Projekt

Open Mind – Inklusiver Tourismus für Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Projekt auf einen Blick

Projekt auf einen Blick

Das Innotour-Projekt «Open Mind» fördert inklusiven Tourismus für Menschen mit kognitiven Einschränkungen in Schweizer Bergregionen. Bestehende Angebote entlang der touristischen Leistungskette sollen im Sinne des «Universal Designs» weiterentwickelt werden und so für alle Zielgruppen zugänglich gemacht werden, um die Inklusivität zu fördern und die regionale Wirtschaft durch neue Gästesegmente sowie eine Verringerung der Saisonalität zu stärken.

Ausgangslage

Ausgangslage

Drei verschiedene Aspekte charakterisieren die Ausgangslage und verdeutlichen den strategischen Handlungsbedarf für inklusiven Tourismus in Schweizer Bergregionen.

1) Die Saisonalität führt zu unausgelasteten Nebensaisons, während sich die Nachfrage auf wenige Spitzenzeiten konzentriert. Gleichzeitig verstärken der demografische Wandel und die Abwanderung den Druck auf die lokale Wirtschaft und die Arbeitsmärkte. In Kombination mit steigendem internationalem Wettbewerbsdruck entsteht die Notwendigkeit, sich durch innovative, qualitativ hochwertige und differenzierende Angebote neu zu positionieren und gezielt Angebote für die Nebensaison zu schaffen. Zudem bestehen weiterhin Barrieren im Zugang zu touristischen Leistungen, wodurch potenzielle Gäste ausgeschlossen werden.

2) Menschen mit kognitiven Einschränkungen stellen einen bedeutenden, bisher jedoch kaum berücksichtigten Anteil der Bevölkerung dar. Während barrierefreier Tourismus zunehmend an Bedeutung gewinnt, konzentrieren sich bestehende Angebote meist auf körperliche Einschränkungen. Die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen sind wenig erforscht und werden selten systematisch berücksichtigt. Gleichzeitig weist diese Zielgruppe ein hohes Potenzial auf, da sie tendenziell weniger stark frequentierte Zeiten und Orte bevorzugt und häufig in Begleitung reist, was zusätzliche Nachfrage generiert. Dies eröffnet Chancen für eine bessere Auslastung sowie für neue, inklusive Angebotsformen entlang der gesamten touristischen Leistungskette.

3) Die Special Olympics World Winter Games 2029 in der Schweiz setzen einen starken externen Impuls. Sie rücken Menschen mit kognitiven Einschränkungen international ins Zentrum und schaffen Aufmerksamkeit für Inklusion im Sport und darüber hinaus. Für die beteiligten Destinationen ergibt sich daraus die Chance, das Thema Inklusion nachhaltig im Tourismus zu verankern, Kompetenzen aufzubauen und sich als Vorreiter zu positionieren.

Projektziel

Projektziel

Zentrale Ziele sind die Erhöhung der touristischen Teilhabe von Menschen mit kognitiven Einschränkungen, die Förderung der Lebensqualität sowie die Stärkung der regionalen Wirtschaft durch neue Gästesegmente und die Verringerung der Saisonalität. Um bestehende Angebote entlang der touristischen Leistungskette zugänglich zu machen, werden Wissenslücken zur Zielgruppe geschlossen, Angebote analysiert sowie innovative, übertragbare Pilotangebote entwickelt und getestet. Ergänzend werden Trainings für touristische Akteure, Leitfäden und Best Practices erarbeitet.

Langfristig trägt das Projekt zur Etablierung von Inklusion als zentrales Qualitätsmerkmal im Schweizer Tourismus bei sowie zur Reduktion der Saisonalität und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

  • Erhöhung der touristischen Teilhabe: Mehr Menschen mit kognitiven Einschränkungen und deren Familien oder Gruppen nutzen touristische Angebote
  • Wirtschaftliche Effekte: Stärkung der regionalen Wirtschaft durch neue Gästesegmente, insbesondere in Saisons mit geringer Auslastung
  • Gesellschaftliche Integration und Lebensqualität: Steigerung der Inklusion und Lebensqualität für Gäste und Einheimische
  • Transformativer Wissenstransfer: Aufbau von Kompetenzen und Knowhow entlang der touristischen Leistungskette (betriebliche Trainings, Kooperationen, Materialien)
  • Vorbereitung der Destinationen als Austragungsorte der Special Olympics World Winter Games Switzerland 2029
Umsetzung

Umsetzung

Die Zielsetzungen werden in drei inhaltlich und zeitlich aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen umgesetzt und durch das Arbeitspaket «Projektmanagement und Dissemination» ergänzt:

  • Arbeitspaket 1: Analysephase: Bedürfnis-, Angebots- und Potenzialanalysen
  • Arbeitspaket 2: Entwicklung und Testung potenzieller touristischer Produkte
  • Arbeitspaket 3: Entwicklung und Umsetzung von Trainingsmassnahmen für Destinationsverantwortliche und Mitarbeitende der Leistungsträger
  • Arbeitspaket 4: Projektmanagement und Dissemination
Team

Team

Dozent
Prof. Dr. Christian Baumgartner
Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin
Miriam Stuhlmüller
Weiterführende Information

Weiterführende Information

Beteiligte

Das Projekt wird vom Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) im Auftrag von Innotour umgesetzt.

Projekt- und Umsetzungspartner: