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Lösungsansätze für den Fachkräftemangel im Tourismus

15. Tourismus Trendforum der Fachhochschule Graubünden

23. November 2022

In der Tourismusbranche, insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie, hat sich der Fachkräftemangel während der Corona-Pandemie weiter verschärft. Es fehlen zunehmend nicht nur Fachkräfte, oft lassen sich insgesamt nicht genügend Mitarbeitende finden. Die Gründe für diese Entwicklungen sind vielfältig. Am Tourismus Trendforum der Fachhochschule Graubünden wurden mögliche Lösungsansätze diskutiert.

Im Rahmen des 15. Tourismus Trendforums (TTF) hat das Institut für Tourismus und Freizeit der FH Graubünden verschiedene Perspektiven beleuchtet, wie dem Fachkräftemangel in der Branche begegnet werden kann. Dazu fanden drei Online-Veranstaltungen mit insgesamt elf Rednerinnen und Rednern aus verschiedenen Unternehmen, Branchen und Regionen statt.

Bei der ersten Veranstaltung ging es um die Frage, wie Unternehmen für Mitarbeitende attraktiv werden können. Im Mittelpunkt der Vorträge standen dabei die Wertschätzung der Mitarbeitenden, Beiträge zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance und Fringe Benefits. «Ohne die Menschen, die tagtäglich mit Passion und Leidenschaft ihren Job ausüben, wären wir nur Häuser, Betten und Zimmer», sagte etwa Laura Vanessa Hoffmann von der Swiss Hospitality Collection.

Eine zweite Veranstaltung widmete sich dem Thema «Neue Arbeitsmärkte und Konzepte». Es wurden interessante Ansätze zum Einbezug von Geflüchteten, Quereinsteigenden oder älteren Arbeitnehmenden vorgestellt. Magdas Hotel in Wien ermöglicht beispielsweise Menschen mit Flüchtlingshintergrund einen Einstieg ins Arbeitsleben. In den vergangenen sieben Jahren konnten auf diese Weise 80 Mitarbeitende in den Arbeitsmarkt integriert werden, davon 85 Prozent erfolgreich mit Anschlussstelle.

Mit digitalen Lösungen Prozesse verbessern

Die letzten Fokusvorträge beleuchteten schliesslich, welche digitalen Lösungen Unternehmen anwenden können, um die vorhandenen Arbeitskräfte auf die zentralen Geschäftsbereiche zu fokussieren oder durch digitales Employer Branding neue Fachkräfte anzuziehen. Die Weissen Arena Gruppe LAAX möchte dabei laut Haempa Maissen und Andreas Bleuler nicht nur Prozesse in der Interaktion mit den Gästen digitalisieren, sondern auch interne Prozesse. Dazu gehört beispielsweise die digitale Unterstützung der Pistenmaschinen, um den Schnee mit der Maschine effizienter verteilen zu können.

Abschliessend fand eine Online-Diskussionsrunde statt, bei der die vorgestellten Ansätze aus Sicht von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eingeordnet wurden. Patric Arn, Leiter des Instituts für Tourismus und Freizeit der Fachhochschule Graubünde, betonte dabei die grundsätzliche Veränderung der Arbeitskultur, die gerade durch die Corona-Pandemie noch vorangetrieben worden sei. «Gewinn und Profitdenken treten gegenüber Sinn und Wert des Geleisteten auch im Schweizer Tourismus wieder weitgehend in den Hintergrund.» Der Fachkräftemangel können hier aber auch eine Chance sein, sagte Tabea Kaderli vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien. «Investitionen in die Berufsbildung, die Digitalisierung, effizientere Prozesse oder eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen können dazu beitragen, die Branche wieder attraktiver zu machen.»

Das 15. Tourismustrendforum regte mit seinen Veranstaltungen einerseits die Kooperation und den Austausch zwischen den verschiedenen Unternehmen an. Zum anderen lieferten die inhaltlichen Vorträge wichtige Beiträge zur Umsetzung der sozialen Nachhaltigkeit in den Unternehmen der Tourismusbranche.

Wissen austauschen und Netzwerke erweitern

Das jährlich stattfindende Tourismus Trendforum bringt kantonale und ausserkantonale Player der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zusammen. Es beleuchtet tourismusrelevante Themen, zu denen das ITF forscht und die speziell für Graubünden relevant sind. Dabei wird Wissen ausgetauscht und das persönliche Netzwerk erweitert. Das Tourismus Trendforum und ist für die Teilnehmenden kostenlos.
 

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Fachhochschule Graubünden

Als agile Hochschule setzt die FH Graubünden auf dynamisches Denken und proaktives Handeln. Mit diesem Mindset gestaltet sie nachhaltig die Zukunft mit. Studium und Forschung sind interdisziplinär und orientieren sich an praktischen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre rund 2400 Studierenden bildet sie zu hochqualifizierten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten aus. Die Hochschule bietet Studien- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Computational and Data Science, Digital Supply Chain Management, Information Science, Management, Mobile Robotics, Multimedia Production, Photonics sowie Tourismus an. In ihrer Forschung fokussiert sie auf die Themen Angewandte Zukunftstechnologien, Entwicklung im alpinen Raum und Unternehmerisches Handeln, und agiert auch partizipativ in Reallaboren. Die Mitwirkung aller Hochschulangehörigen trägt zur Weiterentwicklung der Fachhochschule und deren Qualität bei.