Wissensplatz Autonomer Begegnungsort - FH Graubünden

Menu
Wissensplatz
Autonomer Begegnungsort für die Studierenden
Autonomer Begegnungsort für die Studierenden

Autonomer Begegnungsort für die Studierenden

Um eine moderne Lernumgebung gewährleisten zu können, braucht es verschiedene Arten von Räumen. Dabei darf ein autonomer Begegnungsraum für Studierende nicht fehlen. Dieser dient beispielsweise dem Ziel, als Gemeinschaft zusammenzukommen und sich persönlich durch Begegnungen weiterzuentwickeln. Die Fachhochschule Graubünden strebt mit dem neuen Campus einen attraktiven, zukunftsorientierten Begegnungsort an. Ein autonomer Begegnungsraum für Studierende ist zurzeit noch nicht geplant.

Text: Fitore Zymberi / Bilder: Eric Dieth, FH Graubünden

Problemsituation

Zurzeit stehen die Studierenden vor verschiedenen Herausforderungen:

  • Studierende aus verschiedenen Klassen begegnen sich selten.
  • Der Austausch zwischen den Studierenden ist eher gering.
  • Den Studierenden steht keine geeignete Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung.
  • Einige Studierendenvereinigungen haben Organisationsprobleme bei ihren Veranstaltungen, weil sie hierfür keinen geeigneten Raum an der Fachhochschule finden können.

Vier Studierendenvereinigungen haben ihre diesbezüglichen Probleme geschildert und ihre Wünsche geäussert.

Cambiela

Cambiela engagiert sich für die Entwicklungszusammenarbeit in Ruanda. Im Zentrum steht die Organisation von Fundraising-Events für die Spendensammlung. Für die Arbeit vor Ort kooperiert Cambiela mit dem Partnerverein Coereso, der verschiedene Projekte mit dem dafür benötigten Kapital vorschlägt. Damit die Projekte verwirklicht werden können, versucht Cambiela, bei unterschiedlichen Anlässen Spenden zu sammeln.

Um die Anlässe umsetzen zu können, benötigt Cambiela jedoch frei verfügbare Räumlichkeiten. Cambiela braucht einen autonomen Ort, an welchem Vereinsmitglieder, Studierende und deren Freundeskreise zusammenkommen können – ein Ort, an dem Ideen ausgetauscht und Anlässe geplant und auch durchgeführt werden können. Derzeit besteht für Cambiela keine Möglichkeit, als Verein zusammenzukommen. Für Meetings werden normale Klassenzimmer reserviert. Diese sind für den informellen Austausch jedoch keine geeigneten Orte, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und den gegenseitigen Austausch zu fördern. Cambiela wünscht sich einen Begegnungsraum, den Studierende selbstständig gestalten und auch in ihrer Freizeit nutzen können.

Student HUB

Der Student HUB setzt sich für Nachhaltigkeit an der FH Graubünden und in der Churer Lokalbevölkerung ein. Zu diesem Zweck finden im Jahresverlauf verschiedene Anlässe statt, zum Beispiel die Bücherbörse oder der Kleider-SWAP. Das grösste Projekt – die Nachhaltigkeitswoche, die verschiedene Anlässe, Events und Workshops umfasst – findet immer im März statt.

Der Student HUB ist auf eine Räumlichkeit an der Fachhochschule angewiesen, um Material zu lagern, Sitzungen abzuhalten oder Events direkt vor Ort durchzuführen. Derzeit wird das Material in einem Raum aufbewahrt, der mit den Reinigungskräften und mit Cambiela geteilt wird. Die Sitzungen werden in einem normalen Klassen- oder Sitzungszimmer durchgeführt. Der Student HUB wünscht sich für die Zukunft einen Pop-up-Raum, den man autonom gestalten kann. Das Ziel: Die Studierenden an einem Ort zusammenzubringen und sie dort auf Projekte sowie Aktivitäten aufmerksam zu machen.

Erasmus Student Network (ESN)

ESN ist eine lokale Sektion des Erasmus Student Network. Ihre Hauptaufgabe ist die Organisation von Aktivitäten für Austauschstudierende. ESN möchte diesen die Schweizer Kultur näherbringen und ihnen verschiedene Orte in der Schweiz zeigen.

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht ESN eine Räumlichkeit für wöchentliche Teammeetings und die Veranstaltung von Events.

Es finden beispielsweise Anlässe wie die «Game Night» oder der «Welcome Event» statt, für die es an der Fachhochschule leider keinen passenden Raum gibt. Im Moment stehen hierfür lediglich Klassenzimmer oder die Mensa zur Verfügung. Die Klassenzimmer bieten allerdings keine angenehme Atmosphäre. ESN wünscht sich einen Begegnungsraum, den Studierende unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Bedürfnisse selbst einrichten können. Damit sie sich dort wohlfühlen, müsste dieser Raum so ausgestattet sein, dass er nicht das typische Klassenzimmerklima ausstrahlt.

AV Curiensis

Die AV Curiensis ist eine Churer Sektion des Schweizerischen Studierendenvereins und somit ein Verein für Studierende und ehemalige Studierende. In der Regel treffen sich die Mitglieder einmal pro Woche zu einem gemütlichen Feierabendbier. AV Curiensis organisiert aber auch Anlässe wie z. B. öffentliche Vorträge und Workshops, die in den Klassenzimmern oder in der Aula stattfinden. Das Ziel des Vereins ist es, dass die Studierenden sich kennenlernen, sich austauschen und dabei auch Neues dazulernen. Die meisten Anlässe werden im Stammlokal «Sunshine Pub» durchgeführt.

Bei Events wie öffentlichen Vorträgen oder Workshops wird gerne ein Apéro angeboten. Leider stehen hierfür keine geeigneten Räumlichkeiten an der FH Graubünden zur Verfügung. Die AV Curiensis wünscht sich einen Veranstaltungsraum, wo Menschen sich gerne aufhalten und wo auch ein Apéro durchgeführt werden kann. Aus diesem Grund sollte es einen mobil eingerichteten Begegnungsraum geben.

Studierende erklären im Film, weshalb es im neuen Campus einen Begegnungsraum braucht.

Vorteile eines autonomen Begegnungsraums

Die Rückmeldungen zeigen, dass es an der Fachhochschule einen autonomen und konsumzwangsfreien Begegnungsraum braucht, den Studierende selbstständig nutzen und so gestalten können, dass ihre individuellen Bedürfnisse abgedeckt werden. Den Studierenden bleibt es ganz individuell überlassen, ob sie von diesem Begegnungsraum profitieren möchten. Ein autonomer Begegnungsraum kann den Austausch und die Begegnung unter den Studierenden der FH Graubünden massgeblich fördern. Durch den Austausch können Soft Skills wie beispielsweise die Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie die sozialen Skills des Individuums erweitert und gefördert werden. Dies trägt zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Auch werden durch das Zusammenkommen und Kennenlernen sowie den Austausch und gegenseitigen Support soziale Unterstützungsstrukturen gebildet. Es wird somit eine Gemeinschaft geformt, in der Studierende wertvolle Erfahrungen sammeln können. Studierendenvereinigungen können zudem ihre Anlässe leichter organisieren. Studierende fühlen sich in einem Begegnungsraum wohler und können sich besser damit identifizieren. Prüfungsstress kann leichter abgebaut werden, da dieser Raum auch als Rückzugs- und Erholungsort dient. Es wäre gut, würden für die Gestaltung eines solchen Raums die Bedürfnisse der Studierenden mitberücksichtigt werden.

Der Standort B hat bereits einen Begegnungsraum. Dieser ist im Vergleich zu den üblichen Klassenzimmern sehr gut ausgestattet. Aufgrund der angenehmen Innenausstattung fühlen sich die Studierenden dort wohl, weshalb sie diesen Ort auch gerne aufsuchen.

Lösungsvorschlag

Im neuen Campus könnte in der ehemaligen Schaltstation mit Wohnhaus an der Pulvermühlestrasse 68 ein autonomer, konsumzwangsfreier Begegnungsraum geschaffen werden. Damit viele Studierende kommen und Anlässe der Studierendenvereinigungen dort durchgeführt werden können, wäre die Gesamtfläche von Kreativ-, Ruhe- und Vorraum zu berücksichtigen. Als Alleinstellungsmerkmal und damit auch Pluspunkt für das Ansehen der FH Graubünden könnte dieser Begegnungsraum im besonderen Gebäude P68, das unter Denkmalschutz steht, geschaffen werden. Die Räumlichkeit ist gut gelegen und verfügt über einen schönen Vorraum sowie einen direkt zugänglichen Aussenbereich mit Garten. Die Umgestaltung zu einem Begegnungsraum würde, wie bereits erwähnt, nur Vorteile mit sich bringen und viele Probleme aus dem Weg schaffen.

Der zukünftige Campus würde somit vollumfänglich zu einem attraktiven, zukunftsorientierten Begegnungsort werden.

Die Studierenden wünschen sich im neuen Campus beispielsweise in der ehemaligen Schaltstation mit Wohnhaus an der Pulvermüh-lestrasse 68 einen autonomen, konsumzwangsfreien Begegnungsraum.

Beitrag von

Fitore Zymberi, Betriebsökonomiestudentin im letzten Semester, Vertiefung Entrepreneurship & Corporate Responsibility, Zentrum für Betriebswirtschaftslehre