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Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten

Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten – eine Herausforderung, die neue Lösungen braucht

09. September 2021

Steigende Gesundheitskosten aufgrund einer älter werdenden Bevölkerung, aus früheren Zeiten vorgegebene Versorgungsstrukturen und ein Ärztemangel – die Gesundheitsversorgung gerät immer mehr unter Druck, vor allem in ländlichen Regionen wie Graubünden. Fachleute stellen am Gesprächskreis für Wirtschaftspolitik an der Fachhochschule Graubünden mögliche Lösungsansätze vor, unter ihnen die «höchste» Schweizer Ärztin Yvonne Gilli und der Bündner Gesundheitsdirektor Peter Peyer.

Die Menschen werden immer älter und die Zahl chronisch oder mehrfach erkrankter Personen nimmt stetig zu. Gleichzeitig unaufhaltsam ist der medizinische Fortschritt, der vieles ermöglicht, aber auch hohe Ansprüche an spezialisierte Fachkräfte und Einrichtungen stellt. Die Gesundheitskosten steigen und die Frage nach deren Finanzierung wird zunehmend herausfordernder. Ländliche und periphere Regionen wie Graubünden sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Die gewohnte Versorgung mit wohnortnahen, umfassenden und rund um die Uhr verfügbaren Leistungen stösst zusehends an ihre Grenzen. Kleinere Spitäler geraten personell wie finanziell vermehrt unter Druck und müssen Leistungen abbauen. Gleichzeitig finden Hausärztinnen und Hausärzte in diesen Regionen oftmals keine Nachfolgeregelung und müssen immer grössere Lasten tragen.

«Der Strukturwandel im Gesundheitswesen hat in den letzten zwei, drei Jahren definitiv an Fahrt aufgenommen. Damit verbunden ist die Notwendigkeit – und grosse Chance – die gewachsenen Strukturen und Versorgungsmodelle zu hinterfragen und an den künftigen Erfordernissen und Möglichkeiten auszurichten. Die Lösungen werden sich von Region zu Region unterscheiden, dürften aber in den allermeisten Fällen vor allem auf institutionen- und berufsübergreifende Kooperationen setzen.» Mit diesen Worten ordnet Prof. Dr. Monika Engler die aktuelle Situation ein und formuliert einen Lösungsansatz. Die Professorin am Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung der FH Graubünden leitet seit drei Jahren im Auftrag des Kantons St. Gallen das Projekt zur Weiterentwicklung der Strategie der St. Galler Spitalverbunde. Daneben unterstützt sie medizinische Leistungserbringer und Gemeinden im ländlichen Raum in der Neuausrichtung und Konzeption ihrer Gesundheitsversorgung.

«Höchste» Schweizer Ärztin auf Visite

Leistungsanbieter und Politik sind entsprechend gefordert, die bisherigen Strukturen und Angebote zu überdenken: Wie müssen diese angepasst werden, damit die Qualität, der allgemeine Zugang und die Finanzierbarkeit der Gesundheitsversorgung in Zukunft sichergestellt sind? Fragen wie diesen geht der 14. Gesprächskreis zur Wirtschaftspolitik vom Mittwoch, 29. September 2021, an der FH Graubünden nach. Den Auftakt zur öffentlichen Veranstaltung macht ein Referat der Präsidentin der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und früheren Verfechterin von Gesundheitsnetzwerken, Yvonne Gilli.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutieren verschiedene Fachleute, wie eine Gesundheitsversorgung abseits der Zentren gelingen kann. Neben dem Bündner Gesundheitsdirektor Peter Peyer nehmen daran auch Heidi Jörimann, Präsidentin des Bündner Ärztevereins, und Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident des St. Galler Spitalverbunds, teil. Moderiert wird der Anlass von Monika Engler.

Gesprächskreis zur Wirtschaftspolitik
«Xundheit! Wie sichern wir die Gesundheitsversorgung abseits der Zentren?»

Datum: Mittwoch, 29. September 2021
Zeit: 18.00-19.30 Uhr
Ort: Aula, FH Graubünden, Pulvermühlestrasse 57, 7004 Chur
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