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Katalysator für die regionale Wirtschaft

Fachhochschule Graubünden als Katalysator für die regionale Wirtschaft

12. Oktober 2022

Die Fachhochschule Graubünden ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und eine Impulsgeberin für die regionale Wirtschaft im Kanton. Dies zeigt eine neue Studie der BAK Economics AG und der econcept AG. Mit einem Franken aus kantonalen Mitteln wird durch die Hochschule eine Wertschöpfung von mindestens 4.3 Franken ausgelöst. Mit ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit kurbelt die FH Graubünden zudem den technologischen Fortschritt an. Der geplante Neubau des Fachhochschulzentrums schafft zusätzlich Entwicklungspotenziale.

Die FH Graubünden erwirtschaftete im Jahr 2021 mit den 15 Millionen Franken kantonaler Gelder 47.6 Millionen Franken. Dieser Betrag stellt den Beitrag der Fachhochschule zur Wirtschaftskraft des Kantons Graubünden dar. Stellt man den ganzen Wertschöpfungseffekt in Relation zur Gesamtwirtschaft, entspricht dies einem Anteil von etwa 0.5 Prozent an der kantonalen Wirtschaftskraft. Pro Beitragsfranken im Kanton entsteht demnach eine Bruttowertschöpfung von 4.3 Franken. Darüber hinaus gehen vom Betrieb der Fachhochschule verschiedene Impulse für die regionale Wirtschaft aus, heisst es im kürzlich veröffentlichten Bericht. Hierzu gehören der Einkauf von Gütern und Dienstleistungen bei regionalen Betrieben und die Konsumausgaben der Angestellten sowie der Studierenden im Kanton.

Ein substanzieller Teil der vom FHGR-Betrieb ausgelösten Wertschöpfung ist für den Kanton Graubünden auch steuerlich abschöpfbar. Hierzu gehören die Bruttolöhne und -gehälter der im Kanton Graubünden ansässigen Mitarbeitenden (CHF 21.9 Mio.) sowie der Grossteil der indirekten regionalen Wertschöpfungseffekte in anderen Branchen (CHF 17.3 Mio.). Hinzu kommt, dass rund eine(r) von fünf Alumni nach dem Studium an der FH Graubünden im Kanton bleibt und ebenfalls Steuern an den Kanton und die Wohnortgemeinde entrichtet.

Ausbildung von Nachwuchskräften als wichtigster Beitrag

Eine hohe Bedeutung für den Forschungsstandort Graubünden haben bereits heute die Zukunftstechnologien und der Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich dürfte in den nächsten Jahren stetig steigen. Mit ihren Forschungsschwerpunkten, beispielsweise in den Bereichen Sensorik, Robotik oder Photonik, übernimmt die FH Graubünden eine wichtige Rolle im regionalen Innovationssystem. Mit dem Aufbau von Kompetenzen und der Ausbildung von künftigen Fachkräften durch die Einführung entsprechender Studiengänge im Fachbereich «Medien, Technik und IT» leistet die FH Graubünden einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs. Mit ihren Weiterbildungsprogrammen bringt sie zudem Berufspraktikerinnen und -praktiker im Kanton in ihrer beruflichen Entwicklung weiter und unterstützt somit die Wirtschaft bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen. Verschiedene Akteure im Kanton sehen denn auch den wichtigsten Beitrag der FH Graubünden zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Ausbildung von hochqualifizierten Nachwuchskräften. Gemäss BAK-Bericht gewährleistet die Fachhochschule eine vielseitige struktur- und entwicklungsgerechte Versorgung des Arbeitsmarktes im Kanton. Ihren Leistungsauftrag gegenüber dem Kanton, zur Stärkung des Wirtschafts-, Hochschul- und Forschungsstandorts beizutragen, erfüllt die FH Graubünden laut Bericht «umfassend, zweckmässig und wirksam».

Fachhochschulzentrum löst regionalwirtschaftliche Impulse aus

Eine wichtige Bedeutung für die regionale Wirtschaft hat gemäss Bericht der BAK Economics AG und der econcept AG der geplante Neubau des Fachhochschulzentrums. Durch das Zentrum werde die künftige Infrastrukturfunktion der FH Graubünden für die regionale Wirtschaft abgesichert und ausgebaut, schreiben die Autorinnen und Autoren. Das neue Fachhochschulzentrum ermöglicht es, betriebliche Prozesse zu optimieren, den interdisziplinären Austausch zu fördern und den Wissens- und Technologietransfers zu stärken. Das Fachhochschulzentrum löst während der Entwicklungs- und Bauphase aber auch regionalwirtschaftliche Impulse aus. Denn mit den Bruttoinvestitionen in der Höhe von 178 Millionen Franken sind zahlreiche Aufträge für regionale Unternehmen verbunden. Insgesamt verbleibt mit 64.2 Millionen Franken ein substanzieller Teil der Investitionsausgaben in Form von Wertschöpfung der regionalen Wirtschaft im Kanton.

Etablierter Player in der Hochschullandschaft

Durch den kontinuierlichen Ausbau des Fächerangebots und der Forschungsprogramme stieg in den letzten Jahren auch die Zahl der Studierenden stark an. Zwischen 2015 und 2021 nahm diese um 68 Prozent zu. Von den 1'971 Master- und Bachelorstudierenden (Stand: Oktober 2021) wohnten 74.5 Prozent vor dem Studium in anderen Kantonen und 8.5 Prozent im Ausland. Diese Zahlen sind Indiz für die Relevanz und Akzeptanz der FH Graubünden weit über das Kantonsgebiet hinaus und sie zeigen, dass sich die Hochschule zu einem etablierten Player in der Fachhochschullandschaft Schweiz entwickelt hat. Ausserdem nimmt auch die Zahl der Bündnerinnen und Bündner, die an der FH Graubünden studieren, zu. Von den im Herbstsemester 2022 neu eingeschriebenen Bachelor- und Masterstudierenden sind 21 Prozent aus Graubünden, was einem Zuwachs von 17 Prozent entspricht. «Nur dank den Studiengängen, welche Bedürfnisse der Region abdecken und gleichzeitig in der Schweiz einmalig sind, konnte die FH Graubünden wachsen und den jungen Bündnerinnen und Bündnern ein vielseitiges Angebot zur Verfügung stellen», sagt Rektor Jürg Kessler.

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Prof., dipl. Ing. ETH, lic. oec. publ., Rektor

Fachhochschule Graubünden

Als agile Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset gestaltet sie nachhaltig die Zukunft mit. Studium und Forschung sind interdisziplinär und orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre rund 2400 Studierenden bildet sie zu hochqualifizierten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten aus. Die Hochschule bietet Studien- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Computational and Data Science, Digital Supply Chain Management, Information Science, Management, Mobile Robotics, Multimedia Production, Photonics sowie Tourismus an. In ihrer Forschung fokussiert sie auf die Themen Angewandte Zukunftstechnologien, Entwicklung im alpinen Raum und Unternehmerisches Handeln, und agiert auch partizipativ in Reallaboren. Die Mitwirkung aller Hochschulangehörigen trägt zur Weiterentwicklung der Fachhochschule und deren Qualität bei.