Mein erster Arbeitstag und ein Auftrag, der blieb
Text: Seraina Zinsli / Bild: FH Graubünden
Obwohl es bereits mehr als zwei Jahre her ist, dass ich meine Stelle in der Hochschulkommunikation der FH Graubünden antrat, erinnere ich mich noch gut an meine allererste Aufgabe: Ich sollte eine Medienmitteilung zum SDG Flag Day erstellen. Da ich als ehemalige Journalistin bis anhin Empfängerin von Medienmitteilungen war, war die Aufgabe an sich nicht besonders schwierig für mich. Meine Herausforderung hingegen: Die Abkürzung SDG sagte mir zunächst wenig. Ich wusste lediglich, dass sie im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit steht. Dass sich dahinter die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verbergen, erschloss sich mir erst nach einer kurzen Recherche. Schnell folgten weitere Fragen: Wie ist die FH Graubünden in dieses Themenfeld eingebunden? Welche Projekte widmen sich den SDGs? Und was unternimmt die Hochschule konkret, um nachhaltiges Handeln umzusetzen? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erwies sich rückblickend als idealer Einstieg in den Job. Beim vertieften Einlesen wurde rasch klar: Nachhaltigkeit ist an der Hochschule kein Randthema, sondern prägt sämtliche Bereiche und Organisationseinheiten. Entsprechend erlangte ich durch diese erste Aufgabe einen ganzheitlichen Blick auf die FH Graubünden. Besonders überrascht hatte mich der Fakt, dass die FH Graubünden bereits 2009 als erste Schweizer Hochschule den Principles for Responsible Management Education beitrat, einer Initiative der Vereinten Nationen. Noch ein paar Tage zuvor hatte ich die Hochschule ausschliesslich von aussen wahrgenommen; dass Nachhaltigkeit seit Jahren in diesem Ausmass strategisch verankert ist, war mir bis dahin nicht bewusst.
Mein erster bewusster Kontakt mit nachhaltiger Entwicklung an der FH Graubünden war also weder irgendein Strategiepapier noch eine thematische Aktionswoche zur Sensibilisierung der Studierenden und Mitarbeitenden. Er war viel pragmatischer: mein allererstes To-Do im neuen Job und zugleich der Beginn meines Lernprozesses an der FH Graubünden. Genau dieser Lernprozess macht meine Arbeit für mich auch so spannend. Meine Funktion in der Hochschulkommunikation erfordert einen breiten Überblick über die unterschiedlichsten Bereiche der Hochschule – und darüber hinaus ein Verständnis für die Menschen, die hier studieren und arbeiten: ihre Themen, ihre Projekte, ihre Perspektiven. Hinzu kommen Stakeholdermanagement sowie das Einordnen politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Das ist viel – so viel, dass der vor zwei Jahren begonnene Lernprozess bis heute nicht abgeschlossen ist und es wohl auch noch lange nicht sein wird.
Beitrag von
Seraina Zinsli, Projektleiterin Hochschulkommunikation, Redaktionsleiterin