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Certificate of Advanced Studies (CAS)

Archivpraxis

Weiterbildung auf einen Blick

Weiterbildung auf einen Blick

Archive bewahren das schriftliche und digitale Gedächtnis der Gesellschaft. Sie sichern Unterlagen von bleibendem Wert, machen staatliches und privates Handeln nachvollziehbar und schaffen die Grundlage für Rechtssicherheit, historische Forschung sowie demokratische Rechenschaft und Teilhabe. Auch wenn sich Medien, Formate und Arbeitsweisen verändern, bleibt der Kernauftrag der Archive bestehen: die fachlich fundierte Übernahme, Bewahrung und Zugänglichmachung von Archivgut.

Das CAS Archivpraxis bereitet gezielt auf Tätigkeiten in staatlichen und privaten Archiven vor. Es vermittelt das grundlegende fachliche Handwerkszeug und das notwendige Grundlagenwissen für eine qualifizierte Archivarbeit. Der Studiengang führt systematisch in die zentralen Aufgaben, Prinzipien und Arbeitsprozesse des Archivwesens ein und verbindet theoretische Grundlagen mit praxisnahen Anwendungen.

  • Abschluss

    Certificate of Advanced Studies FHGR in Archivpraxis
  • Studiendauer

    6 Monate
  • Studienort

    Chur, zusätzliche Exkursionen und Auswärtsveranstaltungen
  • Studienbeginn

    August
  • Studiengebühren

    CHF 6 000
  • Studienleitung

    Macek Ivo Mehr über Macek Ivo
Studienkonzept

Studienkonzept

Der MAS Information Science startet mit dem CAS Informationspraxis, in dem sich die Teilnehmenden das Basiswissen der Informationswissenschaft aneignen und einen Gesamtüberblick über die Informationsbranche mit ihren unterschiedlichen Typen erhalten.

Das CAS Archivpraxis bereitet gezielt auf eine Tätigkeit in staatlichen und privaten Archiven vor und vermittelt dafür das erforderliche fachliche Handwerkszeug sowie fundiertes Grundlagenwissen für professionelle Archivarbeit.

Das CAS Bibliothekspraxis vermittelt praxisnahes Wissen und fachliche Kompetenzen, die für die Arbeit in modernen Bibliotheken notwendig sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf öffentlichen Bibliotheken, ihren Aufgaben, Zielgruppen und Angeboten.

Im CAS Digitale Entwicklung in der Informationspraxis stehen digitale Entwicklungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhalten ein fundiertes Verständnis zentraler digitaler Themen und lernen, diese fachlich reflektiert in der Informationsarbeit anzuwenden.

Weiter ist es möglich, sich den CAS Museumsarbeit an das MAS-Programm anrechnen lassen. Der CAS Museumsarbeit findet in der Regel jährlich statt.

Um zum Masterabschluss zu gelangen (60 ECTS), wählen Sie vier aus den fünf CAS (je 12 ECTS) aus und verfassen abschliessend eine Masterarbeit (12 ECTS). In der Masterarbeit bearbeiten Sie eine konkrete informationswissenschaftliche Problemstellung. Dies sichert den Praxisbezug und den konkreten Verwertungsnutzen. Für die Bearbeitung stehen 20 zusammenhängende Wochen zur Verfügung.

Die Masterarbeit wird von einer Hauptreferentin oder einem Hauptreferenten sowie einer Korreferentin oder einem Korreferenten betreut.

Studieninhalte

Studieninhalte

Ein zentrales Strukturprinzip des CAS ist das Lifecycle-Modell von Unterlagen und Informationen. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem gesamten Lebenszyklus von Schriftgut und digitalen Unterlagen auseinander – von der Entstehung über die aktive Nutzung bis hin zur Archivierung oder Kassation. Dabei wird deutlich, dass Archivarbeit nicht erst im Archiv beginnt, sondern eng mit der vorgelagerten Schriftgutverwaltung und dem Records Management verbunden ist. Diese Perspektive schafft ein vertieftes Verständnis für Überlieferungsbildung, Bewertung und Ablieferung.

Im Bereich der Archivprozesse stehen die klassischen Kernaufgaben im Mittelpunkt: das Bewerten und Übernehmen von Archivgut, die Ordnung und Erschliessung von Beständen sowie deren Nutzung und Vermittlung.

Die Teilnehmenden lernen archivische Prinzipien, Standards und Normen kennen und erwerben ein Verständnis für deren Anwendung in unterschiedlichen institutionellen Kontexten. Fragen des Archivzugangs, der Benutzerorientierung und der verantwortungsvollen Bereitstellung von Information werden dabei ebenso behandelt wie rechtliche Rahmenbedingungen des Archivwesens.

Gleichermassen berücksichtigt das CAS die digitale Archivierung als festen Bestandteil zeitgemässer Archivpraxis. Digitale Unterlagen und hybride Bestände stellen Archive vor besondere Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Authentizität, Integrität und langfristige Verfügbarkeit. Das CAS vermittelt Grundlagen der digitalen Langzeitarchivierung und zeigt auf, wie digitale Archivalien fachlich fundiert gesichert, erhalten und nutzbar gemacht werden können. Analoge und digitale Archivierung werden dabei bewusst zusammen gedacht.

Ein weiterer Bestandteil des CAS ist die Bestandserhaltung. Die Teilnehmenden erhalten Einblick in grundlegende Aspekte der Konservierung und Restaurierung von Schriftgut und fotografischen Materialien sowie in den sachgerechten Umgang mit analogen Beständen. Ergänzend werden Fragen der Digitalisierung von Bild- und Schriftgut behandelt, insbesondere im Spannungsfeld von Bestandserhaltung, Nutzung und Zugänglichkeit.

Das CAS Archivpraxis richtet sich an Personen, die sich gezielt auf eine Tätigkeit im Archivwesen vorbereiten oder ihre bestehenden Kenntnisse vertiefen möchten. Es bietet eine fundierte, praxisorientierte Einführung in ein Berufsfeld, das hohe fachliche Sorgfalt verlangt und zugleich eine zentrale Rolle für die Sicherung von Wissen, Recht und Geschichte spielt.

Voraussetzung für die Teilnahme am CAS Archivpraxis ist der erfolgreiche Besuch des CAS Informationspraxis. Interessentinnen und Interessenten mit mindestens drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung im Archivbereich können direkt ins CAS Archivpraxis einsteigen.

Das CAS Archivpraxis startet jeweils Mitte August und dauert bis ca. Mitte Dezember.

Studienplan

Ca. 20 Kurstage, 140-160 Lektionen Kontaktunterricht, Selbststudium (inkl. Leistungsnachweise) ca. 200–220 Stunden.

Organisatorisches

Organisatorisches

Zulassungsbedingungen

Zum Studium zugelassen sind Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen aller Fachrichtungen. Studierende, die über keinen Hochschulabschluss verfügen, können zugelassen werden, wenn sich die Befähigung zur Teilnahme aus einem anderen Nachweis ergibt. Nebst guten PC-Kenntnissen bringen Studieninteressierte Sozial- und Handlungskompetenz mit. Das Beherrschen der wissenschaftlichen Arbeitsmethodik setzen wir ebenfalls voraus.

Über die Zulassung zum MAS-Programm bzw. zu einzelnen CAS entscheidet die Studienleitung aufgrund eines Aufnahmegesprächs. Die definitive Aufnahme wird von der Hochschule schriftlich bestätigt. Pro Studiengangjahrgang werden aus didaktischen und räumlichen Gründen maximal 25 Teilnehmende zugelassen.

Einschlägige IuD-Arbeitswelterfahrung (z. B. Praktikum) vor oder während des Studiums wird empfohlen, ist aber keine Voraussetzung zur Zulassung zum Studium.

Studienkosten

  • CAS Informationspraxis: CHF 6000
  • CAS Bibliothekspraxis: CHF 6000
  • CAS Archivpraxis: CHF 6000
  • CAS Digitale Entwicklung in der Informationspraxis: CHF 6000
  • CAS Museumsarbeit: CHF 7000

Es wird eine einmalige Einschreibegebühr von CHF 500 erhoben. Sie wird mit der Bestätigung des Studienplatzes in Rechnung gestellt und der Studiengebühr angerechnet.

Die Fachhochschule behält sich eine Anpassung der Studiengebühren vor, Auskunft erteilt die Studienleitung. Bei der Wiederholung von Prüfungen wird eine angemessene Gebühr verrechnet. Alle Module und Kurse der fünf CAS stehen auch Gasthörerinnen und Gasthörern und können einzeln gebucht werden. Über das Angebot und die Modalitäten gibt die Studienleitung Auskunft. Lehrmittel sowie kopierte Unterlagen sind in den Gebühren inbegriffen. Die Unterlagen werden zusätzlich auch in elektronischer Form zur Verfügung gestellt. Das gesamte Studium erfordert die Arbeit und den Umgang mit dem Computer – sowohl zu Hause als auch in Präsenzveranstaltungen in der Hochschule. Wir empfehlen daher die Anschaffung eines eigenen Notebooks oder Tablets.

Alumnae und Alumni der FH Graubünden profitieren von einem Rabatt auf die Studiengebühren der Weiterbildungsangebote. Mehr dazu unter folgendem Link.

Bildungsdarlehen

Der Förderverein der FH Graubünden gewährt Darlehen für Studierende zur Finanzierung ihrer Weiterbildung. Das Förderinstrument kommt bei den formalen Weiterbildungen auf FH-Stufe (CAS, DAS, MAS, EMBA) zum Einsatz, weil diese mit hohen Studiengebühren verbunden sind und weder von Bund noch den Kantonen subventioniert werden. Dies im Gegensatz zu den Bachelor- und konsekutiven Masterstudiengängen (BSc, BA; MSc, MA).

Solltest du hinsichtlich der Finanzierung eines Weiterbildungsstudienangebotes privat nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen und keinen Arbeitgeber haben, der die Weiterbildungskosten (ganz oder zumindest teilweise) übernimmt, so kannst du beim Förderverein ein Gesuch zur finanziellen Unterstützung deines Studiums einreichen.

Prozess

Ein Gesuch kann per E-Mail dem Sekretariat des Fördervereins eingereicht werden (foerderverein@fhgr.ch). Es gelten folgende Parameter:

  • Unterstützt werden ausschliesslich Studierende, die eine Weiterbildung an der FH Graubünden anstreben, welche zu einem formalen Abschluss führt, d.h. CAS, MAS, DAS oder EMBA.
  • Der Förderverein finanziert maximal 80% der anfallenden Studien-/Kursgebühren, der/die Antragsteller/in bringt mind. 20% selber auf.
  • Zur Beurteilung erforderlich sind ein ausgefülltes Gesuchformular inkl. Motivationsschreiben sowie ein Lebenslauf.
  • Gesuche können zweimal jährlich eingereicht werden, jeweils zum 30. April und zum 31. Oktober.
  • Das Darlehen muss innert maximal fünf Jahren nach der Diplomierung zurückbezahlt werden.
  • Die Darlehen sind im ersten Jahr nach Abschluss des Studiums/Kurses zinslos, ab dem zweiten Jahr wird i.d.R. ein Maximalzinssatz von 2% berechnet.

Weiterführende Hinweise, das Gesuchstellungsformular und das Reglement sind auf der Webseite des Fördervereins zu finden:

Für Fragen steht Ivo Macek (ivo.macek@fhgr.ch), Leiter Weiterbildung Informationswissenschaft und Vorstandsmitglied im Förderverein der FH Graubünden, gerne zur Verfügung.

Studienort

Die Lehrveranstaltungen finden mehrheitlich in Zürich am Standort der FH Graubünden an der Limmatstrasse 21 statt. Intensivwochen und eine geringere Anzahl Kurswochenenden entfallen auf den Standort Chur der FH Graubünden. Hinzu kommen zahlreiche Exkursionen und Auswärtsveranstaltungen, die die Studierenden an verschiedene Orte in der Deutschschweiz führen.

Unterrichtstage und Unterrichtszeiten

Der Unterricht findet in der Regel jeweils freitags und samstags von 8:45–16:20 Uhr statt. Vereinzelt werden auch bereits donnerstags Lehrveranstaltungen durch- geführt. Für die Intensivwochen gelten abweichende Unterrichtszeiten.

ECTS-Punkte

Für das Studium MAS in Information Science werden nach den Regeln des «European Credit Transfer System » (ECTS) in der Schweiz 60 ECTS-Punkte vergeben. Die CAS umfassen in der Regel 140-160 Unterrichtseinheiten. Jedes CAS ist mit 12 ECTS-Punkten dotiert, ebenso die abschliessende Masterarbeit. 12 ECTS-Punkte entsprechen einem Arbeitsaufwand von geschätzten 360 Stunden. Zur Masterarbeit zugelassen wird, wer vier CAS erfolgreich absolviert hat (48 ECTS-Punkte).

European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) 
Das Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (European Credit Transfer and Accumulation System, ECTS) ist ein Instrument zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums, in dem sich Studierende und Lehrende frei bewegen können. ECTS-Punkte werden für den Arbeitsaufwand vergeben, der für die erwarteten Lernergebnisse im Rahmen einer Lehrveranstaltung notwendig ist. ECTS-Punkte bilden die Grundlage für die Anerkennung von Studienleistungen und Diplomen zwischen Hochschulen.

ECTS-Punkte
Ein ECTS-Punkt entspricht einem durchschnittlichen Arbeitsaufwand (Workload) von 30 Stunden. Der Arbeitsaufwand beinhaltet neben dem Besuch der Lehrveranstaltungen auch die Zeiten für Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen, Prüfungen und die Zeit des Selbststudiums. Für ein Master of Advanced Studies werden mindestens 60 ECTS-Punkte benötigt.

Weiterbildungsreglement

Das Reglement Weiterbildungsstudiengänge regelt die Zulassungsbedingungen, den Studienbetrieb im Allgemeinen, das Prüfungsverfahren, die Promotion sowie den Erwerb des Master-Diploms in der Fachhochschul-Weiterbildung an der FH Graubünden.

Abschluss

Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des CAS erhalten den Titel «Certificate of Advanced Studies FHGR in Archivpraxis».

Anmeldung und Beratung

Anmeldung und Beratung

Anmeldung

Anmeldungen werden nach Eingangsdatum bearbeitet und die Teilnehmendenzahl ist beschränkt. Mit jeder angemeldeten Person wird ein Aufnahmegespräch durchgeführt, bevor der definitive Zulassungsentscheid gefällt wird.

Wenn Sie sich für den MAS Information Science oder auch für einzelne CAS anmelden möchten, senden Sie bitte das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular sowie die erforderlichen Unterlagen an die Administration der FH Graubünden.

Anmeldeschluss ist jeweils zwei Monate vor Beginn der einzelnen CAS. Spätere Anmeldungen können bei freien Studienplätzen berücksichtigt werden. 

Beratung

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen unsere Administration und die Studienleitung gerne zur Verfügung.

Studienleitung

Studienleiter
Prof. Ivo Macek

Administration

Organisationsassistentin
Ariana Caviezel