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Kreislaufwirtschaft in der MEM-Industrie

So unterschiedlich setzen Unternehmen Kreislaufwirtschaft um

07. Mai 2026

Um Nachhaltigkeitsziele und Netto-Null-Vorgaben zu erreichen, müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und Lieferketten neu denken. Im Rahmen des Forschungsprojekts «Circulus» hat ein Forschungsteam der Fachhochschule Graubünden deshalb eine Umfrage unter Schweizer Unternehmen durchgeführt, um den aktuellen Stand der Umsetzung zirkulärer Strategien in Geschäftsmodellen und Lieferketten zu erheben. Diese macht klar: Der Weg zur Kreislauffähigkeit ist möglich – aber anspruchsvoll.

Wie können Unternehmen den Wandel zur Kreislaufwirtschaft erfolgreich gestalten? Dieser Frage widmet sich ein Team der FH Graubünden im Rahmen des Forschungsprojekts «Circulus». Das von der Innosuisse finanzierte Flagship Projekt wird durch ein Forschungskonsortium der FH Graubünden, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB) umgesetzt. Um einen Überblick darüber zu gewinnen, inwieweit zirkuläre Strategien im Bereich der Geschäftsmodelle und Lieferketten von Schweizer Unternehmen bereits umgesetzt sind, wurde eine Benchmarking-Studie durchgeführt. Insgesamt wurden Antworten von 57 Schweizer Industrieunternehmen verschiedener Branchen und Grössen erfasst. Diese zeigen, dass sich alle befragten Unternehmen mit Kreislaufwirtschaft beschäftigen und zumindest einzelne Massnahmen geplant haben. Eine umfassende Umsetzung gelingt bislang jedoch nur einer kleinen Minderheit. Viele Unternehmen befinden sich noch in einer frühen Phase oder setzen nur punktuelle Initiativen um. 

Erfolgsfaktoren und Unterschiede

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband der Schweizer Tech-Industrie, Swissmem, erstellt. «Wir unterstützen Unternehmen dabei, nachhaltige und wettbewerbsfähige Lösungen gezielt weiterzuentwickeln. Untersuchungen wie diese schaffen dafür eine erste Grundlage. Sie zeigt, wo die Schweizer Industrie beim Thema Kreislaufwirtschaft heute steht und wo Handlungsbedarf besteht», sagt Dr. Christine Roth von Swissmem.

Besonders häufig verbreitet sind laut Studie Strategien, die darauf abzielen, möglichst wenig Abfall zu erzeugen, den Ressourcenverbrauch im Produktionsprozess zu senken oder Materialien zu recyclen. Auch bei den Lieferketten zeigen sich Unterschiede in der Umsetzung kreislauffähiger Strategien. So setzen Unternehmen vor allem auf Strategien zur Schliessung und Verlangsamung von Kreisläufen – etwa durch Rücknahme oder längere Produktlebensdauer. Die Studie zeigt: Wer Kreislauffähigkeit erfolgreich umsetzen will, muss Geschäftsmodell und Lieferkette gemeinsam denken. Entscheidend sind klare Prioritäten, Investitionsbereitschaft und belastbare Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette. 

Breite Kompetenz

Das Schweizerische Institut für Entrepreneurship der FH Graubünden orientiert sich thematisch an aktuellen Herausforderungen der Praxis. Insbesondere erforscht es Fragestellungen zu Business und Supply Chain Transformation sowie Corporate Responsibility. Dabei geht es um Strategien für die Entwicklung und Umsetzung von neuen Produkten, Leistungen und Geschäftsmodellen, aber auch um organisatorische Fragen, welche sich aufgrund der Digitalisierung und Vernetzung eröffnen. Zudem beschäftigt sich das Institut mit der Frage, wie Unternehmen und Organisationen Transparenz, nachhaltige Entwicklung und unternehmerische Verantwortung in ihrer Unternehmensphilosophie verankern können.

Weitere Details

  • Mehr zum Projekt: circulus.ch (Studie steht zum Download zur Verfügung)
  • Ein Webinar zur Kreislaufwirtschaft in der Tech-Industrie am 22. Mai 2026 bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Kreislaufwirtschaft in der Tech-Industrie sowie konkrete Ansätze aus der Unternehmenspraxis. Anmelden unter: swissmem.ch 

Weitere Auskünfte

Wissenschaftliche Projektleiterin
Selina Steiner

Fachhochschule Graubünden

Als Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset prägt sie die Zukunft. Die Studienangebote orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre über 2500 Studierenden in Aus- und Weiterbildung entwickelt sie zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Die Hochschule bietet Angebote in den Bereichen «Architektur und Bauingenieurwesen», «Medien, Technik und IT» sowie «Wirtschaft, Dienstleistung und Informationswissenschaft» an. In ihrer inter- und transdisziplinären Forschung fokussiert sie auf die Themen angewandte Zukunftstechnologien, Entwicklung im alpinen Raum und unternehmerisches Handeln. Mit ihren Tätigkeiten trägt die FH Graubünden zum Erfolg und zur Wettbewerbsfähigkeit von Individuen, Institutionen und Regionen bei. Hierfür ist sie in der Region verankert, in der Schweiz von Bedeutung und strahlt international aus. fhgr.ch