Drei Forschende, zwei Studien und internationale Aufmerksamkeit für Tourismusforschung aus Graubünden
02. Februar 2026
Wie kann Digitalisierung kleine Destinationen unterstützen – und warum teilen Gäste ihre Erlebnisse online? Antworten darauf präsentierte die FHGR Tourismusforschung mit zwei Beiträgen an der internationalen ENTER2026 Konferenz in Breda, Niederlande.
Die Tourismusforschung der Fachhochschule Graubünden (FHGR) war im Januar 2026 mit gleich drei Forschenden und zwei wissenschaftlichen Beiträgen an der internationalen ENTER2026 eTourism Conference vertreten. Die ENTER gilt als eine der weltweit wichtigsten Konferenzen zu Digitalisierung, Technologie und Innovation im Tourismus und bringt jährlich Forschende und Branchenexpertise aus aller Welt zusammen.
Vertreten war die FHGR durch Michael Beier, Mauro Gotsch und Katrin Schillo, die aktuelle Forschungsergebnisse aus Graubünden präsentierten und mit dem internationalen Fachpublikum diskutierten.
Beitrag «Smart Tourism»: Digitale Innovationen für kleine Tourismusdestinationen
In einem der vorgestellten Papers untersuchten Mauro Gotsch und Michael Beier, wie sich das Konzept von «Smart Tourism» besser auf kleine und ländliche Destinationen übersetzen lässt. Während digitale Lösungen im Tourismus oft an Grossstädte ausgerichtet sind, zeigt die Studie anhand von fünf alpinen Destinationen in der Schweiz, dass kleinere Regionen andere Voraussetzungen haben.
Die zentrale Erkenntnis lautet: Für kleine Destinationen ist «Smart Tourism» kein technologisches Endziel, sondern ein schrittweiser Entwicklungsprozess. Am Anfang steht die gemeinsame Abstimmung auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Einheimischen sowie der lokalen Akteurinnen und Akteure. Erst darauf aufbauend werden geeignete, bezahlbare digitale Lösungen entwickelt. Entscheidend für den Erfolg ist dabei weniger der Einsatz komplexer Hightech-Systeme als vielmehr die enge Zusammenarbeit zwischen Destinationen, Gemeinden, Betrieben und Bevölkerung. Die Ergebnisse zeigen auf, wie Regionen Digitalisierung bewusst, sozial verankert und langfristig nachhaltig gestalten können.
Beitrag «Social Sharing & Digital Communication»: Warum Gäste ihre Restaurantbesuche online bewerten
Ein weiterer Beitrag von Michael Beier und Katrin Schillo widmete sich der Frage, wie Restaurants Gäste dazu motivieren können, ihre Erlebnisse auf Social Media oder Bewertungsplattformen zu teilen. Aufbauend auf einer Befragung von über 800 Personen in der Schweiz und Deutschland zeigt die Studie, dass nicht nur Gutscheine oder materielle Anreize wirken.
Besonders wichtig sind sogenannte „relationale Anreize“ – also soziale Motive wie Wertschätzung, persönliche Ansprache oder das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die Ergebnisse helfen Gastronomiebetrieben und Plattformen, digitale Mundpropaganda gezielter und glaubwürdiger zu fördern.
Sichtbarkeit für Forschung aus Graubünden
Mit den beiden Beiträgen zeigt die FHGR einmal mehr, dass anwendungsnahe Tourismusforschung aus Graubünden international wahrgenommen wird. Die Teilnahme an der ENTER2026 bot nicht nur eine Plattform zur Präsentation aktueller Projekte, sondern auch wertvolle Impulse aus dem Austausch mit Forschenden aus aller Welt.




