Übersicht
Das Liechtenstein-Institut und das Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) veranstalten am Mittwoch, 22. April 2026 von 17:30 bis 19:00 Uhr das 25. Wirtschaftspolitische Seminar Alpenrhein.
Zeit & Ort
Zeit: 22. April 2026, 17:30 – 19:00 Uhr
Ort: FH Graubünden, Standort A, Pulvermühlestrasse 57, Raum A2.02
Vortragende Person
Dr. Dorothee Mischkowski ist Marie-Curie-Stipendiatin an der
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Psychologie
Universität Leiden
Niederlande
Der Forschungsschwerpunkt von Dorothee Mischkowski liegt auf Sozialpsychologie, Wirtschaftspsychologie und Umweltpsychologie, insbesondere auf sozialen Normen und Kooperation in sozialen Dilemmata.
Vortragstitel
Verpflichtungsstrukturen in Verhandlungen: Wie gemeinsame Mindestverpflichtungen die Zusammenarbeit bei öffentlichen Gütern verbessern
Abstrakt
Verhandlungen sind ein zentrales politisches Instrument zur Bewältigung von Problemen des kollektiven Handelns wie dem Klimawandel, doch hängt ihre Wirksamkeit entscheidend davon ab, wie die Verpflichtungen gestaltet sind. Wir betrachten die Situation aus einer Personen-Situations-Perspektive, um zu untersuchen, wie unterschiedliche Verhandlungsformen das kooperative Verhalten im Zusammenhang mit öffentlichen Gütern beeinflussen und für wen diese Formen am wirksamsten sind. Wir untersuchen experimentell das Verhandlungsformat vor einem Public-Goods-Spiel, wobei wir individuelle Zusagen mit gemeinsamen Mindestverpflichtungen vergleichen, und bewerten individuelle Unterschiede bei prosozialen Präferenzen.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass individuelle Verpflichtungen in erster Linie Akteure mit ausgeprägten bedingungslosen prosozialen Präferenzen mobilisieren. Im Gegensatz dazu erweitern gemeinsame Mindestverpflichtungen die Beteiligung an Verhandlungen erheblich, indem sie auch bedingte Kooperatoren anziehen – Akteure, die bereit sind, einen Beitrag zu leisten, wenn Gegenseitigkeit und Schutz vor Ausbeutung institutionell gewährleistet sind. Entsprechend diesem Muster hängen die Verhandlungsergebnisse bei gemeinsamen Mindestverpflichtungen weniger stark von den prosozialen Präferenzen der einzelnen Teilnehmer ab als die Ergebnisse bei individuellen Zusagen.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie Verhandlungsstrukturen situative Anreize und Risiken verändern und dadurch beeinflussen, wer an Verhandlungen teilnimmt und wie kooperative Ergebnisse zustande kommen. Aus politischer Sicht legen die Ergebnisse nahe, dass institutionelle Regelungen, die einheitliche, kollektiv bindende Mindestverpflichtungen – statt individueller Zusagen – in den Vordergrund stellen, Trittbrettfahrerprobleme mindern und kooperative Vereinbarungen widerstandsfähiger gegenüber unterschiedlichen Präferenzen der Akteure machen können. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Gestaltung internationaler Klimaabkommen und anderer politischer Kontexte, die durch die Bereitstellung öffentlicher Güter und strategische Interdependenz gekennzeichnet sind.
Anmeldung
- Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos
- Die Platzzahl ist beschränkt, weshalb wir um eine Anmeldung bitten
Weiterführende Informationen
Details
Mittwoch,
22.04.2026
17:30 -
19:00
Uhr
Veranstaltungsort:
Fachhochschule Graubünden
Pulvermühlestrasse 57
7000 Chur
A2.02
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