Projekt auf einen Blick
Klöster, Kirchen und sakrale Areale prägen seit Jahrhunderten unsere Städte, Dörfer und Landschaften. Sie sind weit mehr als Gebäude. Sie waren Orte der Bildung, Fürsorge, Gastlichkeit, Spiritualität, Produktion und Gemeinschaft – kurz: sie sind soziale Betriebssysteme.
Heute stehen viele dieser Orte vor tiefgreifenden Veränderungen. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Orten der Begegnung, der Sinnstiftung und des Gemeinwohls.
MONA untersucht die Zukunft sakraler Areale deshalb nicht primär als Immobilienfrage, sondern als gesellschaftliche Transformationsaufgabe. Auf Basis eines digitalen Kloster- und Kirchenatlas entwickelt das Forschungsprojekt ein Transformationsmodell, das Eigentümer, Orden, Kirchgemeinden, Gemeinden und Kantone bei Zukunftsentscheidungen unterstützt.
Die Zukunft der Klöster entscheidet sich dabei nicht allein an der Fassade, sondern an ihrer sozialen Architektur.
Projekt
Mona – Monastery landscape Switzerland: An empirical transformation approachLead
Institut für Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization und Simulation (DAViS) Mehr über Institut für Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization und Simulation (DAViS)Projektleitung
Rölke Heiko Mehr über Rölke Heiko Seidler Christine Barbara Mehr über Seidler Christine BarbaraBeteiligte
Theologische Hochschule Chur
Verein Kloster-Leben
Pensionskasse Stiftung AbendrotTeam
Jambor Helena Mehr über Jambor Helena Schmid Marco Mehr über Schmid Marco van Schie Alexander Mehr über van Schie Alexander von Däniken Angela Mehr über von Däniken Angela Zünd Daniel Mehr über Zünd DanielForschungsfelder
AI for structured and unstructured data Mehr über AI for structured and unstructured data Raumplanung Mehr über Raumplanung Visualization and Dashboards Mehr über Visualization and DashboardsAuftrag/Finanzierung
DrittmittelDauer
Mai 2022 – Dezember 2027
Ausgangslage
Die Schweizer Kloster- und Kirchenlandschaft ist ein bedeutendes kulturelles, räumliches und gesellschaftliches Erbe. Gleichzeitig steht sie unter Druck. Ordensgemeinschaften werden kleiner, kirchliche Strukturen verändern sich, Gebäude sind untergenutzt oder stehen leer, während Unterhalt, Betrieb und denkmalpflegerische Anforderungen hohe finanzielle Belastungen verursachen.
Damit droht mehr als der Verlust einzelner Gebäude. Betroffen sind auch soziale Infrastrukturen, lokale Identitäten, kulturelles Wissen und historisch gewachsene Formen des Zusammenlebens.
MONA geht von der Annahme aus, dass sakrale Areale nicht isoliert betrachtet werden können. Sie sind komplexe Systeme aus Raum, Gemeinschaft, Nutzung, Geschichte, Organisation und Verantwortung.
Projektziel
Ziel von MONA ist es, die Kloster- und Kirchenlandschaft der Schweiz gesamthaft zu erfassen und ihre räumlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale sichtbar zu machen.
Grundlage bildet ein digitaler Atlas der Kloster- und Kirchenlandschaft Schweiz. Darauf aufbauend entwickelt MONA ein KI-gestütztes Prozessmodell, das die spezifischen Eigenschaften eines Ortes berücksichtigt: Geschichte, Lage, Nutzung, Eigentum, Schutzstatus, soziale Einbettung, Organisationsform und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Im Zentrum steht nicht die Frage nach der maximalen Auslastung eines Gebäudes, sondern die Frage:
Welche Nutzungen, Gemeinschaften und Lebensformen können sich aufgrund der vorhandenen Raumstruktur, Geschichte und Identität eines Ortes tatsächlich entfalten?
Transformation wird dabei nicht nur als bauliche, sondern ebenso als soziale, kulturelle und organisatorische Aufgabe verstanden.
Ergebnis und Nutzen
MONA entwickelt eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfe für Eigentümer:innen, Orden, Kirchgemeinden, Gemeinden, Kantone und weitere Akteur:innen.
Die daraus entstehende Toolbox unterstützt dabei
- Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen,
- unterschiedliche Zukunftsszenarien vergleichbar zu machen,
- Chancen und Risiken von Transformationspfaden sichtbar zu machen,
- Zielkonflikte zwischen Nutzung, Gemeinwohl, Baukultur und Wirtschaftlichkeit transparent zu bewerten,
- und langfristig tragfähige Entscheidungen zu unterstützen.
Damit schafft MONA die Grundlage für eine neue Planungskultur im Umgang mit sakralen Arealen – jenseits kurzfristiger Verwertung und jenseits rein musealer Erhaltung.
Zwischenstand
MONA befindet sich inzwischen deutlich über die Grundlagenphase hinaus. Der digitale Kloster- und Kirchenatlas wird laufend aufgebaut und mit räumlichen, historischen und funktionalen Informationen angereichert.
Parallel dazu werden in den Reallaboren konkrete Transformationsfragen bearbeitet. Dabei zeigt sich, dass die Herausforderungen sehr unterschiedlich sein können.
In der Komturei Tobel stehen Fragen der Arealentwicklung, der Nutzung, der Baukultur und der langfristigen Tragfähigkeit im Vordergrund. Im Reallabor St. Johannes in Zug rücken stärker Fragen von Governance, Teilhabe und gemeinschaftlich getragenen Organisationsformen in den Fokus.
Die bisherigen Erkenntnisse zeigen deutlich: Transformation sakraler Areale ist nie nur eine bauliche Aufgabe. Sie betrifft immer auch Identität, Verantwortung, Sprache, Gemeinschaft und langfristige Tragfähigkeit.
Klöster waren historisch stets Innovationsräume. MONA untersucht, ob und wie sie diese Rolle unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen erneut übernehmen können.
Team
Neben den Mitarbeitenden der FH Graubünden ist folgende Person am Projekt beteiligt:
- Anna Hug
Weiterführende Information
Beteiligte
Das Projekt wird durch das Institut für Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization and Simulation (DAViS) umgesetzt, fachlich begleitet durch den Forschungspartner Theologische Hochschule Chur (THC) zur Abdeckung der wissenschaftlichen Expertise Theologie. Der Verein Kloster-Leben (KL) spezialisiert sich auf die Entwicklung sakraler Arealentwicklung als Dienstleistung. Weiter ist auch die Pensionskasse Stiftung Abendrot beteiligt.










