Projekt auf einen Blick
Die Energiewende verändert den Arbeitsmarkt
Neue Technologien, Digitalisierung und der Ausbau erneuerbarer Energien führen dazu, dass sich Berufsbilder, Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen in der Energie- und Bauwirtschaft rasch verändern. Besonders betroffen sind Berufe in den Bereichen Elektroinstallation, Gebäudetechnik, Solarenergie, Wärmepumpen und Gebäudeautomation.
Projekt
Adapting to Change: The Evolution of Swiss Labor Market and Educational Implications in the Era of Energy Transition and DigitalizationLead
Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) Mehr über Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF)Projektleitung
Moser Peter Mehr über Moser Peter Haxhimusa Adhurim Mehr über Haxhimusa Adhurim Schenk Bianca Mehr über Schenk BiancaBeteiligte
Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW)
KOF-ETHZ
EIT.swiss
Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen VSETeam
Bau Frank Mehr über Bau FrankForschungsfelder
Arbeitsmarkt und Sozialpolitik Mehr über Arbeitsmarkt und Sozialpolitik Energieökonomie Mehr über EnergieökonomieAuftrag/Finanzierung
Bundesamt für EnergieDauer
September 2024 – November 2026
Projektziel
Das Forschungsprojekt «Energy & Jobs – Adapting to Change» untersucht diese Veränderungen im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE).
Mit ökonometrischen Analysen, Expertenworkshops und Unternehmensbefragungen sollen diese Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt im Energie- und Bausektor abgeschätzt und Empfehlungen für die Aus- und Weiterbildung erarbeitet werden.
Der kollaborative Ansatz, der Universitäten, Fachhochschulen und Vertreter der Berufsbildung einbezieht, stellt sicher, dass die Forschungsergebnisse die Herausforderungen der Industrie adressieren und konkrete Massnahmen für die Entwicklung von Arbeitskräften als Reaktion auf die Energiewende ermöglichen.
Zwischenstand
Ergebnisse aus der ökonometrischen Datenanalyse
Die Energiewende in der Schweiz wird zunehmend von zwei parallelen Entwicklungen geprägt: einer Verschiebung im Bausektor weg vom Neubau hin zur Renovation sowie wachsenden Spannungen auf dem Arbeitsmarkt in jenen Berufen, die für die Umsetzung grüner Projekte besonders wichtig sind.
Zwischen 2018 und 2024 nahm die Zahl der Baugesuche stetig zu, doch die erteilten Baubewilligungen stagnierten nach 2019 und gingen ab 2021 zurück. Dadurch vergrösserte sich die Lücke zwischen eingereichten Gesuchen und bewilligten Projekten. Diese Entwicklung deutet auf administrative Engpässe hin. Die Bewilligungen für Neubauten gingen um rund 20% zurück, während jene für Renovationen um 17% zunahmen. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung von Sanierungen – insbesondere von Heizsystemen, Dämmungen, Fenstern und Solaranlagen – für das Erreichen der nationalen Dekarbonisierungsziele.
Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt deutliche Anzeichen struktureller Engpässe in spezialisierten technischen Bereichen. Unternehmen, die grosse Projekte im Bereich der Energiewende umsetzen, rekrutieren überdurchschnittlich stark Fachkräfte im Bereich Heizung, Lüftung und Klima (HLK), Lüftungs- und Heizungsinstallateure, Gebäudetechnikplaner sowie Spezialisten für erneuerbare Energien. In diesen Berufen sind die Vakanzdauer systematisch länger, was auf Angebotsbeschränkungen hinweist. Ökonometrische Analysen bestätigen, dass grosse Projekte die Nachfrage nach energierelevanten Kompetenzen deutlich erhöhen, während sich die Besetzungszeiten gerade in jenen Kompetenzen verlängern, die für Wärmepumpen, Lüftungssysteme und Dämmung zentral sind.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Energiewende in der Schweiz nicht nur durch Bewilligungsverfahren und Infrastruktur begrenzt wird, sondern zunehmend auch durch die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte.
Team
Neben den Mitarbeitenden der FH Graubünden sind folgende Personen am Projekt beteiligt:
- A. Kienle (ehem. Mitarbeiterin der FH Graubünden
- M. Siegenthaler (KOF-ETHZ)
- N. Büchel (EIT.swiss)
- M. Karg Solero (Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen VSE)
Weiterführende Information
Forschungsfelder
Beteiligte
Das Projekt wird vom Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) zusammen mit dem Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW), dem KOF Institut der ETH Zürich, der EIT.swiss und dem Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen VSE im Auftrag des Bundesamts für Energie umgesetzt.



