News - FH Graubünden

Menu
News
Distanzlernen und -forschen auf Bündner Tertiärstufe

Studieren und Forschen auf Distanz an den Hochschulen und der Höheren Fachschule im Kanton Graubünden

20. März 2020

Die Verbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt das öffentliche Leben ein. Der Bundesrat hat am 13. März 2020 die «Ausserordentliche Lage» ausgerufen und unter anderem den Präsenzunterricht an den Hochschulen der Schweiz untersagt. Die tertiären Bildungsanbieterinnen Fachhochschule Graubünden, ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Pädagogische Hochschule Graubünden und THIM / SUPSI Physiotherapieschulen arbeiten eng zusammen, um den Studienerfolg ihrer Studierenden mittels verschiedenen Formen von Distanzlernen sicherzustellen. Die Forschungs- und Dienstleistungsprojekte werden weiterbearbeitet und zwar konsequent im Home Office.

In der Medienkonferenz des Kantons Graubünden von Freitag, 13. März 2020, hat Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini zwar das Verbot von Präsenzunterricht verkündigt, dabei aber auch betont, dass das Studieren, Arbeiten und Forschen in Graubünden weitergeht. Seit dieser Medienkonferenz ist eine Woche vergangen und die tertiären Bildungsanbieterinnen Fachhochschule Graubünden (FH Graubünden), ibW Höhere Fachschule Südostschweiz (ibW), Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR), THIM / SUPSI Physiotherapieschule (THIM/SUPSI), und lehren und forschen auf Distanz, aber virtuell persönlich. Dabei stehen diese vier Bildungsinstitutionen in engem Austausch, um das Distance Learning optimal zu betreiben.

Seit Montag im Distance Learning

Die FH Graubünden hat bereits Ende Januar das Notfallmanagement aufgrund der Verbreitung des Coronavirus aktiviert und mittlerweile in ein Kernteam und Krisenstab mit mehreren Task Forces ausgeweitet. Seit Montag, 16. März 2020, wird in allen Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangeboten mittels Distance Learning unterrichtet. Auch die Forschungsaktivitäten stehen nicht still, der Austausch mit den Forschungspartnern wurde einfach in den virtuellen Raum verlegt. So kann weiterhin Wissen für Graubünden generiert werden. «Zugunsten unserer Studierenden und Projektpartner wollen wir auch unter schwierigen Bedingungen unsere Leistungen erbringen. Dabei steht die Gesundheit aller im Vordergrund.»

«Die Gesundheit unserer Studierenden und Mitarbeitenden steht natürlich an allen unseren Standorten an erster Stelle», so ibW-Direktor Stefan Eisenring, «glücklicherweise haben wir aber auch die Instrumente, um unsere Studierenden per Online-Video-Schulung weiterzubilden und auf eidgenössische Prüfungen und HF-Abschlüsse vorzubereiten. Unser Notfall-Team hat sich in den letzten drei Wochen auf die verschiedenen Szenarien vorbereitet und schon früh Online-Schulungen mit den Dozierenden durchgeführt. Die Stundenpläne sind alle wie ‘normal’ gültig geblieben. Seit der Schliessung der Schulhäuser am letzten Montag setzen wir nun einfach auf Online-Fernunterricht und haben bisher überraschend positive Erfahrungen damit gemacht.»

Die PH Graubünden hat ihr Krisenteam frühzeitig etabliert und die Vorbereitungen für die Umstellung auf das Distanzlernen an die Hand genommen. Dementsprechend wird seit Montag den 16. März 2020 in allen Studiengängen mittels Distanzlernen unterrichtet. Die Umstellung verlief reibungslos und mit hohem Engagement der Dozierenden und Studierenden. Die Bereiche Führung, Forschung, Weiterbildung, Informatik und Administration wurden reorganisiert und erfolgreich ins Home Office überführt. «Die PH Graubünden verfolgt in dieser ausserordentlichen Lage drei Ziele: 1. Die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden und Studierenden, 2. Die Ermöglichung des Studienerfolgs und 3. Leisten eines Solidaritätsbeitrags», hält Rektor Dr. Gian-Paolo Curcio fest.

Mit dem Beginn des berufsbegleitenden Studiengangs in Physiotherapie wurden bei THIM bereits per 2017 erste Massnahmen für ein verstärktes Blended Learning ergriffen, welche nun ganz zu einem Distance Learning umgesetzt werden. Davon kann nun auch der Vollzeitstudiengang profitieren. Die SUPSI hat eine E-Learning-Beauftragte, welche seit zwei Jahren für die Digitalisierung der Lehre verantwortlich ist. Diese Bestrebungen werden seit der Ankündigung des Bundesrats massiv ausgebaut. «Unsere Studierende zeigen sich bisher ungeheuer positiv und konstruktiv bei der Bewältigung dieser herausfordernden Situation. Wir bleiben eine familiäre Hochschule, auch wenn wir uns leider nicht mehr vor Ort begrüssen dürfen», hält Schuldirektor Thim van der Laan fest.

Klärungsbedarf bezüglich praktischen Übungen

Bei der Umsetzung des Distanzlernens treten verschiedene Probleme auf, welche die vier Bildungsinstitutionen zuweilen vor neue Herausforderungen stellt. Um diese zu meistern, sprechen sich die vier Bildungsinstitutionen regelmässig ab, versuchen einheitliche Lösungen für beispielsweise praktische Übungen und mündliche sowie schriftliche Prüfungen zu entwickeln und diese mit dem Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) des Kantons Graubünden abzuklären. Entsprechend haben die vier Institutionen einen gemeinsamen Vorschlag ausgearbeitet und dem EKUD zur Abklärung eingereicht. Ziel dieses Antrages ist es, eine einheitliche Lösung für diese tertiären Bildungsinstitutionen des Kantons Graubünden zu erhalten und entsprechende Chancengleichheit zu wahren.

Weitere Details:

Weitere Auskünfte:
Fachhochschule Graubünden:
Prof. Jürg Kessler, Leiter Krisenmanagement, Rektor
+41 81 286 24 24
juerg.kessler@fhgr.ch 

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz:
Stefan Eisenring, Direktor
+41 81 403 33 33
stefan.eisenring@ibw.ch

Pädagogische Hochschule Graubünden:
Dr. Gian-Paolo Curcio, Rektor
+41 81 354 03 20
Gian-Paolo.Curcio@phgr.ch

THIM / SUPSI Physiotherapieschulen:
Thim van der Laan, Leiter Krisenstab, Direktor
+41 79 347 51 40
t.vanderlaan@physioschule.ch 

Fachhochschule Graubünden
Die FH Graubünden ist eine innovative und unternehmerische Fachhochschule mit über 2000 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt sie mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Die FH Graubünden bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Digital Science, Management, Mobile Robotics, Multimedia Production, Photonics, Service Design sowie Tourismus an. In diesen Disziplinen betreibt sie auch angewandte Forschung und trägt mit dieser zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die FH Graubünden ist seit dem 1. Januar 2020 die achte öffentlich-rechtliche Fachhochschule der Schweiz. Bereits 1963 begann ihre Geschichte mit der Gründung des Abendtechnikums Chur. fhgr.ch

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz
Die ibW Höhere Fachschule Südostschweiz ist eine Erwachsenenschule, die in der Höheren Berufsbildung jedes Jahr über 1200 Lehrgangs- und gegen 4000 Kursteilnehmende weiterbildet. Aus der einstigen Technikerschule wurde in den letzten 30 Jahren eine Bildungsanbieterin mit Standorten in Chur (Hauptsitz und AGVS-Zentrum), Sargans, Maienfeld (Bildungszentrum Wald und Schule für Gestaltung Graubünden) und in Ziegelbrücke. Die ibW Höhere Fachschule Südostschweiz umfasst rund 30 Abteilungen (Berufsbranchen) in sechs Teilschulen. Über 500 nebenamtliche Dozierende stellen den Bezug zur Praxis sicher, zur Auswahl stehen den Studierenden über 100 Weiterbildungen mit eidg. anerkannten Abschlüssen – insbesondere HF-Diplome und eidg. Fachausweise. Die ibW ist qualifiziert nach ISO 9001:2015 und 29990:2010 sowie dem eidgenössischen Bildungslabel Eduqua. Das Führungskonzept basiert auf dem Gedankengut von Business Excellence. Die ibW feiert dieses Jahr ihren 30. Geburtstag. https://www.ibw.ch/

Pädagogische Hochschule Graubünden
Die PH Graubünden bietet ein berufsbefähigendes Bachelorstudium für Kindergarten und Primarschule mit einem Drittel Praxisanteil. Als dreisprachige Hochschule legt sie grossen Wert auf ihre Sprachenvielfalt (Deutsch, Romanisch & Italienisch) und ermöglicht einen zweisprachigen Abschluss. Weiterbildungen auf Masterniveau, Zertifikatslehrgänge und eine breite Auswahl an Zusatzqualifikationen für Lehrpersonen komplettieren das umfangreiche Angebot der PH Graubünden. Die PH Graubünden forscht zu aktuellen Themen im schulischen Umfeld. Mit ihrer Schwerpunktstrategie fokussiert sich die Forschung der PH Graubünden thematisch auf drei Bereiche: Mehrsprachigkeit, Schule und Technik, Schule alpin. Die Resultate aus den anwendungsorientierten Forschungsprojekten fliessen kontinuierlich in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. www.phgr.ch  

Fachhochschule Südschweiz SUPSI / THIM – die internationale Hochschule für Physiotherapie
Die Fachhochschule Südschweiz SUPSI – Physiotherapie Graubünden – bietet in Zusammenarbeit mit der Thim van der Laan AG den Bachelor-Studiengang in Physiotherapie in Landquart an. Ab 2020 startet die SUPSI zudem das neue Weiterbildungsangebot Master of Advanced Studies in Exercise and Sports Physiotherapy, welches modular aufgebaut ist. Das Angebot von THIM – die internationale Hochschule für Physiotherapie – umfasst einen Bachelorstudiengang in Physiotherapie gemäss niederländischen Richtlinien sowie eine berufsbegleitende Bachelorausbildung in Physiotherapie. Insgesamt sind am Standort Landquart gegen 375 Studierende immatrikuliert. Forschungsschwerpunkte beider Hochschulen liegen in der angewandten Forschung der Physiotherapie und Rehabilitationswissenschaften. https://physiostudium.ch/