Projekt auf einen Blick
Unter bewehrter Erde versteht man eine künstlich angelegte Böschung, welche für eine höhere Standfestigkeit mit stabilisierenden Einlagen wie Geogitter verstärkt wird. In diesem Projekt wird untersucht, wie die dabei eingebrachten Kunststoffe durch natürliche Materialien ersetzt werden können.
Projekt
Bewehrte Erde mit HolzwolleLead
Institut für Bauen im alpinen Raum (IBAR) Mehr über Institut für Bauen im alpinen Raum (IBAR)Projektleitung
Lifa Imad Mehr über Lifa ImadBeteiligte
Lindner Suisse GmbH
Füllemann Systeme AG Mehr zu den BeteiligtenTeam
Akkus Yasin Mehr über Akkus Yasin Braun-Badertscher Seraina Mehr über Braun-Badertscher Seraina Stathas Dionysios Mehr über Stathas DionysiosForschungsfelder
Alpine Infrastrukturbauten Mehr über Alpine InfrastrukturbautenAuftrag/Finanzierung
Innosuisse, Lindner Suisse GmbH, Füllemann Systeme AGDauer
2026 - 2029
Ausgangslage
Böschungen und Dämme aus bewehrter Erde sind heute eine weit verbreitete und bewährte Bauweise im Tief- und Landschaftsbau. Bei dieser Methode werden verdichtete Erdkörper mit Bewehrungslagen versehen, damit der Boden Zugkräfte aufnehmen kann, die er allein nicht tragen würde. Als Bewehrung kommen in der Praxis vor allem Geogitter zum Einsatz. Zusätzlich werden an der sichtbaren Front des Bauwerks Wirrgelege eingebaut, um das Herausrieseln von feinem Material zu verhindern und die Ansaat bzw. Begrünung zu schützen. Sowohl Geogitter als auch Wirrgelege bestehen heute fast ausschliesslich aus Kunststoffen, was zwar technisch leistungsfähig ist, aber langfristig zum Eintrag von Plastik in Boden und Umwelt führt.
Projektziel
Mit den bisherigen Forschungsprojekten zu Holzwolle‑Vlies und Holzwolle‑Faschinen wurde gezeigt, dass Holzwolleprodukte als Erosionsschutz und Begrünungsunterlage funktionieren, Stecklingen Halt bieten und kontrolliert verrotten. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird untersucht, ob Holzwolle-Produkte die Funktionen von Geogittern (neuer Produktname Howolis-Murus) und synthetischen Wirrgelegen (neuer Produktname Howolis-Solfie) in bewehrten Erdkörpern übernehmen können. Ziel ist es, ein gesamtes System zu entwickeln, das langfristige Stabilität bietet und eine ideale Unterlage für die Begrünung darstellt.
Dabei müssen die neu entwickelten Produkte auch den geltenden Normen entsprechen und praxistauglich sein.
Umsetzung
Das Projekt verfolgt einen praxisorientierten Ansatz. Neu entwickelte Prototypen für die Bewehrungslage Howolis‑Murus und die Erosionsschutzmatte Howolis-Solfie werden im Labor auf mechanische Eigenschaften, Witterungsbeständigkeit und ihr Handling getestet.
Anschliessende Systemtests im Labor sollen den Einbau simulieren, bevor zwei Stützkonstruktionen im Massstab 1:1 erstellt werden, um das System unter realen Bedingungen zu testen. Diese Pilotinstallationen werden über einen längeren Zeitraum mit diversen Messinstrumenten überwacht, sodass Verformung, Begrünungserfolg und Umweltparameter dokumentiert und ausgewertet werden können.
Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen in praxisnahe Einbauempfehlungen und einen Schlussbericht ein. Ziel ist es, ein erprobtes, kunststofffreies System bereitzustellen, das langfristige Stabilität und eine gute Grundlage für die Begrünung bietet.
Team
Weiterführende Information
Beteiligte
Das Projekt wird vom Institut für Bauen im alpinen Raum (IBAR) umgesetzt.





