenteam 2026:
Vincent Bürge, Fabian Kohler, Thomas Bänziger, Joel Bonanomi, Gabynthy Peruthivirajan, Jan Weiss
Studierendenteam 2025:
Annika Ganz, Patrick Loher, Hanna Baumann, Nando Cathomas, Michael Kaufmann, Jann Krasa, Ralf Kunz, Alejandro Rüegg Martinez, Jason Stalder
Studierendenteam 2024:
Ivo Knuchel, Joel Scherrer, Gregory Kuentz, Abiren Gunarajah, Benjamin Misteli, Nizar Elhaska
Studierendenteam 2023:
Livio Benz, Iker Galdos, Alexandra Isenring, Nerron Maquiadi, Rony Schädler, Cedric StähliForschungsfelder
Internationalisierung und Supply Chain Mehr über Internationalisierung und Supply ChainAuftrag/Finanzierung
Studentisches Anwendungsprojekt in der Lehre; Auftraggeber: ZEROvia GmbHDauer
2023 – 2026
Ausgangslage
Procurement und Supply Chain Management stehen unter wachsendem Druck: geopolitische Unsicherheiten, volatile Lieferketten sowie steigende Anforderungen an Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Transparenz verändern das Aufgabenprofil dieser Funktionen. Für die Schweiz fehlte bislang eine mehrjährige, vergleichbare Betrachtung dieser Entwicklung. Die Studienreihe schliesst diese Lücke mit einem stabilen Fragenkern, der jährlich gezielt weiterentwickelt wird.
Projektziel
Ziel der Studienreihe ist es:
- Den Reifegrad von Procurement- und Supply-Chain-Funktionen in der Schweiz zu erheben und über mehrere Jahre hinweg vergleichbar zu machen
- Den Stand von Digitalisierung, Nachhaltigkeit, ESG-Anforderungen und Resilienz in diesen Funktionen zu analysieren
- Praxisnahe Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten
In der Erhebung 2026 standen zusätzlich folgende Forschungsfragen im Fokus:
- Wie entwickelt sich der Reifegrad von Procurement- und Supply-Chain-Funktionen im Vergleich zu den Studien 2023 bis 2025?
- Welche digitalen Werkzeuge und Systeme werden eingesetzt (z.B. S2P, SRM, SCM, Analytics, AI)?
- Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und ESG-Anforderungen für Entscheidungen in Einkauf und Supply Chain?
- In welchem Umfang werden Supply-Chain-Themen wie Transparenz, Resilienz, Risikomanagement und Lieferanteneinbindung systematisch adressiert?
Umsetzung
Die Studie wird als quantitative Online-Befragung in deutscher und englischer Sprache durchgeführt. Die Studierenden konzipieren, erheben und analysieren die Daten eigenständig; Fragebogen und Befragungskonzept werden mit dem Auftraggeber abgestimmt. Die Feldphase 2026 dauerte vom 20. April bis 10. Mai 2026.
Es handelt sich um eine nicht-probabilistische Stichprobe mit deskriptiv-analytischem Ansatz. Die Ergebnisse erheben keinen Anspruch auf statistische Repräsentativität und sind als Trendindikationen zu verstehen.
Resultate
Ergebnisse 2026
Die Erhebung zeichnet ein durchgängiges Bild: Der strategische Anspruch an Procurement und Supply Chain Management wächst schneller als die organisatorischen, technologischen und datenbezogenen Voraussetzungen in den Unternehmen. Vier Befunde stehen im Zentrum:
- Transparenz endet beim direkten Handelspartner. Vollständige Transparenz besteht bei 24 % der Befragten über die direkten Lieferanten – über weitere vorgelagerte Stufen sind es 2 %.
- Fehlende Lieferkettentransparenz ist die grösste ESG-Hürde. 57 % nennen sie als Hemmnis – vor negativen Preisauswirkungen und fehlenden Ressourcen.
- Bei Künstlicher Intelligenz klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Praxis. In Planung, Prognose und Risikoanalyse geben 44 bis 50 % an, keinerlei KI einzusetzen.
- Risikothemen sind zu den Kostenzielen hinzugekommen, nicht an deren Stelle getreten. Preisreduktion und Qualität führen die Prioritäten weiterhin an, Versorgungssicherheit und Resilienz haben sich daneben etabliert.
Die vollständigen Ergebnisse, die Segmentanalyse zwischen KMU und Grossunternehmen sowie die abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind in der Ergebnispublikation des Auftraggebers dokumentiert.
Redaktionshinweis: Diese Passage ist bewusst als Teaser gehalten. Der Link auf die Ergebnispublikation gehört unmittelbar hierhin sowie in den Abschnitt «Downloads».
Entwicklung 2023–2026
Die erste Erhebung 2023 mit 48 ausgewerteten Antworten widmete sich der Nachhaltigkeit im Einkauf. Bereits damals beklagten 50 % der Befragten fehlende Transparenz in der Lieferkette.
2024 wurde der Fragebogen mit 52 Antworten um Künstliche Intelligenz und regulatorische Anforderungen erweitert. Nachhaltigkeit nannten in diesem Jahr 52 % als eine der drei wichtigsten Prioritäten – gegenüber 35 % im Vorjahr.
Die Erhebung 2025 mit 45 Antworten legte den Schwerpunkt auf Kosten und ESG-Strategie. 64 % der Unternehmen verankerten ESG-Kriterien in ihrer Unternehmensstrategie.
2026 kamen mit 74 Antworten erstmals Fragen zu Supply-Chain-Visibility und Resilienz hinzu. Fehlende Lieferkettentransparenz ist in diesem Jahr mit 57 % die meistgenannte Hürde bei der ESG-Umsetzung.
Über alle vier Erhebungen hinweg zeigen sich zwei durchgängige Linien: Nachhaltigkeit und Digitalisierung gewinnen strategisch an Bedeutung, während Transparenz in der Lieferkette und Kosten die hartnäckigsten Herausforderungen bleiben.
Lesehinweis: Stichprobengrösse und -zusammensetzung unterscheiden sich zwischen den Erhebungsjahren, einzelne Fragen wurden über die Jahre angepasst. Die Werte sind als Trendbeobachtungen zu lesen, nicht als vollständig vergleichbare Zeitreihe.
Ausblick: Studie 2027
Die fünfte Erhebung ist für das Frühjahr 2027 geplant. Im Zentrum stehen die Fortführung des stabilen Fragenkerns, eine ausgewogenere Verteilung der Teilnehmenden nach Unternehmensgrösse, Branche und Region sowie der erstmalige Jahresvergleich der 2026 neu erhobenen Visibility-Daten.
Weiterführende Informationen
Publikationen
- Blogbeitrag: «Ergebnisse der Studie 2026 – Kernergebnisse, Vierjahresvergleich und Handlungsempfehlungen» inkl. Präsentation 16 Seiten zum Download
- Kurzzusammenfassung: «Ergebnisse der Studie 2026» – OnePager (PDF)
- Fachartikel: «Wie nachhaltig beschaffen Schweizer Unternehmen?» – procure.ch Swiss Magazin, April/Mai 2025, S. 44–45. Autor: Christian Schmalz.
- Fachartikel: «Nachhaltigkeit im Einkauf: Innovations- statt Kostenfokus» – procure.ch Swiss Magazin, 2024. Autor: Christian Schmalz.
Beteiligte
Das Projekt wurde vom Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW) in Zusammenarbeit mit Studierenden der Bachelorstudienrichtung Digital Supply Chain Management im Auftrag der ZEROvia GmbH umgesetzt.